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Halbzeit bei Olympia – Wie ein Sommermärchen - nur besser
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Von großartiger Stimmung, der Neigung zur Schlamperei und einer Medaille als Blow-Job. Eine Halbzeitbilanz aus Warmcouver.
Der Schatten der Spiele
Die 21. Olympischen Winterspiele hatten noch gar nicht begonnen, da hatten sie schon ihr erstes Hauptthema, leider kein erfreuliches. Der georgische Rodler Nodar Kumaritaschwili verunglückte im Training am Tag der Eröffnungsfeier nach einem Sturz in Kurve 16 tödlich. Die Feier stand entsprechend unter dem Eindruck des tragischen Ereignisses, die georgische Mannschaft lief mit Trauerflor ein. Ein kleines Missverständnis gab es da allerdings: Das von den Organisatoren der Zeremonie schon lange geplante und stimmungsvoll vorgetragene Lied "Hallelujah" war angesichts der Situation besonders bewegend - und die Georgier bedankten sich hinterher beim Organisationskomitee, weil sie glaubten, die Einlage sei extra für Kumaritaschwili noch kurzfristig ins Programm genommen worden. War es aber nicht.
Oben in Whistler haben die Leute Blumen an den Olympischen Ringen niedergelegt und allerhand Devotionalien, ein Foto von Kumaritaschwili, Kerzen, eine nachgemachte Gold-Medaille, und ein Kondolenzbuch, in das sich immer noch fortwährend Leute eintragen. Mittlerweile aber wurden die Blumen und die anderen Sachen weggeräumt, sie haben nebenan eigens eine überdachte Holztafel für Kumaritaschwili aufgebaut, wo die Blumen nun liegen. An den Ringen drohten sie, kaputt zu gehen - weil sich ja ständig Touristen mit den Ringen fotografieren lassen und dazu auch auf die Ringe hinaufsteigen. Dass die Blumen woanders hingelegt wurden, ist keineswegs gefühllos, im Gegenteil - doch es ist auch ein Zeichen, dass die Spiele trotzdem weitergehen.
Foto: ddp Texte: Michael Neudecker (sueddeutsche.de/hum/mikö)
21. Februar 2010, 14:06 2010-02-21 14:06:00 ©