Bundestrainer Brand konnte kaum Erkenntnisse aus der Begegnung ziehen. Immerhin hat sich niemand verletzt, was wichtig ist, da es in den kommenden Partien gegen Norwegen und Serbien-Montenegro ernst wird.

Es gibt sie immer wieder bei Weltmeisterschaften im Handball, diese Spiele, in denen Gegner aufeinander treffen, die auf vollkommen unterschiedlichem Niveau spielen. Das führt zu teilweise grotesken Ergebnissen nach niveauarmen Spielen, die der besseren Mannschaft als Trainingseinheit dienen. Eine solche Einheit absolvierte die deutsche Nationalmannschaft bei der WM in Tunesien am gestrigen Mittwoch gegen Katar, sie gewann 40:15 (20:4).

Anzeige

In Erinnerung wird die Partie dennoch bleiben, denn selten ist Hallenhandball bei derart niedrigen Temperaturen gespielt worden. Sportlich war die Partie vollkommen unwichtig, erschloss sich aus einer Äußerung Florian Kehrmanns vom Dienstag. Da hatte der Rechtsaußen mit Blick auf das Spiel gegen Norwegen am heutigen Donnerstag (20.15 Uhr, DSF) gesagt: ¸¸Wir haben 6:0 Punkte, jetzt haben die anderen den Druck und müssen gegen uns gewinnen." Er hatte die zwei Punkte aus der Partie gegen Katar mit eingerechnet, einen Tag, bevor die Partie gespielt war.

Kehrmann wusste noch nicht, wie kalt es in der Halle sein würde: ¸¸Es war arschkalt", sagte er nach dem Spiel, ¸¸so etwas habe ich noch nie erlebt." Bundestrainer Heiner Brand schätzte die Temperatur in der Halle auf fünf bis acht Grad, Delegationsleiter Horst Bredemeier hat bereits beim Weltverband IHF nachgefragt, ob künftig Heizlüfter aufgestellt werden können. Man erwägt gar eine offizielle Beschwerde. Jedenfalls, sagte Bredemeier, müsse man eine Lösung für das Problem finden. Das Problem ist: Es ist in Tunesien plötzlich sehr, sehr kalt geworden. Damit hatte niemand gerechnet.

Teamarzt Berthold Hallmaier ist besorgt. Er sagte: ¸¸Die Gefahr von Erkältungen und Muskelverletzungen ist jetzt groß, eigentlich ist es unverantwortlich, in so einer kalten Halle zu spielen." Hallmaier hat den deutschen Spielern jedenfalls zur Prophylaxe hohe Dosen von Vitaminpräparaten verordnet. Es soll in den kommenden Tagen noch kälter werden.

Leser empfehlen 
Lesetipp aus der aktuellen SZ: "Ich war nie schuld. Nie. Nie. Nie."

Torwartlegende Sepp Maier im Interview. SZ am Wochenende Jetzt lesen ...