Handball Bestechungsvorwürfe gegen den THW Kiel

Ging beim Champions-League-Finale 2007 zwischen Kiel und Flensburg nicht alles mit rechten Dingen zu? Gegen die Kieler liegen offenbar Vorwürfe vor.

Dem deutschen Handball droht ein Bestechungsskandal. Die Handball-Bundesliga (HBL) kommt am Montagabend in Hamburg mit Präsidiums- und Aufsichtsratsmitgliedern zu einer Sitzung zusammen, bei der Bestechungsvorwürfe gegen Rekordmeister THW Kiel im Champions-League-Finalrückspiel 2007 gegen die SG Flensburg-Handewitt das Thema sind. Einen entsprechenden Bericht des Flensburger Tageblatts bestätigte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann dem Sport-Informations-Dienst (sid).

"Wir nehmen die Sache sehr ernst und wollen schnellstmöglich aufklären", sagte Bohmann dem sid. Er wisse, dass es diese Vorwürfe gebe, Belastendes liege ihm aber derzeit nicht vor, so Bohmann.

Hintergrund des Vorgangs soll eine Selbstanzeige des damaligen THW-Trainers Noka Serdarusic sein. Serdarusic musste im vergangenen Sommer nach Differenzen mit THW-Manager Uwe Schwenker seinen Posten auf der Kieler Trainerbank räumen. Schwenker war am Sonntag zu einer Stellungnahme nicht zu erreichen.

Kiel hatte das Finalrückspiel nach einem 28:28 im Hinspiel in eigener Halle 29:27 gewonnen. Nach dem Rückspiel war allerdings niemals öffentlich Kritik an der Leistung der polnischen Schiedsrichter Baum/Goralczyk geäußert worden.

Der THW Kiel ist einer der erfolgreichsten deutschen Handball-Vereine. Er wurde 14 Mal deutscher Meister sowie je fünf Mal Pokalsieger und Supercupsieger. Auch international feierte er etliche Erfolge: Neben dem Champions-League-Sieg 2007 konnte er auch drei Mal den EHF-Pokal und einmal die Vereinseuropameisterschaft gewinnen.