Trotz eines überragenden Pascal Hens und lang anhaltender Führung spielen die deutschen Handballer zum Beginn der WM in Kroatien gegen Russland nur Remis.

Auch neun Tore des bärenstarken Pascal Hens haben Titelverteidiger Deutschland nicht zum Sieg gegen Russland und damit für einen perfekten Einstand in die Handball-Weltmeisterschaft in Kroatien gereicht. Trotz einer beherzten Vorstellung musste sich der neu formierte EM-Vierte am Samstag in Varazdin ohne Spielmacher Michael Kraus im Auftaktspiel gegen den dreimaligen Olympiasieger mit einem 26:26 (15:14) begnügen. Mit einem Sieg an diesem Sonntag (17.30 Uhr/RTL) gegen Tunesien kann die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) einen großen Schritt in Richtung Hauptrunde machen. Neben dem Punkt verlor die deutsche Mannschaft wegen einer Knieverletzung den Magdeburger Christian Sprenger.

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Überragender Schütze für das deutsche Team: Pascal Hens erzielte neun Tore. (© Foto: AP)

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Nachdem am Vormittag feststand, dass Michael Kraus wegen der Folgen seiner Wadenverletzung für den Turniereinstand ausfällt und erst an diesem Sonntag gegen Tunesien auflaufen kann, schlug wie angekündigt die Stunde von Ersatzmann Martin Strobel. Der 22 Jahre alte Lemgoer begann sichtlich nervös, wurde aber von seinen Mitspielern auch nach Fehlern immer wieder aufgemuntert. Dank der Treffsicherheit mit jeweils zwei Toren seiner Nebenleute Pascal Hens und Holger Glandorf führte der Titelverteidiger mit 5:1 (8. Minute).

Dann aber hatten sich die Russen besser auf den deutschen Rückraum eingestellt und formierten ihre Abwehr neu. Nach drei Treffern in Serie war der Vorsprung auf ein Tor zusammengeschmolzen. Nach dem 6:5 (15.) beendete Bundestrainer Heiner Brand vorübergehend das WM-Debüt des jungen Strobel und überraschte mit dem Kieler Linksaußen Dominik Klein auf der Spielmacher-Position. Kurz danach ereilte die deutsche Mannschaft wieder das Verletzungspech: Der Magdeburger Rechtsaußen Christian Sprenger musste nach einem Foul mit Verdacht auf Innenbandriss im rechten Knie vom Feld. Eine genaue Untersuchung am Abend sollte Aufschluss über die Schwere der Verletzung bringen.

Mit Klein zog mehr Ruhe ins Spiel ein, doch die Russen ließen sich nicht mehr abschütteln und führten beim 11:10 (23.) erstmals. Erst als der Rekord-Olympiasieger durch drei Zeitstrafen auf drei Feldspieler dezimiert war, enteilte die DHB-Auswahl auf 15:12 (28.) und hielt bis zur Pause einen Ein-Tore-Vorsprung.

In der zweiten Halbzeit kehrte Strobel wieder ins Team zurück und steigerte sich. Mit ihm und dem starken Hens vergrößerte der Weltmeister beim 18:16 (37.) wieder den Vorsprung und zog auf 25:20 (51.) davon, was jedoch nicht zum Sieg reichte.

Wenige Stunden vor dem Auftaktspiel hatte sich nach einem Belastungstest entschieden, dass Kraus noch nicht spielen konnte. "Ein Spiel käme für mich noch zu früh. Ich habe mich hier nur zu 50 Prozent belastet und fühle mich noch nicht richtig sicher", erklärte der 25-jährige Rückraumspieler anschließend. Er hatte sich am vorigen Sonntag im letzten WM-Test gegen Spanien einen Muskelfaserriss in der linken Wade zugezogen.

Zuvor hatte Brand seinen WM-Kader mit 15 von maximal 16 möglichen Spielern gemeldet. Für die Vorrunde verzichtet er zunächst auf den Magdeburger Torhüter Silvio Heinevetter und den Wetzlarer Sven-Sören Christophersen.

Deutschland - Russland 26:26 (15:14). Deutschland: Bitter (Hamburg) - Hens (9/Hamburg), Jansen (7/2/Hamburg), Glandorf (3/Nordhorn), Müller (2/Großwallstadt), Kaufmann (1/Lemgo), Preiß (1/Lemgo), Klein (1/Kiel), Strobel (1/Lemgo), Schröder (1/Hamburg), Sprenger (Magdeburg), Tiedtke (Großwallstadt), Roggisch (Magdeburg) Bester Werfer bei Russland: Rastworzew (5), Igropulo (5) Schiedsrichter: Gjending/Hansen (Dänemark) Zeitstrafen: 5:9 Siebenmeter: 3/2:6/3 Zuschauer in Varazdin: 3500

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(dpa/hum)