Jung, dynamisch, schnell, schneller, am schnellsten. In ihrer ersten Hinrunde räumt die TSG 1899 Hoffenheim gleich mit mehreren Bundesliga-Weisheiten auf.
Den Satz der Hinrunde sprach Andreas Kuhnt, bevor er in seiner Eigenschaft als Medienchef von Hannover 96 die Fragerunde der Journalisten eröffnete: "Bitte nicht so schnell sprechen wie Hoffenheim gespielt hat."
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Jubel, fast 17 Spiele lang: die Spieler der TSG Hoffenheim, wie hier nach dem 1:1 gegen Schalke durch Selim Teber (l.). (© Foto: dpa)
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Andreas Kuhnt stand noch unter dem Eindruck, den ein Aufsteiger aus einem nordbadischen Dorf zuvor auf dem Rasen hinterlassen hatte. 5:2 hatte die TSG Hoffenheim gewonnen, zwischen der 70. und 83. Minute vier Tore erzielt. In diesen 13 Minuten war der stolze Klub Hannover 96 in einem orkanartigen Angriffswirbel untergegangen, nach dem nicht nur Andreas Kuhnt das Stadion ziemlich irritiert verließ. Tröstlich war für Hannover allein, dass es den meisten Gegnern der TSG ähnlich erging.
Die TSG 1899 Hoffenheim spielt ihre erste Saison in der Fußball-Bundesliga. Und sie hat in diesen 17 Spielen Maßstäbe gesetzt, wie das kein Aufsteiger mehr seit einem gewissen FC Bayern München im Jahr 1965 vollbracht hat. In der Ruhe des Kraichgau, angefüttert vom Geldbeutel des Milliardärs Dietmar Hopp und unter der Anleitung des Trainers Ralf Rangnick plus Hintergrundteam, ist wie in einem Labor eine Mannschaft entstanden, die eine Halbserie lang Fußball spielte, wie man das in Deutschland noch nicht gesehen hat. Der Auftritt des Aufsteigers wirkt wie ein Hallo-Wach für die gesamte Liga.
Die Attribute heißen: jung, dynamisch, austrainiert, schnell, schneller, am schnellsten. Und führungsspielerlos.
Womit Hoffenheim gleich mit mehreren, bislang unverrückbaren Bundesliga-Weisheiten aufräumt und neue aufstellt: 1. Man kann in Deutschland genauso schnell Fußball spielen wie in England. 2. Eine Mannschaft braucht keinen Chef auf dem Platz, keinen Effe, keinen Ballack, keinen Beckenbauer, um beherzt und auch nach Rückständen selbstbewusst aufzutreten. 3. Unter guter Anleitung können Profis besser werden. 4. Es gibt kein Gesetz, nach dem ein Gast in München schon beim Einlaufen die Hoffnung verlieren muss.
Die Sieger dieser Hoffenheimer kommen indes nicht nur aus Nordbaden. Sie heißen auch Joachim Löw, Oliver Bierhoff und, ja auch, Jürgen Klinsmann. Denn die Verantwortlichen der Nationalmannschaft forderten schon vor Jahren von den Vereinen, sie sollten sich endlich am internationalen Niveau orientieren und ihre Spieler dynamischer, austrainierter, schneller machen. Wonach sie von der Liga stets Rüffel bekamen, sie sollten sich um ihren eigenen Kram scheren. Dann kam Hoffenheim.
Jürgen Klinsmann profitiert paradoxerweise noch als Trainer des Konkurrenten FC Bayern vom Hoffenheimer Höhenflug. Denn Rangnick praktiziert ja den Stil, den Klinsmann auch in München predigt. Doch bei einem Rekordmeister sind eine neue Struktur, eine neue Denkweise - oder wie es heutzutage heißt: eine neue Philosophie - schwieriger zu vermitteln als in einer traditionsarmen Provinz. Vor allem, wenn Rückschläge zu beklagen sind.
Und letztlich bleibt eines zu bedenken: In der ersten Bundesliga-Saison wurde der FC Bayern München "nur" Dritter.
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(sueddeutsche.de/aum/tbc)
Entspannter Vierbeiner
Das Hoffenheimer Fandasein hat keine Tradition. Jetzt schickt es sich, sich mit einem kleinen unschuldigen Dorfverein zu identifizieren. Sie spielen ja auch tollen Fussball. Aber von welchem Verein seit ihr nächstes Jahr Fan? Oder welcher Verein war es letztes Jahr? Bestimmt nicht Hoffenheim, oder? Der Hoffenheimer Fan ist meist der sprunghafte Fan. Er schwört keine Treue! Er hat einfach Spaß daran dort zu sein wo es gerade gut läuft. Das ist auch in Ordnung. Man muss auch keine Treue schwören um Fussball zu genießen. Aber dann kann man auch niemals mitsingen wenn die anderen mal wieder anstimmen " für alle Zeiten unser Herz verloren".
@ StuttgarterEngel: @kurikolla
Neid ? Verstehe ich nicht ganz.
Das tückische am Neid ist, dass man ihn nicht bemerkt.
sie haben hallenhalma vergessen, sie süßer , sie ...
bussi !
Ja aber die Bayern Spieler sind seeeeeeehr sympathisch. Und was soll diese dauernde Rumgeheule von wegen versteckten Fouls und Provokationen? Schach, das ist was ohne Körperkontakt...
auch ich bin der meinung, dass die hoffenheimer verdeint herbstmeister geworden sind. sie haben eine sensationelle hinrunde gespielt. das hat auf jeden fall respekt verdient. sicher kann die liga - auch die bayern - einiges von der konzeptionellen arbeitsweise lernen, die dort praktiziert wird; auch wenn dies wohl nicht 1:1 auf einen bereits unter erfolgsdruck stehenden spitzenverein übertragbar ist.
sympatisch ist mir die truppe aber nicht. wegen der tatsache, dass der verein sich das geld nicht selbst verdient hat, sondern von einem externen geldgeber geschenkt bekommt. wegen der unfairen spielweise, zu denen versteckte fouls und dauernde provokationen gehören. und wegen dem vorlauten trainer, der erst noch beweisen muss, dass er tatsächlich was erreichen kann. bis jetzt waren es nur schlaue sprüche, auch bei seinen ex-vereinen.
Paging