Haftstrafe wegen Brandstiftung Hoeneß bezeichnet Urteil gegen Breno als "nicht nachvollziehbar"

Der Präsident des FC Bayern attackiert die deutsche Justiz. Chelsea-Kapitän John Terry droht eine Sperre durch den englischen Verband, Dirk Nowitzki behält einen wichtigen Teamkollegen. Der französische Nationalspieler Samir Nasri wird für das Beschimpfen von Journalisten nach dem EM-Aus für drei Spiele gesperrt.

Sportnachrichten in Kürze

Breno-Urteil, Uli Hoeneß: Uli Hoeneß hat die Verurteilung des früheren Bayern-Spielers Breno zu einer Gefängnisstrafe kritisiert. "Ich weiß nicht, ob man hier differenzieren muss zwischen einem Maurer, der seinen Beruf weiter ausüben kann, wenn er wieder rauskommt, und einem jungen Fußballspieler, der absolut nichts anderes kann als Fußball spielen", sagte Hoeneß der Bild-Zeitung. "Wenn man dem damit seinen Beruf für alle Zeiten wegnimmt, dann ist das aus meiner Sicht für dieses Vergehen, sollte es stattgefunden haben, was für mich überhaupt nicht bewiesen ist, absolut nicht nachvollziehbar", erklärte der Präsident des Rekordmeisters. Breno war Anfang Juli wegen schwerer Brandstiftung zu einer Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Das Landgericht München sah es als erwiesen an, dass der 22 Jahre alte Brasilianer vorsätzlich seine Villa in Brand gesteckt hat. Die Verteidigung Brenos hat gegen das Urteil Revision eingelegt. Mit einer Entscheidung des Bundesgerichtshofes ist frühestens im Spätherbst zu rechnen, teilte das Landgericht München mit. In dem Urteil stecke "eine solche soziale Härte, das hätte das Gericht meiner Meinung nach berücksichtigen müssen", sagte Hoeneß. Für Breno bedeute dies eine "fast lebenslängliche" Strafe.

Uli Hoeneß ist mit der Freiheitsstrafe für seinen ehemaligen Spieler Breno nicht einverstanden.

(Foto: dpa)

Rassismusvorwurf, John Terry: John Terry droht eine Sperre durch den englischen Fußball-Verband. Die FA klagte den Kapitän des FC Chelsea wegen einer möglichen Beleidigung seines Gegenspielers Anton Ferdinand in einer Premier-League-Partie der vergangenen Saison an. Ein Londoner Gericht hatte den früheren Spielführer des Nationalteams vor zwei Wochen von Rassismus-Vorwürfen freigesprochen. Sportrechtlich wird Terry nun beschuldigt, "ausfällige und beleidigende Worte" gegen den Profi von den Queens Park Rangers benutzt zu haben, hieß es von der FA. Ferner werde ihm vorgeworfen, dass dabei "ein Bezug zur ethnischen Herkunft und/oder Hautfarbe und/oder Rasse Ferdinands" von ihm gemacht wurde. Der Verteidiger wies die Vorwürfe laut einer Mitteilung auf der Internetseite des Clubs zurück.

Dallas Mavericks, Dirk Nowitzki: Delonte West bleibt auch in der kommenden Saison Teamkollege des deutschen Superstars Dirk Nowitzki in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA. Wie der Klub aus Texas mitteilte, unterzeichnete der 29 Jahre alte Guard einen neuen Vertrag. Über die genaue Laufzeit wurde zunächst nichts bekannt. "Wir sind begeistert, dass Delonte West zu den Mavericks zurückkehren wird", sagte Donnie Nelson, Generalmanager des Meisters von 2011. Durch die Verpflichtung von West, der seit Dezember 2011 für die Mavericks spielt, hat das Team nun alle 15 Plätze im Kader vergeben. Neben Nowitzki gehört in Chris Kaman ein weiterer deutscher Nationalspieler zur Mannschaft von Trainer Rick Carlisle.

Fußball, Französische Nationalmannschaft: Der französische Fußball-Nationalspieler Samir Nasri ist vom nationalen Verband FFF wegen seines Fehlverhaltens bei der EM in Polen und der Ukraine für drei Länderpiele gesperrt worden. Der Mittelfeldspieler des englischen Meisters Manchester City hatte im Anschluss an die 0:2-Niederlage Frankreichs im EM-Viertelfinale gegen den späteren Titelträger Spanien Journalisten übel beschimpft und musste sich daher am Freitag vor dem Disziplinar-Ausschuss des FFF verantworten. Neben Nasri waren auch Hatem Ben Arfa, Yann Mvila und Jeremy Menez vorgeladen. Ben Arfa war nach dem letzten Gruppenspiel gegen Schweden (0:2) in der Umkleidekabine mit Nationalcoach Laurent Blanc aneinandergeraten, und Mvila hatte dem mittlerweile aus dem Amt geschiedenen damaligen Coach nach seiner Auswechslung gegen Spanien den Handschlag verweigert. Menez hatte nach dem Viertelfinal-Aus Kapitän Hugo Lloris beschimpft.

Schiedsrichter, Jack Taylor: Der frühere englische Fußball-Schiedsrichter Jack Taylor ist tot. Dies meldete die BBC. Der 82-Jährige sei in seinem Haus in Shropshire verstorben, hieß es. Taylor war der Referee des WM-Endspiels von 1974 zwischen Deutschland und den Niederlanden (2:1), das zugleich das erste Finale einer Weltmeisterschaft war, in dem es einen Elfmeter gab. Taylor pfiff in seiner Laufbahn mehr als 1000 Spiele, darunter über 100 internationale Partien, und war auch Mitglied der Ruhmeshalle des Fußball-Weltverbandes FIFA. "Jack Taylor hat Maßstäbe gesetzt, wie Fußballspiele zu leiten sind, nicht nur in seiner Heimat, sondern weltweit", sagte der Vorsitzende der britischen Football League, Greg Clarke.