Die Handball-Euphorie hält auch nach der WM weiter an und die Sportart wird bei den Deutschen immer beliebter.
Mittlerweile wird im deutschen Handball richtig viel Geld ausgegeben. Der THW Kiel und der HSV Hamburg stehen dabei nicht nur in der Tabelle der vergangenen Saison an der Spitze, sie haben auch die größten Etats. Beide Klubs planen mit 6,5 Millionen Euro. Die ambitionierte SG Kronau gibt rund sechs Millionen Euro aus, und selbst die winzige HBW Balingen-Weilstetten plant als finanzschwächstes Team mit immerhin 1,5 Millionen Euro. Insgesamt geben die 18 Klubs der ersten Liga 63 Millionen Euro aus, das sind fast 15 Prozent mehr als in der vergangenen Saison. Es kann als sicher gelten, dass es im kommenden Jahr noch mehr sein wird.
Handball-Euphorie nach der WM (© Foto: dpa)
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Viele Sportarten im Schatten des Fußballs träumten nach erfolgreichen Welt- und Europameisterschaften von einem Boom, das ging den Basketballern so, den Hockeyspielern und einst auch den Eishockeyspielern - doch nie kam der Boom. Im Handball, so scheint es, gibt es den Boom nun tatsächlich, was sich nicht nur an den stetig steigenden Etats der Bundesliga ablesen lässt. Die Zuschauerzahlen steigen, immer mehr Klubs ziehen in große Hallen und füllen diese. Zudem wird nicht nur Geld ausgegeben, der Erfolg zieht auch neues Geld an.
Toyota ist als Sponsor der Liga und der Nationalmannschaft eingestiegen, und, deutlichstes Indiz für die neuen Möglichkeiten der Vermarktung des Handballs: Das Privatfernsehen ist auf den Plan getreten. Bei der WM 2009 werden alle Spiele der deutschen Nationalmannschaft bei RTL zu sehen sein, und der Sender hat sich die Rechte nicht gesichert, weil er so ein großes Herz für diesen Sport hat. Handball interessiert die Menschen, was bedeutet: Mit dem Handball lässt sich Geld verdienen.
Die Sportart festigt ihre Position als Nummer zwei in Deutschland, und das ist für alle Beteiligten natürlich eine prima Sache. Es wird mehr Handball im Fernsehen zu sehen sein, was wiederum bedeutet, dass sich noch mehr Geld verdienen lässt. Die ganze Sache hat lediglich einen Haken: Der Terminkalender der Handballer ist grotesk überfüllt; von Januar 2008 bis Januar 2009 stehen eine EM, Olympische Spiele und eine WM auf dem Programm. Jetzt, da die Sportart endlich boomt, wird natürlich niemand mehr auch nur einen Gedanken auf die nötige Verschlankung der Terminpläne verwenden.
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