Wurst versprochen, Eis verboten: Mit dem Gruppenspiel gegen Russland startet Titelverteidiger Deutschland in die Weltmeisterschaft.
Ein Tag nur noch, es ist Freitag, die Sonne scheint über Varazdin, und am Samstag, das wissen sie, wird es direkt so wichtig: Auftaktspiel gegen Russland (17.30 Uhr, live bei RTL) , und wenn die deutschen Handballer verlieren sollten, haben sie bei dieser WM in Kroatien direkt ein großes Problem. Deshalb angesetzt: nicht öffentliches Training, oder besser: Geheimtraining, um die letzten Tricks zu üben.
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Auf die deutsche Nationalmannschaft um Dominik Klein (hier beim Spiel gegen Frankreich bei der WM 2007) wartet eine schwere Aufgabe. (© Foto: ddp)
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Gemächlich rollt der Bus mit den Handballern zum neu errichteten Hallenkomplex, als wolle er es in punkto Gemächlichkeit mit der Drau aufnehmen, die sich breit und träge neben der Halle zwischen den weißen Ufern hindurchschiebt. Gelassen steigen die deutschen Spieler aus, sie schlendern in die Halle, und leider sehen sie nicht, dass die Kroaten vier Logos neben der Eingangstür angebracht haben, die das Mitführen von brennenden Zigaretten, Hunden, Speiseeis und Schusswaffen verbieten, in dieser Reihenfolge.
Dafür sehen sie bald, dass die kleine Trainingshalle, die sich neben der Haupthalle befindet, von allen Seiten durch einfamilienhausgroße Glasscheiben einsehbar ist und das Geheimtraining also nur halb geheim ist, was bekanntlich heißt: öffentlich. Immerhin: Russen haben dann keine zugesehen, sodass kaum jemand weiß, was die deutschen Handballer alles geübt haben, so kurz, bevor es wirklich ernst wird.
Apropos ernst: Mitten in die geheimen Bemühungen der Handballer hinein verbreitete die Deutsche Presseagentur am Freitag die Nachricht, dass Bundestrainer Heiner Brand sich im Falle der Titelverteidigung über eine lebenslange Versorgung mit Currywurst freuen könne. Demnach habe ein - Zitat - "Fleischunternehmer aus dem Oberbergischen" versprochen, Brand monatlich ein Kilogramm Wurst zu liefern, wenn denn die Deutschen den Titel gewännen.
Vermutlich weiß der umtriebige Fleischunternehmer aus dem Oberbergischen, dass er Brand statt eines Kilos Wurst relativ gefahrlos auch ein Kilo Gold hätte versprechen können, denn es muss als höchstwahrscheinlich gelten, dass die deutsche Mannschaft ihren Titel nicht verteidigt.
Das hat mehrere Gründe, zuerst natürlich den, dass Brand nach Olympia 2008 den Umbruch eingeleitet hat. Dazu gesellt sich das traditionelle Verletzungspech der Deutschen. Es ist nachgerade unheimlich, in welcher Regelmäßigkeit sich wichtige Spieler vor großen Turnieren verletzten, mindestens einer ist es immer, diesmal ist es Michael Kraus.
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