Die "Affäre Kiel" spitzt sich immer weiter zu: Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Untreue - und hat auch Ex-Trainer Noka Serdarusic im Visier.

Die Staatsanwaltschaft Kiel hat im Zusammenhang mit den Manipulationsvorwürfen gegen Handball-Rekordmeister THW Kiel ein Ermittlungsverfahren gegen THW-Geschäftsführer Uwe Schwenker wegen Verdachts der Untreue und gegen den früheren Kieler Trainer Noka Serdarusic wegen Beihilfe dazu eingeleitet. Aufgrund richterlicher Beschlüsse gab es am Sonntag durch Mitarbeiter des Landeskriminalamtes und der Staatsanwaltschaft Kiel Durchsuchungen an mehreren Orten. Das teilte die Behörde am Montag mit.

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Kommen immer stärker in Bedrängnis: Uwe Schwenker (l.), Manager des THW Kiel und sein ehemaliger Trainer Noka Serdarusic. (© Foto: Getty)

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Nach Recherchen des Nachrichtenmagazins Der Spiegel soll der THW Kiel bei mindestens zehn Champions-League-Spielen Schiedsrichter bestochen und sich auch den Finalsieg in der Königsklasse 2007 über die SG Flensburg-Handewitt mit 96.000 Euro erkauft haben.

Das Magazin stützt sich auf Informationen aus dem Umfeld des Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen. Demnach existiert ein protokollierter Beschluss der Löwen-Gesellschafter, in dem diese davon ausgehen, dass Schwenker und Serdarusic Schiedsrichter bestochen haben sollen.

Schwenker hatte am Sonntag seinerseits angekündigt, rechtliche Schritte gegen Personen einzuleiten, die solche "verleumderischen Gerüchte erfinden oder verbreiten". Um sich in vollem Umfang gegen die Anschuldigungen zu wehren, hatte Schwenker den THW um Urlaub gebeten. "Dem haben wir natürlich zugestimmt", sagte THW-Gesellschafter Georg Wegner am Sonntagabend.

Der Erfolgsklub hatte die Kieler Staatsanwaltschaft am Wochenende gebeten, alle erforderlichen Ermittlungsmaßnahmen einzuleiten. "Der THW Kiel wird alles zur Unterstützung der Ermittlung Notwendige beitragen", erklärte Wegner dazu.

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(sid/hum)