Von Christian Zaschke

Nun geht es schon um angeblich zehn manipulierte Spiele: Die Vorwürfe gegen den THW Kiel werden konkreter - und die Dementis energischer.

Die Affäre um Bestechungsvorwürfe gegen den deutschen Handball-Meister THW Kiel wird stetig turbulenter. Zum einen gibt es neue, konkrete Vorwürfe, zum anderen bahnt sich innerhalb der Handball-Bundesliga (HBL) eine Auseinandersetzung darüber an, wie diese Vorwürfe zu bewerten sind. HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann sagt: "Es gibt neue Informationen, die wir bisher nicht kannten."

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Uwe Schwenker (links) und Noka Serdarusic wehren sich gegen die neuen Manipulationsvorwürfe. (© Foto: Getty)

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HBL-Präsident Reiner Witte hingegen sagt: "Das ist alles das, was wir behandelt haben. Das sind nur neue Gerüchte und Spekulationen." Witte, der als THW-nah gilt, hatte die Angelegenheit bereits in der vergangenen Woche zweimal für erledigt erklärt. Vorangegangen waren jeweils längere Sitzungen, einmal eine informelle am Montag, einmal eine des Präsidiums am Mittwoch, auf der die Vorwürfe gegen den THW Kiel erörtert wurden.

Beide, Bohmann wie Witte, beziehen sich auf einen Bericht des Nachrichtenmagazins Spiegel, das den ehemaligen Kieler Trainer Noka Serdarusic als Quelle der Vorwürfe nennt und sich dabei auf einen Gesellschafterbeschluss der Mannheimer Rhein-Neckar Löwen vom 17.Februar dieses Jahres beruft.

Serdarusic sollte im kommenden Sommer Trainer der Mannheimer werden, die Gesellschafter beschlossen jedoch, von der Zusammenarbeit abzusehen. Grund sei, dass Serdarusic erläutert habe, er habe mit dem THW Kiel zehn Spiele der Champions League verschoben, indem Schiedsrichtern Geld gezahlt worden sei, darunter das Finale 2007, das der THW gegen die SG Flensburg-Handewitt gewann.

Laut des Protokolls der Rhein-Neckar Löwen habe THW-Manager Uwe Schwenker zudem in einem Gespräch mit dem Mannheimer Gesellschafter Jesper Nielsen in einem Hotel in Zagreb die Bestechung eingeräumt. Darüber hinaus hätten sich Nielsen, Löwen-Manager Thorsten Storm und der Rechtsanwalt der Löwen mit Serdarusic und dessen Frau Mirjana in deren Kieler Haus getroffen. Dort hätten die beiden ausführlich über Bestechungen gesprochen und auch Belege gezeigt. Für das Champions-League-Finale seien insgesamt 96000 Euro gezahlt worden, habe Serdarusic gesagt.

Schwenker habe noch bei anderer Gelegenheit zugegeben, dass der THW Kiel 2007 bestochen habe. Der Spiegel berichtet von einem Treffen im Sommer 2007, das auf Mallorca stattgefunden haben soll, auf der Finca von Andreas Rudolph, dem Präsidenten des HSV Hamburg. Anwesend seien unter anderem Rudolph, Schwenker, dessen Ehefrau und der Handball-Funktionär Gerd Butzeck gewesen.

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