Kuriosum im Fußball In Kasachstan entscheiden Fans über den Nationaltrainer

Kasachstans Nationalspieler Sergei Maliy (re.) bekommt bald einen demokratisch ermittelten Nationaltrainer.

(Foto: dpa)

Eine Online-Umfrage soll helfen. Bastian Schweinsteiger fällt in England erneut aus. Der HSV verlängert mit Trainer Bruno Labbadia. Tennisspielerin Lisicki feiert ihren ersten Sieg in diesem Jahr.

Fußball, Kasachstan: Der kasachische Fußball-Verband QFF zieht bei der Auswahl des neuen Nationaltrainers die eigenen Fans zu Rate. Wie QFF-Präsident Jerlan Koschagapanow am Montag lokalen Medien sagte, können die Anhänger in Kürze in einer Online-Umfrage zunächst darüber abstimmen, ob der neue Coach aus dem Ausland oder aus Kasachstan kommen solle. Wenn sich mehr als 50.000 Personen an der Abstimmung beteiligen, will der Verband das Urteil als bindend ansehen und in einem zweiten Durchgang vier konkrete Kandidaten zur Wahl stellen. "Fußball kann sich ohne die Beteiligung der Fans nicht entwickeln", sagte Koschagapanow: "Wenn sie ihr Recht auf Einfluss wahrnehmen, wird unser Team davon profitieren." Kasachstan hat eine Bevölkerung von knapp 17,5 Millionen. Seit der 1991 erklärten Unabhängigkeit von der Sowjetunion haben fünf ausländische und acht nationale Trainer das Nationalteam betreut. Zuletzt war im Dezember der Vertrag des russischen Coaches Juri Krasnoschan ausgelaufen. Kasachstan hat sich noch nie für eine Welt- oder Europameisterschaft qualifizieren können.

Fußball, England: Ohne Bastian Schweinsteiger muss Manchester United am Dienstag in der englischen Premier League bei Newcastle United antreten. "Bastian ist verletzt", sagte United-Trainer Louis van Gaal am Montag dem vereinseigenen TV-Kanal. "Wir konnten es sehen, weil er sich kaum bewegen konnte." Eine genaue Diagnose wollte der niederländische Coach nicht nennen. Der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft ist auch für die Partie bei Jürgen Klopps FC Liverpool am Sonntag fraglich. Schweinsteiger verletzte sich am Ende des FA-Cups-Spiels gegen Sheffield United (1:0) am Samstag nach einem Pressschlag am Knie und wurde minutenlang auf dem Spielfeld behandelt. Die letzten Minuten spielte er dennoch weiter.

Fußball, Hamburger SV: Bruno Labbadia bleibt auch über die Saison hinaus Trainer des Hamburger SV. Der 49-Jährige verlängerte seinen auslaufenden Vertrag um ein Jahr und unterschrieb bei den Norddeutschen bis 2017. Dies teilte der HSV am Montag mit. Auch die beiden Co-Trainer Eddy Sözer und Bernhard Trares verlängerten ihre Verträge bis zum 30. Juni 2017. "Bruno geht unsere gemeinsame Aufgabe mit Begeisterung und Enthusiasmus an und besitzt eine unglaublich hohe Identifikation mit Hamburg und dem HSV", sagte Vorstandschef Dietmar Beiersdorfer: "Bruno Labbadia lebt unseren Verein." Labbadia meinte: "Ich habe unglaublich große Lust auf unsere gemeinsame Zeit und das Angehen unserer Ziele mit dem HSV."

Labbadia hatte den Bundesliga-Dino im April des vergangenen Jahres zum zweiten Mal als Cheftrainer übernommen und mit einem Kraftakt den ersten Abstieg der langen Vereinsgeschichte verhindert. Vor dem Beginn der Rückrunde steht der HSV nun im gesicherten Mittelfeld auf Platz 10. "Wir haben stets betont, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis wir den Vertrag verlängern. Dass wir dies nur für ein Jahr tun, hat einen einfachen Grund: wir leben unsere Partnerschaft in einem solchen Maße, dass wir dafür keine großen und komplizierten Vertragswerke benötigen", sagte Labbadia: "Wir möchten uns lieber auf unsere Arbeit konzentrieren und uns genau wie jetzt in einem Jahr wieder zusammensetzen und alles Weitere besprechen."

Sportmomente: Als Messi die Bayern zerrupfte

mehr...

Basketball, NBA: Ein glänzend aufgelegter Dirk Nowitzki hat die Dallas Mavericks in der Basketball-Profiliga NBA zum Sieg geführt. Beim 93:87 der Texaner bei den Minnesota Timberwolves war der Basketballer aus Würzburg mit 29 Punkten und sieben Rebounds bester Spieler auf dem Feld. Für Dallas war es der 22. Sieg im 38. Saisonspiel, der Meister von 2011 ist im Westen Fünfter. "Wir versuchen, ihm die Last etwas zu nehmen", sagte Mavericks-Trainer Rick Carlisle, "aber es gibt Tage, an denen er unersetzbar ist." Für Nowitzki war es die zweitbeste Ausbeute der laufenden Spielzeit, nur gegen die Los Angeles Clippers Mitte November (118:108) war der 37-Jährige mit 31 Punkten erfolgreicher. Nowitzki war mit dem Auftritt seines Teams zufrieden. "Defensiv haben wir eine gute Leistung gezeigt. Wir haben immer gekämpft, auch wenn nicht gerade viele unserer Spieler gut getroffen haben", sagte der 13-malige Allstar.

Sein Nationalmannschaftskollege Tibor Pleiß kam für Utah Jazz erneut nicht zum Einsatz. Beim 86:94-Erfolg des Teams aus Salt Lake City bei den Los Angeles Lakers war der Center wie so oft nur Zuschauer.

Tennis, Sydney: Das deutsche Tennis-Quartett Angelique Kerber, Sabine Lisicki, Mona Barthel und Annika Beck hat bei seinen Australian-Open-Generalproben das Achtelfinale erreicht. Eine Woche vor Beginn des ersten Grand-Slam-Turniers des Jahres gewann Kerber in Sydney gegen die Ukrainerin Jelina Switolina in drei Sätzen 4:6, 6:0, 6:3. Im Kampf um den Einzug in das Viertelfinale trifft die neue Weltranglisten-Siebte auf die Russin Jekaterina Makarowa. Durch ihren Final-Einzug in Brisbane am Samstag hatte sich die 27-Jährige aus Kiel in der Weltrangliste von Platz zehn auf Rang sieben verbessert.

Lisicki feierte in Sydney ihren ersten Einzelsieg seit dem Achtelfinal-Aus bei den US Open Anfang September 2015. Die 26 Jahre alte Berlinerin setzte sich gegen Polona Hercog aus Slowenien mit 6:4, 6:3 durch. Lisicki hatte in der vergangenen Woche beim Hopman Cup ihr Comeback nach viermonatiger Verletzungspause gegeben, bei der inoffiziellen Mixed-Weltmeisterschaft in Perth aber alle drei Einzel verloren. Sie spielt nun gegen die Russin Swetlana Kusnezowa. Beim WTA-Turnier in Hobart zog Mona Barthel ebenfalls in die Runde der besten 16 ein. Die 25-Jährige aus Neumünster bezwang die Japanerin Misaki Doi mit 6:4, 6:4 und bekommt es nun in der Qualifikantin Naomi Osaka erneut mit einer Japanerin zu tun. Annika Beck setzte sich auf Tasmanien mit 6:4, 6:3 gegen Qualifikantin Kurumi Nara aus Japan durch. Nächste Gegnerin ist die Niederländerin Kiki Bertens.

Fußball, Dante: Der brasilianische Innenverteidiger Dante vom Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg denkt über die deutsche Staatsbürgerschaft nach. "Eine Sache steht fest: Meine Familie und ich wollen noch drei Jahre in Deutschland bleiben. Wir haben dann die Möglichkeit, hier eingebürgert zu werden", wurde der 32-Jährige am Montag übereinstimmend in mehreren Zeitungen zitiert. "Wir bekommen jetzt bald unser drittes Kind, die anderen beiden sprechen perfekt Deutsch. Ich muss da auch an meine Familie denken, wir sind glücklich hier", sagte Daten demnach im VfL-Trainingslager an der Algarve. Zuletzt waren Gerüchte über einen möglichen Abgang Dantes im Sommer in die USA aufgekommen. "Dass ich im Sommer gehe, können Sie vergessen", sagte der Brasilianer nun aber.

Dante spielt seit sieben Jahren in Deutschland. Im Januar 2009 war er zu Borussia Mönchengladbach gewechselt, 2012 ging es weiter zum FC Bayern München und seit vergangenem Sommer spielt der Abwehrspieler in Wolfsburg. Sein Vertrag bei den Niedersachsen ist noch bis 2018 gültig. Dantes Abwehrpartner Naldo hat bereits die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten.

Volleyball: Die deutschen Volleyballer verpassen Olympia in Rio de Janeiro. Die Mannschaft von Bundestrainer Vital Heynen musste sich beim Qualifikationsturnier im Spiel um Platz drei Weltmeister Polen in einem wahren Thriller mit 2:3 (25:20, 22:25, 25:16, 26:28, 14:16) geschlagen geben und kann den Sprung nach Brasilien nicht mehr schaffen. Erstmals seit 1992 nehmen damit weder die deutschen Männer noch die deutschen Frauen an Olympia teil. Die deutschen Frauen waren bei einem Qualifikationsturnier in Ankara gescheitert. Vor 7200 Zuschauern in Berlin ging Heynens Team trotz eines Matchballs und einer 2:1-Satzführung am Ende die Luft aus.

Skispringen: Severin Freund ist beim Weltcup im hessischen Willingen auf das Podest geflogen. Vier Tage nach dem Ende der Vierschanzentournee musste sich der 27-Jährige aus Rastbüchl als Dritter dem slowenischen Tournee-Sieger Peter Prevc und dem Norweger Kenneth Gangnes geschlagen geben. Bei der Generalprobe für die am Freitag beginnende Skiflug-WM in Bad Mitterndorf/Österreich lag Freund vor 12.000 Zuschauern an der Mühlenkopfschanze trotz zweier tadelloser Sprünge auf 145,5 und 133,0 m mit 234,2 Punkten stattliche 30,7 Punkte hinter Prevc, der mit Traumflügen auf 148,5 und 145,5 m (264,9 Punkte) seinen vierten Sieg in Folge feierte. Gangnes kam auf 249,4 Punkte (139,5+141,0). Freund verpasste damit die Revanche für die Tournee, bei der er Platz zwei hinter Prevc belegt hatte. Weit schlimmer erwischte es allerdings Österreichs Tournee-Dritten Michael Hayböck, der in Willingen überraschend als 37. den zweiten Durchgang verpasste.

Fußball, Manipulation: Das Testspiel zwischen dem SV Wehen Wiesbaden und der 2. Mannschaft von Borussia Mönchengladbach (3:1) steht unter Manipulationsverdacht. Dies bestätigten der hessische Klub dem Wiesbadener Kurier und die Rheinländer dem SID. Wehen wurde von der Sportsradar AG, die im Auftrag des DFB und der DFL Spiele auf sportwettenbezogene Manipulationen überwacht, auf Unregelmäßigkeiten bei der Partie im Trainingslager im türkischen Side aufmerksam gemacht. Den Borussen wurde dies auf Nachfrage bestätigt. "Die Wetten sollen in Asien platziert worden sein", erklärte Borussia-Sprecher Markus Aretz dem SID: "Dabei soll auf eine bestimmte Anzahl von Toren gewettet worden sein."

Fußball, England: Der FC Chelsea hat seinen Aufwärtstrend unter Trainer Guus Hiddink auch im englischen FA-Cup fortgesetzt. Die Mannschaft des niederländischen Fußball-Lehrers bezwang am Sonntag in der dritten Runde des Pokals den Drittligisten Scunthorpe United mit 2:0 (1:0). Der englische Meister blieb damit im vierten Pflichtspiel unter dem Nachfolger des beurlaubten José Mourinho ungeschlagen. Spaniens Nationalspieler Diego Costa traf in der 13. Minute zur Führung für die Londoner. Nach dem Seitenwechsel an der Stamford Bridge sorgte der eingewechselte Ruben Loftus-Cheek in der 68. Minute für die Entscheidung.

Da es in dem Spiel "zwei sehr fragwürdige Elfmeter gab, ist das im Nachhinein nicht die riesengroße Überraschung." Diese Entscheidungen waren so offensichtlich kurios, dass Wehens Trainer Sven Demandt schon direkt nach dem Spiel von einem "Elfmeter-Geschenk des Schiris" gesprochen hatte, sein Kollege Arie van Lent im zweiten Fall gar von einem "Slapstick-Elfmeter". Beide Vereine verwiesen darauf, dass Wehen das Spiel über eine Agentur organisiert habe, die offenbar auch den Schiedsrichter besorgt hat. Die Hessen haben eine weitere Stellungnahme angekündigt. Die Borussia versicherte, "dass wir jede Hilfestellung leisten werden".

Tour de Ski: Der norwegische Skilangläufer Martin Johnsrud Sundby hat zum dritten Mal in Serie die Tour de Ski gewonnen. Der 31 Jahre alte Gesamtweltcupführende setzte sich auf dem neun Kilometer langen Schlussanstieg im italienischen Val di Fiemme mit dem Rekord-Vorsprung von 3:09,9 Minuten auf seinen Landsmann Finn Haagen Krogh durch. Dritter wurde der Russe Sergej Ustjugow (+3:30,6). Den bislang größten Abstand bei der Tour hatte zuvor der Tscheche Lukas Bauer, der 2008 am Ende 2:47,3 Minuten vor dem zweitplatzierten Rene Sommerfeld (Zittau) lag. Sundby war bereits mit einem Vorsprung von 2:51,5 Minuten auf Petter Northug (Norwegen) in die achte und letzte Etappe gegangen. Auf der bis zu 28 Prozent steilen Kletterpartie in Val di Fiemme baute er diesen sogar noch aus. Bester Deutscher war Andreas Katz (Baiersdorf/+8:40,9), der als 16. einen Platz vor Teamkollege Jonas Dobler (Traunstein/+8:51,4) ins Ziel kam.

Ski alpin: Die deutschen Ski-Rennläufer haben beim Weltcup-Slalom im schweizerischen Adelboden einen Platz auf dem Siegertreppchen klar verpasst. Felix Neureuther und Fritz Dopfer belegten bei äußerst schwierigen Bedingungen auf dem legendären Chuenisbärgli die Plätze acht und neun. Der Norweger Henrik Kristoffersen gewann sein drittes Saisonrennen vor Marcel Hirscher aus Österreich (0,06 Sekunden zurück) und Alexander Choroschilow aus Russland (0,60).

Während Linus Strasser von Rang 17 auf Rang 26 zurückfiel, zeigte Dominik Stehle weiter aufsteigende Tendenz. Der 29-Jährige, der im Januar 2007 sein erstes Weltcup-Rennen bestritten hatte, kam erst zum fünften Mal in die Punkteränge und erreichte als 14. das beste Ergebnis seiner Karriere, deren Höhepunkt bislang ein 19. Rang im November 2008 im finnischen Levi war.

Ski alpin: Lindsey Vonn hat auch den Super-G in Altenmarkt-Zauchensee gewonnen. Die Amerikanerin setzte sich überlegen durch und feierte ihren 73. Erfolg im Weltcup. Einen Tag nach ihrem Sieg in der Abfahrt verwies die 31-Jährige ihre Gesamtweltcup-Rivalin Lara Gut aus der Schweiz und die Österreicherin Cornelia Hütter auf die Plätze. Viktoria Rebensburg aus Kreuth vergab einen Platz auf dem Podium und möglicherweise sogar den Sieg durch einen großen Fehler im Schlussabschnitt. Bei der letzten Zwischenzeit war die Deutsche noch mit 0,35 Sekunden in Führung gelegen - am Ende verpasste sie mit 1,85 Sekunden Rückstand sogar die Top Ten.

Tennis: Der Schweizer Roger Federer hat beim ATP-Turnier im australischen Brisbane den 89. Titel seiner Karriere verpasst. Der Weltranglistendritte und Titelverteidiger unterlag in der Neuauflage des Vorjahresendspiels dem Kanadier Milos Raonic 4:6, 4:6. Für den 34-Jährigen war es im elften Duell die zweite Niederlage gegen den Weltranglisten-14., der bei dem mit mit 461 330 US-Dollar dotierten Wettbewerb seinen achten Triumph auf der Tour feierte. Trotz der Endspiel-Niederlage war Federer zufrieden: "Ich war ein bisschen krank, aber trotzdem im Finale. Es war wie immer ein schönes Turnier", sagte er und gratulierte seinem Kontrahenten: "Du hast es verdient - viel Erfolg bei den Australian Open."

Federer fand acht Tage vor Beginn des Grand-Slam-Turniers in Melbourne in der gesamten Partie gegen den clever agierenden Aufschlagriesen nie zu seinem Rhythmus. Nach 1:27 Stunden verwandelte Raonic seinen ersten Matchball. Damit liegt der Grand-Slam-Rekordchampion Federer mit derzeit 88 Turniersiegen in der "ewigen" Bestenliste als Dritter weiter sechs Erfolge hinter Ivan Lendl (94 Titel). Angeführt wird die Statistik von US-Legende Jimmy Connors (109).