Handball-Weltverbandspräsident Hassan Moustafa setzt den Ruf seiner Sportart aufs Spiel. Nun droht sogar der Entzug des Olympia-Status.
Normalerweise liebt der Ägypter Hassan Moustafa den Januar, alle zwei Jahre zumindest, denn dann steht mal wieder eine Handball-WM an, und er, der Präsident des Internationalen Handballverbandes (IHF), hält Hof. Manchmal lässt er auf der Ehrentribüne thronartige Gebilde errichten für sich und die Seinen, und er nimmt auf diesen Gebilden tatsächlich Platz. In diesem Januar läuft es allerdings nicht so rund für Moustafa, obwohl am kommenden Freitag in Kroatien die WM beginnt. Grund: Es drohen ihm stürmische Wochen, und es regt sich offener Widerstand gegen seine autokratische Amtsführung.
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Sebastian Preiss (rechts) und die deutsche Handball-Nationalmannschaft spielen ab 16. Januar die WM in Kroatien. (© Foto: Getty)
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Aktuell geht es darum, dass die IHF mehrere Anti-Doping-Bestimmungen nicht erfüllt. Zudem hat sie ihre Anti-Doping-Einheit schlicht aufgelöst. Aufgrund dieser unhaltbaren Zustände hat die medizinische Kommission der IHF sich Ende November getroffen und gesammelt beschlossen, die Arbeit niederzulegen. Der Anti-Doping-Experte Hans Holdhaus berichtet, der Entschluss sei damals einstimmig gefallen, unter anderem auch deshalb, weil es schlicht kein Budget für die Kommission gab.
"Angeblich gab es eins", sagt Holdhaus, "aber wir haben jede Ausgabe vom Präsidenten genehmigen lassen müssen. Das heißt in der Praxis, dass wir schlicht nichts umsetzen konnten von dem, was wir vorhatten. Die Gefahr war, dass wir uns irgendwann hätten fragen lassen müssen: Warum habt ihr nichts gemacht? Und wir können nicht immer sagen: Weil der Präsident es nicht erlaubt. Aber so ist es."
"Die IHF wird diktatorisch geführt"
Moustafa kontrolliert gern alles, was in seinem Verband passiert, nicht nur die Budgets. "Die IHF wird diktatorisch geführt", sagt Holdhaus, "sie ist ein Ein-Mann-Betrieb." So will Moustafa über jede Dopingkontrolle vorab informiert werden. "Ich habe versucht ihm zu sagen, dass das nicht geht, aber es hat nichts genützt. Schon jetzt weiß also jeder, wer in Kroatien wann wo getestet wird. Dann brauche ich gleich gar nicht mehr zu kontrollieren", sagt Holdhaus.
Weiterhin versuchte der Mediziner Moustafa zu erklären, dass auch die IHF Trainingskontrollen einführen muss, weil das der Code der Weltantidopingagentur (Wada) verlangt. "Ich habe ihm gesagt, wir müssen das machen", sagt Holdhaus, "aber er hat gesagt: Nein, das ist rausgeworfenes Geld." Also gibt es derzeit keine Trainingskontrollen bei der IHF? "Es hat noch nie welche gegeben, das ist ja der Wahnsinn", sagt Holdhaus.
Da die IHF also krass gegen die Wada-Bestimmungen verstößt, könnte der Handball aus dem olympischen Programm fallen. Theoretisch zumindest, in der Praxis folgt Drohungen dieser Art seitens des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) kein Handeln; immerhin sind Radsport und Gewichtheben immer noch olympisch. Genau das weiß auch Hassan Moustafa.
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Beim Kassieren (Fernsehrechte und dergl.) sind sie schon ganz gross, aber benehmen sich immer noch wie ein Dorfgesangsverein (wobei ich denen nichts Boeses will).
Professionell sollen die Sportler sein, die Funktionaere wollen nur versorgt und wichtig sein.
Aber aus irgend einem Grund muessen sie ihn ja gewaehlt haben (wahrscheinlich weil er aus dem Handball-Mutterland Aegypten ist).
Schade fuer den Sport!
...so ist das bei dieser korrupten Funktionärsriege immer :-(( Andererseits müssen Dopingkontrollen unabhängig sein, da ist es Quatsch das den Verband tun zu lassen! Damit macht man den Bock zum Gärtner...
Gruss Balldieb
aber leider sind die meisten Sportverbände nicht wirklich besser demokratisch legitimiert. Sie haben zwar oft große Mitgliederzahlen, die alle Verbandsbeiträge abführen müssen, aber eine öffentliche Kontrolle der Amtsführung findet kaum statt und die Präsidenten der internationalen Verbände sichern sich über Seilschaften und Transfergelder zu bestimmten Verbänden ihre macht (Hallo Auch an den Herrn Blatter).
Bei den strukturen kommt es eben immer wieder und ziemlich oft vor, dass solche autokratischen Spinner an die Macht kommen und letztlich ihrem Sport nur Schaden.
Da das IOC auch in erster Linie auf Geld aus ist drohen den finanziell interessanten Sportarten vom IOC auch keine ernsthaften Sanktionen.
Lustiger Laden. Und das ist ein internationaler Verband?