Nach dem Tod des Football-Stars Darrent Williams wird in den USA heftig diskutiert: Warum sind es immer Football-Spieler, die in Schießereien verwickelt werden?
Es geschah in der Neujahrsnacht: Bei einem Attentat aus dem fahrenden Auto heraus wurde Darrent Williams von den Denver Broncos erschossen. Zwei weitere Personen wurden verletzt. Der Vorfall ereignete sich in der Nacht gegen 2.00 Uhr, als der 24-jährige Williams im Zentrum von Denver durch mehrere Schüsse aus einem vorbeifahrenden Auto tödlich verletzt wurde.
Am Trainingsgelände gedenken Fans dem Tod von Darrent Williams. (© Foto: AP)
Anzeige
Eine unglaubliche Tragödie, die sich in Denver ereignete. In den Vereinigten Staaten wird nun nach dem Täter gefahndet - aber auch über die Gründe der Tat diskutiert. Denn die Schießerei, in die Williams verwickelt war, ist kein Einzelfall. Nach einem Bericht der Chicago Sun-Times gab es in den vergangenen drei Jahren sieben Vorfälle, in die Football-Profis verwickelt waren.
Steve Foley von den San Diego Chargers etwa, der 2004 schwer verletzt wurde. Oder Keith Davis von den Dallas Cowboys, der 2006 bereits zum zweiten Mal an einer Schießereien beteiligt war. Nun diskutieren Sportexperten und Politiker, warum es gerade Football-Spieler sind. Basketballer und Eishockey-Spieler fallen durch Prügeleien auf, Tragödien wie die vom Neujahrstag gibt es nur beim Football.
Bereits vor zehn Jahren wurden in der NFL Maßnahmen diskutiert, als herauskam, dass mehrere Spieler der Dallas Cowboys ein Haus gemietet hatten, in dem sie Orgien mit Prostituierten und reichlich Kokain feierten. Schona damals stand der Ruf einer ganzen Liga auf dem Spiel. Zehn Jahre hat sich am Image nichts geändert - im Gegenteil.
Deshalb werden nun Vorschläge gemacht, um Schießereien, aber auch andere imagestörende Vorfälle einzudämmen. Dabei kommen manche Experten auf besonders skurrile Ideen, den Tragödien Einhalt zu gebieten.
So wird etwa gefordert, wöchentlich einen Drogentest bei Football-Spielern durchzuführen. Außerdem solle es eine Kleiderordnung wie in der NBA geben, um vom Gangster-Image vieler Spieler loszukommen. Dann gibt es den Vorschlag, jeden Football-Spieler auf eine Schule für Verhaltensregeln zu senden, bevor er einen Vertrag unterschreiben darf.
Der ungewöhnlichste Vorschlag lautet, Schusswaffen nur bei Spielern zu erlauben, die über einen College-Abschluss verfügen. Warum gerade die Ausbildun an einer Universität vor einer Schießerei schützen soll, wird nicht erörtert.
Ob und welche dieser Vorschläge durchgesetzt werden, ist noch unklar. Fakt ist: Wer überhaupt über solche Maßnahmen nachdenken muss, hat ein Problem, das weit über das Image einer Sport-Liga hinausgeht.
(sueddeutsche.de, rtr, AP)
New Yorker Bürgermeister will XXL-Soft-Drinks verbieten