Gelesen, verstanden. Das Wichtigste zu den Golfregeln. Diesmal: Hemmnisse
Alle künstlich erschaffenen Gegenstände sind nach der gleichnamigen Erklärung in den Golfregeln sogenannte "Hemmnisse". Dazu gibt es in den Golfregeln die Regel 24, die sich allgemein damit befasst, was ein Spieler unternehmen darf, wenn ein Hemmnis sein Spiel betrifft. Eine Sitzbank ist zum Beispiel ein künstlich hergestellter Gegenstand, den man auf Golfplätzen, ähnlich wie Deckel der Beregnungsanlage oder künstlich befestigte Wege, häufig antrifft.
(© Illustration: Rita Berg)
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Dazu stehen im Gegensatz natürlich vorkommende Dinge wie Büsche, Bäume, Felsen, Äste oder Zweige. Bewegliche, künstlich hergestellte Gegenstände (zum Beispiel Bunkerharken, aber auch Papier, Flaschen, Dosen, und - wenn nicht anders in einer Platzregel definiert - die meisten Pfähle zur Platzkennzeichung) dürfen als Hemmnisse straflos entfernt werden, damit der Spieler seinen Ball spielen kann. Als beweglich gilt ein Hemmnis immer und gleichzeitig nur dann, wenn es ohne übermäßige Anstrengung, ohne unangemessene Verzögerung des Spiels und ohne etwas zu beschädigen entfernt werden kann.
Betroffenheit ist wichtig
Geschieht dies dennoch, muss der Spieler sich dafür zwei Strafschläge notieren, da er dann ja wohl von einem unbeweglichen Hemmnis Erleichterung gesucht hat, und das in unzulässiger Art und Weise. Denn hierfür gibt es ein anderes Erleichterungsverfahren: Zunächst muss der Ball, der Stand des Spielers oder der Raum seines beabsichtigten Schwungs von dem unbeweglichen Hemmnis "betroffen" sein. Ein Ball unter einer im Boden verankerten Bank führt zum Beispiel ziemlich sicher dazu, dass der Spieler von diesem Hemmnis betroffen ist. Die Frage, ob ein Spieler von einem Hemmnis gestört wird, ist dabei unwichtig, da "stören" ein nicht greifbarer subjektiver Begriff ist. Die Regel fragt deshalb nach der "Betroffenheit". Eine Mauer in zehn Meter Entfernung in der Spiellinie mag zwar stören, "betrifft" den Spieler jedoch nicht im Sinne der Regeln. Deshalb gäbe es in einer solchen Situation keine straflose Erleichterung.
Möchte der Spieler Erleichterung von der genannten Bank oder einem anderen unbeweglichen Hemmnis nehmen (wie beispielsweise einem Zaun, der nicht das Aus begrenzt, einer Schutzhütte o. ä.), so muss er wie folgt vorgehen, wenn er nicht aufgrund einer bloßen Schätzung die richtige Stelle ermitteln möchte, von der er weiterspielen darf (was niemals zu empfehlen ist): Er muss mit dem Schläger die Ansprechposition simulieren, die er an dieser Stelle sonst eingenommen hätte, wenn das Hemmnis nicht bestehen würde, denn so ist zweifelsfrei die "Betroffenheit" zu ermitteln.
Mit diesem Schläger und in die sonst (ohne Bank) gewählte Spielrichtung ausgerichtet muss er die nächste Stelle suchen, an der sein Ball liegen könnte, ohne dass Schwung, Stand oder Balllage behindert wären. Eine so ermittelte (fiktive) neue Balllage ist der "nächstgelegene Punkt der Erleichterung" (A). Er kann je nach Situation rechts, links oder hinter dem Hemmnis liegen. Prüfen lässt sich der "nächstgelegene Punkt", indem man sich die Strecke zwischen der gegenwärtigen Lage des Balls (zum Beispiel unter der Bank) und der ungehinderten (zum Beispiel neben der Bank) vor Augen führt. Wo ist die Strecke am kürzesten und keine Behinderung durch das Hemmnis mehr gegeben? Keinesfalls darf der nächstgelegene Punkt der Erleichterung näher zum Loch liegen.
Radius der Schlägerlänge
Von diesem so bestimmten Punkt aus darf der Spieler eine Schlägerlänge abmessen, wozu er jeden Schläger verwenden darf, den er auf der Runde mit sich führt. Innerhalb des Radius dieser Schlägerlänge um den nächstgelegenen Punkt der Erleichterung herum, jedoch nicht näher zum Loch, darf der Ball dann (endlich) straflos fallen gelassen werden.
Zum Schluss dies: Es gibt keine Garantie dafür, dass der Ball innerhalb einer Schlägerlänge vom nächstgelegenen Punkt der Erleichterung auch vernünftig spielbar ist, denn der Spieler hat nur das Recht, von dem Hemmnis wegzugehen, aber keinen Anspruch auf eine bessere oder auch nur gute Lage des Balls an anderer Stelle. Einen kleinen Trost gibt es allerdings: Wenn der Ball innerhalb dieser Schlägerlänge vom nächstgelegen Punkt fallen gelassen wurde und wieder "im Spiel" ist, so darf der Spieler sowohl den Schläger als auch die Spielrichtung neu und frei wählen.
Und wenn nun gefragt wird, ob man das alles so eng sehen muss: Das hat nichts mit "eng" oder "nicht eng" zu tun. Es sind die Regeln des Spiels. Und selbst wenn Sie nachlesen müssen: Die traditionellen Regeln des Spiels verdienen Ihren Respekt.
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