Hamburger SV "Wir bilden uns nicht ein, dass uns eine ruhige Serie bevorsteht"

Bruno Labbadia kämpft nach der Vorbereitung mit vielen Verletzten.

(Foto: Alex Grimm/Getty Images)
  • Nach der vergleichsweise erfolgreichen Hinrunde des Hamburger SV verlief die Winter-Vorbereitung alles andere als optimal.
  • Mehere Stammspieler sind verletzt, zum Auftakt kommt ausgerechnet der FC Bayern.
Von Jörg Marwedel

Am vergangenen Sonntag musste Dietmar Beiersdorfer bei der Mitglieder-Versammlung des Hamburger SV diese Zahl erklären: 16,9 Millionen Euro. Dies war das Minus im abgelaufenen Geschäftsjahr der HSV Fußball AG. Man befinde sich aber nicht im "Angstzustand", sagte der HSV-Chef, man gehe gut mit dem Geld um, hielt er den "Schwarzmalern" und "Dauerkritikern" entgegen. Wobei am Donnerstag 55 000 Euro Miese dazukamen: Der DFB hat den HSV bestraft, weil beim Spiel gegen Leverkusen im Oktober Becher in Richtung der Ersatzspieler der Gäste geflogen waren; und weil HSV-Fans in Darmstadt im November Pyrotechnik gezündet hatten.

An diesem Freitag kommt nun der FC Bayern zum Auftakt der Rückrunde ins Volksparkstadion. Das ist normalerweise ein Feiertag, an dem es für die Hamburger aber nichts zu feiern gibt. Die jüngsten zwölf Spiele gegen die Münchner wurden nicht gewonnen, drei Unentschieden waren die Highlights - bei einem Torverhältnis von 6:53.

Fünf Stammspieler sind mindestens angeschlagen

Diesmal tritt der HSV gegen den Rekordmeister nach einer "Vorbereitung an, die nicht optimal verlaufen ist", wie Trainer Bruno Labbadia sagt. Trotz der 22 Punkte Guthaben sagt Beiersdorfer: "Wir bilden uns nicht ein, dass uns eine ruhige Serie bevorsteht." Neben den verletzt ausfallenden Stammspielern Albin Ekdal und Emir Spahic schleppt der HSV eine Handvoll weiterer angeschlagener Profis auf den Rasen. Etwa die kaum genesenen Gojko Kacar und Aaron Hunt. Zudem hat Kapitän Johan Djourou seit einem Trainingsunfall Schmerzen im linken Knie. Und Stürmer Pierre-Michel Lasogga spielt wohl, obwohl er erneut auf seine lädierte Schulter gefallen ist. Zu Lasogga gibt es derzeit keine Alternative: Sven Schipplock und Artjoms Rudnevs haben sich in der Vorbereitung, in der alle drei Testspiele verloren wurden, ebenso wenig aufgedrängt wie der frühere Bayern-Profi Ivica Olic, 36.

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Deshalb reist Sportdirektor Peter Knäbel derzeit durch Europa, um eine kostengünstige Alternative aufzutreiben. Ein bisschen Geld ist da nach dem Verkauf von Marcelo Díaz (für zwei Millionen Euro an Celta Vigo). Der chilenische Retter des HSV, der mit seinem Freistoßtor in letzter Minute im Relegationsspiel gegen Karlsruhe den Klub in der Liga hielt, wird vor dem Spiel verabschiedet. Auf dem Zettel steht der Portugiese Carlos Mané, 21, offensiver Außen von Sporting Lissabon; allerdings nur auf Leihbasis. Seine festgeschriebene Ablöse soll bei 60 Millionen Euro liegen.