Von Bernd Oswald

Die Bundesliga-Clubs lassen die Trainer-Rotationsmaschine auf Hochtouren laufen, dass einem als Fan ganz schwindlig wird. Da besteht Fieber-Gefahr. Und das, wo ohnehin schon WM-Fieber herrscht.

Die Bundesliga ist im Rekord-Fieber. Über sechs Millionen Zuschauer in der Hinrunde. Dagegen nimmt sich die Zahl acht überaus bescheiden aus. Und doch: Die Acht steht für einen Rekord. Einen Rekord an Trainerentlassungen. Wenn das in diesem Tempo weiter geht, bleiben am Schluss noch zwei Coaches übrig, die auch schon am ersten Spieltag ihr Team betreut haben.

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Nun scheinen die Vereine Angst zu haben, einen adäquaten Ersatz zu finden, so schnell wie sie ihren obersten Übungsleitern (Otto Rehhagel würde sagen: Fußballlehrern) kündigen. So gewinnt das Rotationsprinzip eine ganz neue Dimension. Waren die Coaches bisher Subjekt der Rotation, sind sie jetzt Objekt - und rotieren von einem Verein zum anderen.

Die Lauterer zum Beispiel haben sich die Dienste von Wolfgang Wolf gesichert - ein paar Tage nachdem der in Nürnberg rausgeflogen war. The last to fire, the first to hire. Die Kollegen Augenthaler (vormals Leverkusen) und Rangnick (eben noch Schalke) sind beim 1. FC Köln im Gespräch.

Die Kölner haben gleich zwei offene Personalfragen. Ihr Manager Andreas Rettig hat von sich aus hingeschmissen. Die Wolfsburger haben jetzt noch einen draufgesetzt und mit dem Trainer auch gleich den Sportdirektor rausgeschmissen. Vielleicht gibt es bei den Wettbüros ja bald eine neue Rubrik: Welcher Sportdirektor fliegt als nächstes? Fürs Erste dürften die Wettanbieter aber damit beschäftigt sein, ihre Quoten für die nächste Trainerentlassung zu aktualisieren.

Die Bundesliga brummt also wie nie. Kein Wunder, es ist WM-Saison. Mit WM-Fieber. Wir wollen schließlich Weltmeister werden. Wenn schon nicht beim Fußballspielen, dann zumindest beim Trainerentlassen. Vergebens. Es sieht mal wieder nach Vize-Weltmeister aus. Vorn sind natürlich auch hier - wie könnte es anders sein - die Brasilianer. Gefeuerte Trainer in der laufenden Saison: 38.

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(sueddeutsche.de)