Kurz nach dem verlorenen Champions-League-Finale trösten sich die Spieler des THW Kiel mit dem vorzeitigen Gewinn der deutschen Meisterschaft. Der Trainer will aber auf die Party verzichten.

Drei Tage nach dem verpassten Champions-League-Triumph haben sich die Handballer des THW Kiel mit dem Gewinn der 14. deutschen Meisterschaft getröstet und mit einem Schützenfest das fünfte Double der Vereinsgeschichte vorzeitig perfekt gemacht. Der Pokalsieger setzte sich am vorletzten Bundesligaspieltag bei FA Göppingen in Stuttgart klar mit 43:31 (21:14) durch und ist beim Saisonfinale am Wochenende nicht mehr von der Tabellenspitze zu verdrängen.

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Sprung zum 14. Meistertitel: Filip Jicha und der THW Kiel. (© Foto: dpa)

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Hinter dem THW folgt der Nordrivale SG Flensburg-Handewitt (54:12 Punkte) nach einer 27:31 (10:16)-Niederlage bei den Rhein-Neckar Löwen mit fünf Zählern Rückstand auf Platz zwei. Die Löwen (50:16) wahrten durch den Erfolg ihre theoretische Chance auf den Einzug in die Champions League, da der HSV Hamburg (52:14) mit 29:31 (17:15) bei EHF-Cup-Sieger HSG Nordhorn unterlag. Das Torverhältnis spricht allerdings für Hamburg (+165) gegenüber den Löwen (+128). Der VfL Gummersbach setzte sich unterdessen im Duell der Altmeister beim TV Großwallstadt 42:38 (22:17) durch und festigte Rang sechs.

In Göppingen waren die Kieler unterdessen in Jubelstimmung. "Das war eine super Saison mit der Meisterschaft, dem Pokalsieg und dem Finale in der Champions League. Es ist zwar noch ein bisschen Frust wegen der Niederlage in der Champions League da, aber die Mannschaft hat Charakter gezeigt", sagte THW-Manager Uwe Schwenker.

Bester Werfer: Mal wieder Karabatic

Vor 6200 Zuschauern in der ausverkauften Stuttgarter Arena besiegelte Nikola Karabatic (9/2 Tore) als bester Kieler Werfer den 29. Sieg der "Zebras" im 33. Bundesligaspiel der Saison und den vierten Meistercoup in Folge. Bereits Minuten vor dem Schlusspfiff der einseitigen Partie bejubelte die Kieler Ersatzbank die Titelverteidigung, nach dem Spielende tanzten die Spieler ausgelassen auf dem Parkett.

Coach Noka Serdarusic, der seine Trainerkarriere beim THW nach der nächsten Saison offenbar beenden will, baute seine Titelsammlung seit seinem Amtsantritt 1993 auf nunmehr 25 Trophäen aus. Für Göppingen traf Nikola Manojlovic (10) am besten.

"Zigarette in meiner Kabine"

Die Kieler zeigten sich drei Tage nach der bitteren Pleite im Finalrückspiel der Königsklasse gegen das spanische Starensemble von Ciudad Real (25:31) bestens erholt. Nur zu Beginn der Partie offenbarte der Rekordmeister einige Unsicherheit. Doch nach der Einwechslung von Keeper Mattias Andersson für Thierry Omeyer in der 16. Minute stabilsierte sich die THW-Deckung zusehends.

Einen 6:8-Rückstand (10.) wandelte die Serdarusic-Sieben binnen 13 Minuten in eine 17:10-Führung um. Nicht zuletzt, weil der französische Superstar Karabatic immer stärker wurde und der schwedische Linksaußen Lundström, der früh für den schwachen Weltmeister Dominik Klein kam, seine Tempogegenstöße gnadenlos ausnutzte. Auch nach dem Wechsel setzte der Topfavorit das muntere Scheibenschießen fort und geriet gegen die völlig chancenlosen Schwaben nie mehr in Gefahr.

Bei der Meisterparty am Wochenende auf dem Kieler Rathausbalkon will Serdarusic allerdings seinen Profis den Vortritt lassen. "Die haben großen Spaß dabei, auch ohne mich. Ich war so oft dort, ich kenne das und genieße das ganze lieber bei einem Bier und einer Zigarette in meiner Kabine", kündigte der 57-jährige Serdarusic vor dem letzten Saisonspiel am Samstag gegen die HSG Wetzlar an.

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(sid/hum)