Golfprofi Alex Cejka Allergisch auf den Arbeitsplatz

Alex Cejka ist einer der besten Golfspieler Deutschlands, seit vergangenem Jahr reagiert er jedoch allergisch auf seinen Beruf: Cejka hat eine Grasallergie. Deutsche und amerikanische Spezialisten sollen das Problem lösen. Trotz aller Schwierigkeiten versucht der 41-Jährige jetzt, seinen Platz im Spitzensport zurückzuerobern.

Von Matthias Kohlmaier

Seit Beginn seiner Profikarriere, als Bernhard Langer mit Abstand Deutschlands bester Golfer war, gilt Alex Ceijka als einer der talentiertesten deutschen Spieler. Wenn allerdings der Körper nicht mitmacht, hilft auch ein noch so ausgeprägtes Talent nichts. Cejka leidet an einem Gebrechen, das ihm auf den Golfplätzen dieser Welt massiv zu schaffen macht: Er reagiert allergisch auf einige Histamine im Gras - Alex Cejka ist quasi allergisch auf seinen Arbeitsplatz.

Alex Cejka 2011 bei seinem Heimturnier, den BMW International Open in München.

(Foto: Getty Images)

Was macht ein Mensch, den sein Arbeitsplatz plötzlich krank macht? In Cejkas Fall ist die Antwort: kämpfen und hoffen. Denn den Grund für die Allergie kennt der 41-Jährige bis heute nicht. "Ich befürchte, dass manchmal zu warmes Klima die Allergie zum Ausbruch bringt", mutmaßt Cejka im Gespräch mit der SZ. Es könnte jedoch "auch an den Grassorten auf dem jeweiligen Platz liegen und eventuell zusätzlich noch an Lebensmittelunverträglichkeiten." Ein Potpourri an möglichen Auslösern also.

Cejkas allergische Reaktionen gehen weit über einen gewöhnlichen Heuschnupfen hinaus. "Ich bekomme einen Ausschlag am ganzen Körper, außerdem schwellen meine Hände und Handgelenke an", sagte er bereits im November 2011 im Gespräch mit der Welt. Und mit geschwollenen Gliedmaßen und einem ständigen Juckreiz ist im Präzisionsport Golf wenig zu gewinnen.

Mit Spezialisten aus München und Las Vegas - Cejkas aktuellem Wohnort - arbeitet er derzeit daran, "die genauen Auslöser für die Allergie herauszufinden und in den Griff zu bekommen." Auch eine Umstellung der Ernährung soll helfen, die Symptome wenigstens erträglicher zu machen.

So kurios das Krankheitsbild im ersten Moment erscheinen mag, für Cejkas Karriere ist die Allergie eine ernsthafte Gefahr. 2011 musste er bereits mehrere Turniere absagen oder aufgeben, zwischendurch war sogar eine mehrmonatige Auszeit nötig. Natürlich sei es für einen Profigolfer schwer, "wenn man eine lange Pause wegen Krankheit einlegen muss", erklärt Cejka und fügt an: "Hier ist Geduld gefragt."

Es ist noch gar nicht lange her, da wären die Probleme eines Spielers in Cejkas Lage weitaus größer gewesen. Mittlerweile gibt es auf den professionellen Golftouren dieser Welt aber die "Medical Extension" - ein langzeitverletzter Spieler kann sie beantragen, damit ihm bei der Rückkehr in den Sport der Zugang zu Turnieren erleichtert wird.

Das bedeutet in Cejkas Fall: Die vergangene Saison hat er auf Platz 163 der amerikanischen Geldrangliste abgeschlossen und hätte damit eigentlich seine uneingeschränkte Spielberechtigung für 2012 eingebüßt. Durch die "Extension" darf er in diesem Jahr fünf weitere Turniere spielen, um sich in der Rangliste noch zu verbessern.