Fußballtrainer Pep Guardiola Geist in New York

Pep Guardiola: Sabbatical in New York City.

(Foto: AFP)

Der frühere Erfolgstrainer des FC Barcelona genießt sein Sabbatical in New York. Er wohnt am Central Park, geht mit Woody Allen essen und nutzt das Bildungsangebot der Stadt. Bald aber will sich Pep Guardiola erklären, wo er neu beginnt: in Paris, in England oder doch beim FC Bayern.

Von Andreas Burkert

Manchmal, es passiert eher selten, entstehen Paparazzi-Bilder von Pep Guardiola. Sie zeigen ihn dann mit seiner Frau und den drei Kindern beim Bummel durch SoHo oder das East Village seines aktuellen Lebensmittelpunkts New York. Auch bei den US Open im September und beim Ryder Cup Anfang Oktober mischte er sich nicht ganz unerkannt unters Volk. Man sah aus der Ferne, dass er oben weiterhin Kurzhaar trägt und im Gesicht den ebenso typischen Vier-Tage-Bart. Und man glaubte ihm anzusehen, dass es ihm wohl ganz gut geht in seinem Sabbatical.

Doch genau weiß das kaum jemand, er taucht ja sonst nirgends auf, schon gar nicht als Gesprächspartner. Josep "Pep" Guardiola lebt derzeit ein anderes Leben drüben in den Staaten, und doch schwebt er gewissermaßen als stummer Geist über dem europäischen Fußball, als begehrtester Trainer überhaupt und Gegenstand vieler Spekulationen: Wann kehrt er zurück aus dem Exil nach Europa? Und wohin?

Nach Paris, Manchester, London - oder gar nach München?

Ende April hatte Guardiola, 41, seinen Rücktritt zum Saisonende beim FC Barcelona erklärt. Drei Tage nach dem aberwitzigen K.o. im Champions-League-Halbfinale gegen Chelseas Betonmeister begründete er seine Entscheidung mit der körperlichen Belastung bei Barça, wo er in vier Dienstjahren fast alles gewann: insgesamt 14 Titel und die Sympathien der Welt wegen eines Spielstils, der nicht nur Fußball war, sondern bisweilen Kunst. Im Januar oder Februar will er sich erklären, ob er noch ein Jahr Ferien dranhängt (was niemand glaubt) oder wo er, dieser Intellektuelle des Fußballs, frisch beginnt.

Am Wochenende haben britische Medien geraunt, Guardiola tendiere zurzeit zum FC Bayern, dessen Interesse und erste Sondierungen im Umfeld des Katalanen schon seit Juni bekannt sind. Wie im Sommer haben die Münchner keine empörten Dementis losgeschickt, wie sie es bei gänzlich erfundenen Geschichten gerne tun.

Vor dem Fest werde man "die Personaldiskussion nicht eröffnen", sagte jetzt Präsident Uli Hoeneß, "wir wollen mit Ruhe in die Weihnachtstage einziehen". Seine Bayern spielen gerade die beste Halbserie seit Ewigkeiten und haben in Jupp Heynckes einen 67-jährigen Trainer, der zwar zum Abschied zum Saisonende neigt - mit dem sie sich aber genau darüber erst noch unterhalten wollen zu Beginn des neuen Jahres.