"Tigeresse" wird sie oft genannt - die weibliche Verkörperung des Tiger Woods. Das große Mädchen mit dem langen, flüssigen Golfschwung, das den Ball weiter schlägt als es jemals eine Jugendliche getan hat, revolutioniert in rasendem Tempo das Frauengolf.
Das Videoband lügt nicht: Ein kleines, vierjähriges Mädchen auf einem viel zu großen Golfplatz, den Golfschläger in die Händchen gepackt. Sie haut drauf, fest, zu fest. Nach dem Schlag verliert sie die Balance. Aber der Ball steigt in die Luft, und er fliegt ein gutes Stückchen. "Michelle will immer richtig draufhauen" sagt der Vater mit einem zufriedenen Lächeln.
Will ganz nach oben: Michelle Wie (© Foto: AFP)
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Zwölf Jahre später ist die Grundaussage geblieben. Michelle Wie haut noch immer reichlich fest auf den Ball. Doch aus dem einen begeisterten Zuschauer, dem Vater, sind längst Millionen geworden. "Tigeresse" wird Michelle Wie oft genannt - die weibliche Verkörperung des Tiger Woods sozusagen. Das große Mädchen mit dem langen, flüssigen Golfschwung, das den Ball weiter schlägt als es jemals eine Jugendliche getan hat, das in rasendem Tempo das Frauengolf revolutioniert. Mit elf gewann sie die Staatsmeisterschaft der Frauen in ihrem Heimatstaat Hawaii. Mit zwölf qualifizierte sie sich als bisher jüngste Spielerin für ein reguläres Profi-Turnier. Mit 13 hatte sie bei einem der vier wichtigsten Frauenturniere des Jahres Chancen auf den Sieg. Mit 14 spielte sie bei einem Männerturnier der amerikanischen PGA Tour. Mit 15 zog sie Menschenmassen zur US Amateur Public Links Championship, wo sie als einzige Frau im Feld erst im Viertelfinale gegen den späteren Sieger verlor. Aus dem Spiel der Männer ist ein Spiel von Männern mit einer neuen weiblichen Größe geworden.
Ein wenig verkleidet, auf Hollywoodshow getrimmt, sieht sie aus, als sie in einer Hotelsuite bei einer Pressekonferenz sitzt und sich irgendwie äußern muss zum spektakulärsten Wechsel ins Profilager, den der Golfsport je gesehen hat. Zehn Millionen Dollar pro Jahr zahlen ihr Nike und Sony, mehr als Tiger Woods bei seinem Wechsel bekam. Doch wo der männliche Superstar die Bühne des Profisports mit einem breiten Lächeln betrat, quetscht sich das weibliche Pendant ein paar Sätze durch die dünnen Lippen: "Ich bin glücklich, endlich sagen zu können, dass ich Profi geworden bin. Als ich das erste Mal einen Golfschläger in die Hand genommen habe, wusste ich, dass ich das den Rest meines Lebens tun würde." Dann wandert dieses scheue Lächeln über das Gesicht, das eine kleine Ahnung davon gibt, wie unwohl sich Wie mit dem frisch gelockten Haar und den Stöckelschuhen fühlt. "Eigentlich muss ich sonst nie Reden halten."
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Debatte über Militäreinsatz in Syrien