Wegen Bestechungsvorwürfen ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Manager Schwenker und den früheren Trainer Serdarusic.
Bei der morgendlichen Zeitungslektüre musste der Kieler Oberstaatsanwalt Uwe Wick am Montag schmunzeln. Er las in den Kieler Nachrichten: "THW schaltet Staatsanwaltschaft ein". Zu diesem Zeitpunkt hatte sich die Staatsanwaltschaft längst selbst eingeschaltet, um wegen der Bestechungsvorwürfe gegen den THW Kiel zu ermitteln. Tatsächlich hatte sich der THW-Gesellschafter Georg Wegner am Sonntag bei der Staatsanwaltschaft gemeldet, "aber man brauchte uns nicht zu bitten, in dieser Sache zu ermitteln", sagt Wick.
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Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den ehemaligen Kieler Trainer Noka Serdarusic. (© Foto: ddp)
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Der Anfangsverdacht hatte sich laut Wick Ende vergangener Woche erhärtet, am Wochenende entschied die Kieler Staatsanwaltschaft, ein Ermittlungsverfahren gegen THW-Manager Uwe Schwenker wegen des Verdachts der Untreue einzuleiten - und gegen den ehemaligen Trainer Noka Serdarusic wegen des Verdachts der Beihilfe zur Untreue. Am Sonntag haben Mitarbeiter von Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt die THW-Geschäftsstelle sowie mehrere Privatwohnungen durchsucht. Das dabei beschlagnahmte Material wird nun ausgewertet.
Die Ermittler suchen nach Beweisen für den Vorwurf, der THW Kiel habe seit dem Jahr 2000 mindestens zehn Spiele in der Champions League verschoben, indem er die Schiedsrichter bestochen habe. Dieser Vorwurf ergibt sich laut eines Berichts des Magazins Spiegel aus einem Gesellschafterbeschluss der Mannheimer Rhein-Neckar Löwen, in dem protokolliert ist, warum der Klub Abstand nahm von der Verpflichtung Serdarusic' als Trainer.
Dieser, so heiße es in dem Protokoll, habe dem Löwen-Manager Thorsten Storm, dem Gesellschafter Jesper Nielsen sowie dem Rechtsanwalt des Klubs von Bestechungen der Kieler erzählt, er habe sogar Belege dafür gezeigt, unter anderem Kontoauszüge. Zudem habe Schwenker bei einem Treffen mit Nielsen in Zagreb Bestechungen zugegeben; bei diesem Gespräch war auch der THW-Gesellschafter Hubertus Grote anwesend, der Geschäftsführer der Kieler Nachrichten ist.
Schwenker und Serdarusic bestreiten alle Vorwürfe. Schwenker hat zudem angekündigt, rechtliche Schritte einzuleiten "gegen Personen, die solche verleumderischen Gerüchte erfinden oder verbreiten". Bei dem Gespräch in Zagreb sei über Bestechungs-Gerüchte gesprochen worden; diese habe man zurückgewiesen.
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Ich dachte, das "Ehrenwort" Schwenkers reichte?