Handball-Bundesliga Flensburger überraschen Kiel

Der Flensburger Anders Eggert jubelt nach einem erzielten Tor seiner Mannschaft.

(Foto: dpa)

Im Nord-Duell der Handball-Bundesliga überrumpelt Flensburg den Tabellenzweiten Kiel, der Tennisspieler Rafael Nadal muss seine Rückkehr nach langer Verletzungspause weiter vertagen, Magdalena Neuner würde nicht einmal für viel Geld mit Biathlon weitermachen, in der NBA gewinnt Miami das Spitzenspiel, Nowitzkis Comeback endet mit einer Niederlage.

Sportnachrichten in Kürze

Handball, Bundesliga: Der THW Kiel geht nach der überraschenden zweiten Saisonniederlage nur als Zweiter hinter den Rhein-Neckar Löwen in die sechswöchige Handball-WM-Pause. Im letzten Spiel des Jahres kassierte der Titelverteidiger und deutsche Rekordmeister am Mittwoch in der Bundesliga beim Nord-Rivalen SG Flensburg-Handewitt eine herbe 29:35 (14:19)-Pleite. Kiel rangiert damit zwei Punkte hinter Spitzenreiter Rhein-Neckar Löwen, der MT Melsungen mit 27:22 (14:11) bezwang. Der Tabellendritte Flensburg legte den Grundstein für den Prestigesieg mit einer souveränen ersten Halbzeit. Matchwinner bei Flensburg war Torhüter Mattias Andersson. Vor 6300 Zuschauern trafen Holger Glandorf (9) und Anders Eggert (8/2) am besten beim Gastgeber. Filip Jicha (9/3) warf die meisten Tore für Kiel.

Auf dem vierten Rang bleiben die Füchse Berlin, die vor 7379 Zuschauern in der heimischen Max-Schmeling-Halle Neuling TV Neuhausen mit 36:25 (21:15) besiegten. Als Überraschungsteam hat sich der TSV Hannover-Burgdorf nach einem 37:31 (17:14) gegen den TuS N-Lübbecke auf dem fünften Platz etabliert. Ex-Meister HSV Hamburg hat erneut nur mit Glück einen Punktverlust verhindert. Hans Lindberg sorgte mit seinem zehnten Treffer in der Schlussminute für den 31:30 (16:17)-Erfolg beim abstiegsbedrohten TV Großwallstadt. Der SC Magdeburg setzte sich gegen den Tabellenletzten TuSEM Essen mit 35:25 (14:12) durch.

Er muss weiter warten: Rafael Nadal kehrt noch nicht auf den Tennisplatz zurück.

(Foto: AFP)

Tennis, Rafael Nadal: Der Weltranglistenvierte Rafael Nadal hat seine in dieser Woche in Abu Dhabi geplante Rückkehr wegen eines Magen-Darm-Infekts am Dienstag kurzfristig abgesagt. "Es war alles okay, und ich war heiß darauf, am Wochenende zu spielen", ließ er via Facebook und Twitter wissen: "Die Ärzte haben mir aber die Teilnahme in Abu Dhabi verboten, weil ich einen fiebrigen Magen-Darm-Infekt habe." Er sei sehr enttäuscht, sagte der 26-jährige Spanier, der wegen seines lädierten linken Knies die letzten sechs Monate pausieren musste: "Meine Reha verlief gut, mein Knie fühlt sich gut an." Bei einer Pressekonferenz am Montag hatte er den Zustand des Gelenks noch als "nicht so toll, nicht perfekt" beschrieben. Nadal sollte bei dem Einladungsturnier in Abu Dhabi am Freitag auf den britischen US-Open-Sieger Andy Murray oder den Serben Janko Tipsarevic treffen.

Seit seiner Zweitrunden-Niederlage gegen den Tschechen Lukas Rosol Ende Juni in Wimbledon hat Nadal kein offizielles Match mehr gespielt. Entsprechend vorsichtig formulierte er seine Pläne für die nächsten Wochen. "Meine Ziele sind nicht Abu Dhabi, Doha in der kommenden Woche oder die Australian Open. Mein Ziel ist es, gesund zu bleiben, das Gefühl auf dem Platz wiederzufinden und bei den US-Turnieren im Frühjahr und der europäischen Sandplatz-Tournee wieder in Topform zu sein." Er selbst erwarte keine Wunderdinge von sich: "Also tut ihr alle das bitte auch nicht."

Wesley Sneijder, Wechsel: Der niederländische Vizeweltmeister wechselt nach Medienberichten im Januar 2013 von Inter Mailand zu Tottenham Hotspur. Das meldet der US-Fernsehsender ESPN. Sneijder soll dem ehemaligen Klub von HSV-Spieler Rafael van der Vaart schon zugesagt haben und einen Vertrag bis zum Sommer 2015 erhalten. Nur die beiden Vereine müssen sich noch einigen. Die Transfersumme soll 15 Millionen Euro betragen. Der 28-Jährige wird nach Aussagen von Inter-Trainer Andrea Stramaccioni aus taktischen Gründen nicht mehr aufgestellt. Eingeweihte sagen jedoch, dass der Mittelfeldregisseur einen neuen Vertrag zu schlechteren Bedingungen abgelehnt habe und deshalb von Inter auf das Abstellgleis geschoben worden sei. Inter hatte Sneijder vorgeschlagen, den 2015 auslaufenden Vertrag bis Mitte 2017 zu verlängern. Gleichzeitig wollte der 18-malige italiensche Meister Sneijders Jahresgehalt ab sofort von sechs auf vier Millionen Euro kürzen. In der aktuellen Saison hat Sneijder erst fünfmal für Inter in der Serie A gespielt, zuletzt am 26. September. 2009 wechselte er von Real Madrid zu Inter Mailand. Den Rat nach London zu ziehen, habe Sneijder von seinem Freund und Landsmann van der Vaart erhalten. Van der Vaart stand vor seinem Wechsel zum Hamburger SV zwei Jahre bei den Spurs unter Vertrag.

Handball, Bundesliga: Die Rhein-Neckar Löwen haben sich mit einem Erfolgserlebnis in die sechswöchige WM-Pause verabschiedet. Gegen die MT Melsungen siegte das Team von Trainer Gudmundur Gudmundsson am Zweiten Weihnachtstag mit 27:22 (14:11) und sicherte sich damit vorerst die Tabellenführung (35:3 Punkte). Der deutsche Meister THW Kiel (33:3) hatte am Abend jedoch die Möglichkeit, sich mit einem Sieg im Topspiel bei der SG Flensburg-Handewitt wieder an die Spitze zu setzen. Nach einer über weite Phasen ausgeglichenen ersten Hälfte dominierten die Löwen besonders zu Beginn des zweiten Durchgangs, als der Vorsprung auf zwischenzeitlich acht Punkte ausgebaut wurde. Bester Werfer der Hausherren war Andy Schmid (6 Treffer), Melsungen hatte in Savas Karipidis und Michael Allendorf (beide 5) seine erfolgreichsten Schützen. Die WM in Spanien findet vom 11. bis 27. Januar statt. Die Auswahl des Deutschen-Handballbundes (DHB) trifft zum Auftakt am 12. Januar (16.00 Uhr) in Granollers auf Brasilien. Die Vorbereitung auf das Turnier beginnt mit einem Lehrgang in Steinbach am Donnerstag.

Eishockey, DEL: Die Eisbären haben sich mit viel Mühe den dritten Sieg in Serie gesichert. Am Mittwoch besiegte der Titelverteidiger Wolfsburg erst in der Verlängerung mit 5:4 (2:0, 1:2, 1:2/1:0). Mann des Tages war am zweiten Weihnachtsfeiertag NHL-Topstar Daniel Brière, der in der Verlängerung das Siegtor erzielte. Berlin hat als Tabellen-Fünfter (51 Punkte) in der Deutschen Eishockey-Liga jetzt noch neun Punkte Rückstand auf Tabellenführer Mannheim (60). Gegen den DEL-Vorletzten Grizzly Adams hatten die Berlin mehr Probleme als erwartet. Durch Tore von André Rankel (8.) und Laurin Braun (11.) stand es zwar früh 2:0, doch mit der scheinbar beruhigenden Führung im Rücken agierten die Eisbären zunehmend sorgloser. Wolfsburg kam besser ins Spiel und durch Kai Hospelt (22.) sowie Matthew Dzieduszycki (30.) bei einem Gegentreffer von Mark Katic (27.) den Gastgebern vor 13.900 Fans bedrohlich nahe. Selbst das 4:2 durch NHL-Star Brière brachte die Souveränität des Meisters nicht mehr zurück. Norman Milley (45.) und Christoph Hohenleitner (56.) sorgten in der regulären Spielzeit noch für den Wolfsburger Ausgleich. "Wir haben ab dem zweiten Drittel nicht hart genug gearbeitet", ärgerte sich Stürmer Mads Christensen über den verschenkten Punkt. Den Sieg in der Verlängerung sicherte schließlich der Kanadier Brière (63.) mit seinem zweiten Treffer.

Magdalena Neuner, Comeback: 50 Millionen Euro - selbst mit einem Angebot in schwindelerregender Höhe könnte man Magdalena Neuner nicht zurück in den Biathlon-Zirkus locken. "Das liegt daran, dass ich kein materialistischer Mensch bin. Ich gucke schon auf meine Existenz, klar. Aber Glück kann man sich nicht erkaufen. Und Zufriedenheit. Und ich bin sehr zufrieden, so wie es momentan ist", sagte die Rekordweltmeisterin in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa. Am Samstag steigt ihr Abschiedsrennen Auf Schalke. Auch der Bundestrainer-Job lockt die zweifache Olympiasiegerin "definitiv" nicht, obwohl sie ihren ersten Trainer-Schein gemacht hat. "Es ist ein Riesenunterschied, als Kindertrainerin im Skiclub zu arbeiten oder als Bundestrainerin. Wo es wirklich wieder um Leistung, um Geld, um was weiß ich alles geht. Ich bin jetzt raus aus diesem professionellen Biathlon-Zirkus und das ist gut so." Irgendwann einmal will sie Kinder trainieren. "Das wäre so ein Traum", sagt sie. Im Moment fehlt Zeit. Auch Hochzeitspläne mit ihrem Freund gibt es noch nicht. "Wir haben ja auch keinen Stress, uns treibt nichts dazu, unbedingt schnell heiraten zu müssen. Alles kommt zu seiner Zeit und irgendwann wird sich der richtige Zeitpunkt finden. Und das überlasse ich ihm, dass er ihn findet. Da bin ich konservativ."

FC Bayern, Trainerstab: Matthias Sammer hat für die Zukunft einen Wechsel des fast kompletten Trainerstabs, wie zuletzt unter der Regie von Louis van Gaal, ausgeschlossen. "Das darf und wird es nicht mehr geben. Der Verein muss die Konstante sein. Natürlich: Die Qualität muss abgesichert sein durch den Trainer, der mit seinem Vertrauensmann arbeiten kann, trotzdem muss es noch eine Co-Trainer-Konstante geben", sagte Sammer dem kicker. Van Gaal oder zuvor auch Jürgen Klinsmann hatten rund ein halbes Dutzend Vertrauter in der Trainingsarbeit installiert. Sammer betonte in dem Interview, dass "immer wieder zu hinterfragen" sei, "ob der Anspruch des Clubs, und das ist nun mal die Weltspitze, immer und überall erfüllt wird. Die Analyse zeigt, dass wir uns sehr wohl Gedanken machen müssen. Klar, es ist eine sehr wichtige Frage, wer Trainer ist. Aber alles drumherum müssen wir stärker herausarbeiten. Egal, wer Trainer sein wird, er findet den FC Bayern vor", sagte der Sportvorstand. Nach einem halben Jahr beim FC Bayern zeigte sich Sammer "zufrieden, dass ich mit meiner Familie diesen Schritt gewählt habe, und auch dankbar für die sechs Jahre beim DFB. Ich genieße jeden Tag beim FC Bayern".

Basketball, NBA: Titelverteidiger Miami hat das Topspiel gegen die Oklahoma City Thunder gewonnen. Die Heat siegten am Dienstag (Ortszeit) in einer Neuauflage der Endspielserie der vergangenen Saison mit 103:97. Bester Werfer bei den Gastgebern war LeBron James mit 29 Punkten. Bei Oklahoma kam Kevin Durant auf starke 33 Zähler, der Olympiasieger konnte die sechste Niederlage des Vizemeisters aber auch nicht verhindern. Im zweiten Spitzenduell kamen die Los Angeles Lakers zu einem 100:94-Erfolg gegen die New York Kicks. Kobe Bryant sorgte mit 34 Punkten für Festtagsstimmung im Staples Center. Die Lakers stehen aktuell aber weiter im Schatten des Stadtrivalen Los Angeles Clippers. Die Clippers gewannen gegen die Denver Nuggets mit 112:100 und holten damit den 14. Sieg in Serie. Dirk Nowitzki verbrachte den ersten Weihnachtsfeiertag im Kreise seiner Familie. Der 34-Jährige hatte am Tag vor Heiligabend überraschend sein Comeback gefeiert, die klare 91:129-Pleite der Mavs aber auch nicht abwenden können. Dallas-Coach Rick Carlisle war nach der schwachen Vorstellung seines Teams so erbost, dass er die Spieler auch am Heiligabend zum Training in die Halle bestellte. Dallas spielt am Donnerstag (Ortszeit) in Oklahoma.

Werder Bremen, Ivan Perisic: Nach der Verpflichtung von Trainer Dieter Hecking plant Wolfsburgs Manager Klaus Allofs offenbar auch seine ersten Spielertransfer. Nach Informationen der Wolfsburger Nachrichten soll Allofs an dem kroatischen Fußball-Nationalspieler Ivan Perisic von Borussia Dortmund interessiert sein. Der 23-Jährige kommt beim deutschen Meister nicht über die Rolle des Reservisten hinaus und soll bereits in der Winterpause wechseln können. Allofs wollte sich auf Anfrage der Wolfsburger Nachrichten nicht äußern.

1. FC Nürnberg, Michael Wiesinger: Beim "Club" will Michael Wiesinger an die Arbeit von Dieter Hecking anknüpfen. "Dieter Hecking hat, was das Team betrifft, ein stabiles Gebilde hinterlassen, das positiv dasteht. Die Mannschaft ist intakt, insofern sehen wir es als unsere Aufgabe, die Arbeit fortzuführen. Wir haben unter Dieter Hecking gearbeitet, seine Philosophie mitgetragen, insofern ist es logisch, dass wir nicht alles herumdrehen und in eine andere Richtung gehen werden", sagte Wiesinger in einem gemeinsamen Interview mit Trainergespann-Mann Armin Reutershahn auf der Internetseite des Vereins. "Dennoch habe ich auch eigene, klare Ideen und Vorstellungen, die ich umsetzen will und die in die tägliche Trainingsarbeit einfließen werden. Wir sind sicher, mit einer funktionierenden Mannschaft in der Rückrunde erfolgreich zu sein und die Ziele des 1. FC Nürnberg erreichen zu können", ergänzte Wiesinger. Gemeinsam mit Reutershahn soll Wiesinger ähnlich wie bei Bayer Leverkusen durch Sami Hyypiä und Sascha Lewandowski als Gespann zusammenarbeiten. "Das Leverkusener Modell mit zwei Chef-Trainern zeigt, dass man auch im Team erfolgreich arbeiten kann", sagte Reutershahn.

Basketball, Bundesliga: Die Telekom Baskets Bonn haben den Amerikaner Marqus Blakely bis zum Saisonende verpflichtet. Der 24 Jahre alte Forward stand zuletzt bei den Los Angeles Clippers aus der NBA unter Vertrag. Allerdings verließ Blakely den Klub Mitte Oktober, ohne ein Saisonspiel für die Clippers absolviert zu haben. "Marqus ist das fehlende Stück in unserem System. Ein Spieler, der sich über seine Intensität, Athletik und Verteidigung definiert. Marqus ist ein Spieler, der den Scoutingbogen nicht nur mit Punkten füllt, sondern in allen Kategorien Zahlen schreibt", sagte Trainer Michael Koch. Blakely nimmt den Platz von Patrick Ewing Jr. ein. Die Bonner hatten sich in der vergangenen Woche mit dem Sohn der gleichnamigen NBA-Legende auf eine Vertragsauflösung geeinigt.

Uefa, Rassismus: Die Uefa hat gegen die von der verbandseigenen Kontroll- und Disziplinarkammer verhängten Sanktionen gegen den serbischen Verband FFS Berufung eingelegt. Die Uefa hatte den FFS mit einer Geldstrafe von 80.000 Euro belegt und die U21-Auswahl zu zwei Begegnungen vor leeren Rängen verurteilt, nachdem britische Juniorenspieler nach einem 1:0-Sieg und der erfolgreichen Qualifikation für die U21-EM von serbischen Spielern attackiert wurden. Außerdem wurde bei der Partie Mitte Oktober in Krusevac der dunkelhäutige Danny Rose während und nach der Partie von Zuschauern rassistisch beleidigt. Der englische Verband FA hatte das Urteil harsch kritisiert. "Wir sind von den Uefa-Sanktionen enttäuscht. Rassismus ist inakzeptabel und sollte keinen Platz im Fußball haben. Und wir sind der Meinung, dass die Strafen keine klare Ansage sind", wurde Generalsekretär Alex Horne in einer Stellungnahme der FA zitiert. Rio Ferdinand von Manchester United hatte beklagt, dass die Uefa das Rassismusproblem nicht ernst nehme.

TSG Hoffenheim, Transfer: Bundesligist 1899 Hoffenheim ist auf der Suche nach Verstärkungen für den Abstiegskampf offenbar in Südamerika fündig geworden. Das peruanische Talent Junior Ponce soll nach einem Bericht der einheimischen Fachzeitung Depor von Alianza Lima zu Beginn des neuen Jahres zu den Kraichgauern wechseln, nachdem der 18 Jahre alte Offensivspieler bereits den Medizincheck ohne Beanstandungen absolviert hat. Über die vermeintliche Laufzeit von Junior Ponces Vertrag in Hoffenheim machte das Blatt keine Angaben, spekulierte allerdings aufgrund des noch bis 2015 laufenden Vertrages des U20-Nationalspielers in Lima über eine Ablöse "in angemessener Höhe". Junior Ponce wäre in Hoffenheim die erste Neuverpflichtung des in der Vorwoche angetretenen Cheftrainers Marco Kurz.