Zwei starke Teams, aber kein Sieger: Die Spitzenpartie zwischen Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund endet 1:1, weil der BVB in der Schlussphase zu nachlässig agiert. Die Gladbacher zeigen, dass sie auch ohne Marco Reus ein gereiftes, funktionierendes Kollektiv sind - und vorne einen treffsicheren Stürmer besitzen.
Dass Fußball ein Teamsport ist, konnte man angesichts des Hypes um Marco Reus zuletzt glatt vergessen. Der Nationalspieler avancierte mit seinen herausragenden Auftritten in diesem Herbst schon fast zur alleinigen Attraktion bei Borussia Mönchengladbach. Dabei tummeln sich im Systemgefüge von Trainer Lucien Favre doch eine ganze Reihe funktionierender Spieler-Rädchen, die aus dem einstigen Abstiegskandidaten die vielleicht aufregendste Mannschaft des Jahres gemacht haben.
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Freude und Frust: Während Gladbachs Stürmer Mike Hanke seinen Treffer zum 1:1 bejubelt, schaut BVB-Keeper Roman Weidenfeller ziemlich bedröppelt drein. (© AP)
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Aufregend agiert mittlerweile auch wieder Borussia Dortmund, nachdem der Meister zu Saisonbeginn eine kleine Auszeit vom Schönspielen und Gewinnen genommen hatte. Die Vorzeichen für eine unterhaltsame Partie konnten also kaum besser sein - wäre da nicht der angeknackste kleine Zeh von Reus' linkem Fuß gewesen, der den 22-jährigen Schnelldribbler im Spitzenspiel gegen den BVB zum Pausieren zwang.
Es wurde trotzdem eine abwechslungsreiche, intensive Begegnung, an deren Ende ein gerechtes 1:1 (0:1) stand. Ärgern mussten sich über das Ergebnis allenfalls die Dortmunder, denn sie steuerten nach Robert Lewandowskis Führungstreffer (42. Minute) lange auf einen Sieg zu, ehe Mike Hanke (72.) den Gladbachern doch noch einen Punkt bescherte. "Auf beiden Seiten können wir mit dem Unentschieden zufrieden sein. Ich hoffe nur, dass keiner Marco Reus beim Torjubel auf der Tribüne auf seinen gebrochenen Zeh gesprungen ist," witzelte BVB-Trainer Jürgen Klopp.
"Es war ein gutes Spiel. Dortmund war in der ersten Halbzeit etwas besser, aber wir sind gut zurückgekommen. Das war schwer, aber der Punkt für uns ist nicht unverdient", sagte Favre und fügte hinzu: "Wir haben jetzt 30 Punkte. Ohne gute Spieler im Team wären wir nicht soweit."
Noch unter der Woche hatte Klopp bezüglich eines möglichen Ausfalls von Reus erklärt: "Wir würden gerne gegen die besten Gladbacher gewinnen, darum wäre es schön, wenn er dabei wäre." Doch dieser Wunsch zerschlug sich. Immerhin durften sich die Besucher im ausverkauften Borussiapark auf einen anderen jungen Premiumprofi freuen: Mario Götze, sozusagen der Marco Reus des BVB.
Im Mittelpunkt stand kurz nach Anpfiff aber erst einmal Gladbachs Stürmer Raul Bobadilla: Der Argentinier versuchte nach einem langen Pass von Dante einen umständlichen Lupfer gegen BVB-Keeper Roman Weidenfeller, im Nachschuss verzog dann Patrick Herrmann knapp (7.). Die Begegnung nahm ohne Umwege Tempo auf, als wollten beide Teams ihre größte Stärke gleich unter Beweis stellen.
Und weil alles so schnell ging, tauchte plötzlich Dortmunds Stürmer Robert Lewandowski frei vor dem Gladbacher Tor auf, wo er einen Übersteiger gegen Torwart Marc-Andre ter Stegen versuchte - erst in letzter Sekunde grätschte Tony Jantschke dazwischen (14.). Die Partie war durchaus schön anzuschauen und offenbarte zwei leicht verschiedene Spielideen: Hier der systematische Full-Speed-Fußball der Favre-Elf, dort die Dortmunder Drauflos-Taktik mit viel Druck aus dem Mittelfeld.
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