Getafe-Profi brüskiert Hannover 96 "Wir wurden missbraucht"

Pedro Leon - als er noch spielberechtigt war

(Foto: dpa)

Der spanische Fußballprofi Pedro Leon zofft sich mit seinem Verein FC Getafe - und veröffentlicht als Druckmittel ein detailliertes Transferangebot von Hannover 96. Der Bundesligist reagiert empört.

Pedro Leon vom FC Getafe ist ziemlich wütend auf seinen Präsidenten Angel Torres. Wegen eines Verstoßes des Klubs gegen das Financial Fairplay darf Leon derzeit nicht spielen, er hätte sich deswegen gerne im Sommer einem neuen Verein angeschlossen. Doch Klub-Präsident Torres sagte, es sei kein Angebot für den 27-Jährigen eingegangen. Nun hat Leon jedoch das Gegenteil bewiesen - und Hannover 96 brüskiert.

Um seinen Verein unter Druck zu setzen, veröffentlichte Leon auf seinem Twitteraccount eine Transferanfrage des Bundesligisten. Das Schreiben ist auf Englisch, detailliert beschreibt Hannovers Sportdirektor Dirk Dufner darin das Angebot, das er Getafe vor einigen Wochen unterbreitete. Eine Million plus 25 Prozent bei einem Weiterverkauf, bietet Dufner demnach. Zu einem Wechsel in die Bundesliga kommt es dann jedoch nicht, offenbar war Getafe-Präsident die Summe zu niedrig.

Der Bild-Zeitung bestätigte Hannover 96 nun, dass das publizierte Angebot echt sei. "Wir sind hier Opfer, wurden missbraucht", schimpft Präsident Martin Kind über die Aktion des Getafe-Profis. Dufner wettert: "Das ist schlechter Stil vom Spieler."

Leon ist das erste prominente Opfer des Financial Fair Play. Vereine dürfen demnach höchstens 70 Prozent ihrer Einnahmen für Spielergehälter ausgeben, mit dem ehemaligen Real-Madrid-Spieler hätte Getafe sein Limit überschritten. Die spanische Liga verweigerte Leon deswegen die Spiellizenz, seit Anfang September darf er nicht mehr spielen. Präsident Torres versuchte, seinem Mittelfeldspieler daraufhin das Gehalt zu drücken, doch der willigte nicht ein. Leon will nun unbedingt im Winter wechseln, es sollen weitere Angebote vorliegen.