Handball Champions League Unglückliches Aus für Füchse Berlin

Berliner Evgeni Pevnov (li): liegt auch mal quer in der Luft, doch es reicht nicht zum Weiterkommen 

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Erst in den letzten Minuten verlieren die Handballer aus Berlin gegen Madrid. Titelverteidiger THW Kiel steht im Viertelfinale. Tobias Kamke scheidet in Miami aus, Tommy Haas ist weiter - und muss gegen den Weltranglistenersten Novak Djokovic ran. Kevin Volland schießt die U21 zum Testspielsieg gegen Israel.

Sportnachrichten in Kürze

Handball, Champions League: Handball-Bundesligist Füchse Berlin ist unglücklich im Achtelfinale der Champions League gescheitert. Die Berliner unterlagen im Rückspiel gegen den Vorjahresfinalist Atletico Madrid in eigener Halle mit 26:27 (13:14), nachdem die erste Partie in Spanien 29:29 geendet hatte. Am Samstag hatte sich die SG Flensburg-Handewitt gegen Gorenje Velenje aus Slowenien durchgesetzt, der HSV Hamburg war am Donnerstag trotz einer 28:31-Pleite gegen Celje Pivovarna Lasko (ebenfalls Slowenien) in die Runde der letzten Acht eingezogen. In einer von der ersten bis zur letzten Minute packenden Begegnung lagen die Berliner in der mit 9000 Zuschauern ausverkauften Max-Schmeling-Halle Mitte der zweiten Halbzeit mit 19:16 vorne, gaben die Führung aber noch aus der Hand. Sekunden vor dem Abpfiff traf Berlins Bartlomiej Jaszka mit dem letzten Wurf den Pfosten, ein Tor hätte die Füchse ins Viertelfinale gebracht. Bester Werfer der Berliner war Konstantin Igrupulo mit acht Treffern.

Titelverteidiger THW Kiel steht hingegen im Viertelfinale der Handball-Champions-League. Die "Zebras" gewannen das Achtelfinal-Rückspiel gegen den russischen Meister Medwedi Tschechow mit 30:26 (17:10). Damit machte der THW die 35:37-Niederlage aus dem Hinspiel wett. Beste Werfer des Spiels waren mit je sechs Toren der Kieler Christian Sprenger sowie Sergej Schelmenko für die Russen. Schon nach zwölf Minuten hatte Kiel beim 7:4 erstmals den Zwei-Tore-Rückstand aus dem Hinspiel aufgeholt. Nach dem 11:8 (20.) spielte der deutsche Rekordmeister, der sich auf seinen guten Torhüter Thierry Omeyer verlassen konnte, zunächst souverän auf. Sprenger sorgte für eine Zehn-Tore-Führung (23:13/38.). Danach schaltete der Triple-Gewinner der vergangenen Saison einen Gang zurück und der Vorsprung schmolz auf vier Treffer (28:24/57.) zusammen. Dichter aber kam die Mannschaft aus der Nähe von Moskau nicht mehr heran.

Tennis, ATP-Turnier in Miami: Beim ATP-Mastersturnier in Miami hat Tennisprofi Tobias Kamke trotz einer abermals starken Leistung das Achtelfinale knapp verpasst. Der Lübecker verlor am Sonntag in der dritten Runde ein hochklassiges 2:30 Stunden-Match gegen den Österreicher Jürgen Melzer mit 7:6 (7:3), 3:6, 4:6 und schied somit aus. In der Runde zuvor hatte die Nummer 89 der Weltrangliste mit einem glatten Zweisatzsieg gegen den argentinischen Olympiadritten Juan Martin Del Potro noch für die größte Überraschung bei der mit 4,2 Millionen Dollar dotierten Hartplatz-Veranstaltung in Südflorida gesorgt. Mit Tommy Haas hat dennoch ein deutscher Profi die Runde der besten 16 erreicht. Er misst sich im Achtelfinale mit dem serbischen Titelverteidiger und Weltranglisten-Führenden, Novak Djokovic.

Fußball, U21: Die deutsche U21-Nationalmannschaft hat den letzten Test vor der Europameisterschaft bei Endrunden-Gastgeber Israel mit 2:1 (1:1) gewonnen. Matchwinner war Kevin Volland, der in der zweiten Minute der Nachspielzeit den Siegtreffer erzielte. Zehn Wochen vor dem ersten Gruppenspiel gegen die Niederlande (6. Juni) war die Auswahl von DFB-Trainer Rainer Adrion in Tel Aviv spielbestimmend, zeigte aber noch in allen Mannschaftsteilen Schwächen. Lewis Holtby hatte die DFB-Elf in der 36. Minute erstmals in Führung gebracht. Der Kapitän verschoss zunächst einen Handelfmeter, verwertete aber den Abpraller per Kopf. Eyal Golsa gelang in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit der Ausgelich (45.+1) für die teilweise überhart agierenden Israelis. Patrick Herrmann von Borussia Mönchengladbach, der wenige Stunden vor dem Anpfiff von Bundestrainer Joachim Löw für das WM-Qualifikationsspiel der A-Auswahl in Nürnberg gegen Kasachstan nachnominiert worden war, wurde zunächst geschont und kam nur in der letzten halben Stunde zum Einsatz.

Tennis, ATP-Turnier in Miami: Tennisprofi Tommy Haas steht als erster Deutscher im Achtelfinale des ATP-Masters-Turniers in Miami. Zehn Tage vor seinem 35. Geburtstag besiegte der gebürtige Hamburger am Sonntag in der dritten Runde den Ukrainer Alexander Dolgopolow in 77 Minuten mit 6:3, 6:2. Der 18. der Weltrangliste spielte nahezu fehlerfrei und servierte unter anderem 13 Asse. In der Runde der besten 16 kommt es nun zum Duell mit Branchenprimus Novak Djokovic.

Tennisprofi Angelique Kerber ist überraschend in der dritten Runde des WTA-Hartplatz-Turniers von Miami gescheitert. Deutschlands Nummer eins aus Kiel verlor am Sonntag ihr Match gegen die Rumänin Sorana Cirstea in nur 58 Minuten mit 4:6, 0:6. Damit sind alle deutschen Spielerinnen beim mit 4,2 Millionen Dollar dotierten Event in Südflorida ausgeschieden.

Eisschnelllauf-WM: Die Berlinerin Jenny Wolf hat am Sonntag eine Medaille bei den Eisschnelllauf-Weltmeisterschaften in Sotschi um 0,05 Sekunden verpasst. Nach ihren Sprints in 38,16 sowie 37,97 Sekunden beendete sie die Konkurrenz über 500 Meter mit 76,13 Punkten auf Platz vier. Der Sieg ging an Olympiasiegerin und Titelverteidigerin Lee Sang-Hwa aus Südkorea mit 75,34 Punkten (37,69/37,65) vor Beixing Wang aus China (76,03) und der russischen 1000-Meter-Weltmeisterin Olga Fatkulina (76,08). Seriensiegerin Lee hatte in dieser Saison nur gegen Jenny Wolf beim Weltcup-Finale in Heerenveen eine Niederlage einstecken müssen und souverän den Gesamt-Weltcup über 500 Meter gewonnen. Judith Hesse aus Erfurt verpasste vor knapp 2000 Zuschauern in der Adler-Arena auf Rang zwölf eine Platzierung unter den besten Zehn, Jennifer Plate kam bei ihrem WM-Debüt auf Platz 17. Die deutschen Männer sind zum Abschluss ohne Medaille geblieben. Das Trio Alexej Baumgärtner (Chemnitz), Marco Weber (München) und Patrick Beckert (Erfurt) musste sich in 3:48,83 Minuten mit Platz sechs begnügen. Der WM-Titel ging an die favorisierten Niederlande (3:42,03). Die Silbermedaille sicherte sich Südkorea (3:44,59) vor Polen (3:45,22).

Basketball, Dirk Bauermann: Der frühere Basketball-Bundestrainer Dirk Bauermann hat ein erfolgreiches Trainer-Debüt in Litauen gefeiert. Mit Lietuvos Rytas Vilnius gewann der 55-jährige am Sonntagabend vor heimischem Publikum in der VTB United League mit 75:56 gegen den ukrainischen Klub Asowmasch Mariupol. Trotz des Sieges am letzten Spieltag der Liga der zwanzig stärksten Teams aus Osteuropa verpasste Lietuvos Rytas dennoch knapp den Sprung in die Playoffs. Bauermann, der 1994 und von 2003 bis 2011 das deutsche Team betreute, ist seit Mitte der Woche neuer Trainer des fünfmaligen litauischen Meisters.

Wintersport, Skispringen: Die deutschen Skispringer haben zum Abschluss einer starken Saison einen erneuten Podestplatz verpasst. Beim ersten Weltcup-Sieg von Lokalmatador Jurij Tepes landete Severin Freund im slowenischen Planica als bester DSV-Adler nur auf Rang neun. Damit verpasste der Niederbayer auch den erhofften Sprung auf Platz drei des Gesamtweltcups. Michael Neumayer, nach dem ersten Durchgang noch starker Dritter, musste sich mit Rang zehn begnügen. Sieger Tepes flog auf 217 und 214 Meter und gewann mit 425,5 Punkten vor Rune Velta (423,7), der Norwegen mit nur sechs Punkten Vorsprung noch den Sieg in der Nationenwertung vor Österreich brachte. Die Austria-Adler hatten die Länderwertung zuletzt achtmal in Folge für sich entschieden. Rang drei ging an den Slowenen Peter Prevc (422,5).

Der 24 Jahre alte Freund (404,9) beendete den besten Winter seiner Karriere mit 923 Punkten auf Rang vier der Gesamtwertung. Besser war aus deutscher Sicht zuletzt Sven Hannawald in der Saison 2002/2003 als Zweiter. Den Polen Kamil Stoch (953) holte der Rastbüchler aber nicht mehr ein, der Weltmeister wurde in Planica Achter. Der zweimalige Saisonsieger Richard Freitag (366,7) flog im letzten Weltcup der Saison nur auf den 20. Platz. Andreas Wank (Oberhof/326,4) überstand einen Sturz im zweiten Durchgang unverletzt, fiel aber vom 21. auf den 30. und letzten Rang zurück. Andreas Wellinger (Ruhpolding) verzichtete nach seinem heftigen Sturz am Samstag auf den Wettbewerb.

Handball, EHF-Cup: Handball-Bundesligist SC Magdeburg ist auch in seinem letzten Spiel in der Gruppenphase des EHF-Pokals ungeschlagen geblieben. Die bereits als Gruppensieger feststehenden Magdeburger setzten sich beim rumänischen Vertreter Stiinta Bacau/Rumänien 30:29 (16:20) durch und feierten in der sechsten Begegnung ihren fünften Sieg. Bester Werfer beim SCM war Matthias Musche mit acht Toren. Wie der dreimalige Titelträger Madgeburg hatten auch die Rhein-Neckar Löwen und FA Göppingen vorzeitig den Einzug ins Viertelfinale geschafft. Die Viertelfinalspiele finden am 20./21. sowie 27./28. April statt. Die Auslosung erfolgt am Dienstag (11.45 Uhr) in Wien.

Handball, Bundesliga: Handball-Bundesligist HSV Hamburg darf weiter auf den erneuten Einzug in die Champions League hoffen. Die Hanseaten gewannen am 25. Spieltag problemlos mit 33:21 (15:12) gegen Abstiegskandidat GWD Minden und rückten mit nunmehr 35:13 Punkten auf Rang fünf mit nur noch zwei Zählern Rückstand auf den Tabellenvierten Füchse Berlin (37:13) vor. Der TSV Hannover-Burgdorf (35:15) dagegen fiel durch ein 29:29 (11:16) gegen HSG Wetzlar auf Rang sechs zurück. Minden bleibt mit 11:39 Punkten auf dem letzten Nichtabstiegsplatz vor dem TV Neuhausen, der gegen den TuS-N-Lübbecke 27:28 (13:15) unterlag. In Hamburg war der Däne Hans Lindberg mit zwölf Treffern überragender Spieler des HSV, der am Donnerstag trotz einer 28:31-Pleite gegen Celje Pivovarna Lasko ins Viertelfinale der Champions League eingezogen war.