Motorsport Cortese gewinnt erste Moto3-WM

"Ich bin fix und alle": Motorradfahrer Sandro Cortese krönt sich mit seinem vierten Saisonsieg beim Grand Prix von Malaysia zum Weltmeister in der neuen Moto3-Klasse. MotoGP-Pilot Stefan Bradl stürzt in Malaysia und bleibt zum dritten Mal in dieser Saison ohne Punkte.

Zwei Rennen vor dem Saisonfinale macht er alles klar: Sandro Cortese bejubelt in Malaysia den ersten Moto3-Weltmeistertitel.

(Foto: Roslan Rahman/AFP)

Der erste Weltmeister der neu eingeführten Moto3-Klasse kommt aus Deutschland: Sandro Cortese gewinnt den Großen Preis von Malaysia und trägt sich vorzeitig als Titelgewinner in die Geschichtsbücher ein. Der 22-jährige Berkheimer, der im kommenden Jahr in die Moto2 aufsteigt, führt zwei Rennen vor dem Saisonende uneinholbar im Gesamtklassement.

Als Sandro Cortese auf dem Podest der deutschen Hymne andächtig lauschte, dürfte er den historischen Moment womöglich erstmals realisiert haben. "Das war überwältigend. Ich wollte eigentlich auf Platz drei bleiben. Dann habe ich gedacht: 'Versuch's einfach mal, ohne etwas zu riskieren.' Ich bin jetzt einfach fix und alle", sagte Cortese nach seinem Sieg beim Großen Preis von Malaysia.

Der vierte Saisonerfolg brachte dem neuen deutschen Motorradpiloten aus dem schwäbischen Berkheim zwei Rennen vor dem Saisonende den ersehnten Titelgewinn, den er dann auch umgehend mit seiner Familie feierte. Völlig durchnässt waren auch seine extra angereisten Eltern, doch das spielte an diesem Freudentag keine Rolle. "Bis zur letzten Rille stockt einem der Atem, man leidet. Es ist aber wirklich ein unglaubliches Gefühl", sagte Karin Cortese. "Das ist jetzt die Krönung, uns ist ein riesiger Stein vom Herzen gefallen. Das schafft nicht jeder Fahrer", sagte Papa Antonio. Es sei klar gewesen, dass Sandro auf Sieg fahren würde.

Zuvor hatte ihr Sohn das 15. von 17 Saisonrennen vor den Toren Kuala Lumpurs vor Lokalmatador Zulfahmi Khairuddin gewonnen. Den deutschen Triumph komplettierte Jonas Folger auf Rang drei. Dass Cortese der Titel kaum noch zu nehmen war, stand schon vor dem Rennen fest. Der ursprünglich schärfste Konkurrent Maverick Vinales aus Spanien hatte nach Unstimmigkeiten mit seinem Team die Saison vorzeitig beendet. Der einzig verbliebene Rivale Luis Salom (Spanien) wurde im Rennen schließlich nur Vierter. Zu wenig, um Cortese den WM-Titel noch streitig zu machen.