Von Ulrich Hartmann

Die Fußball-Klubs am Niederrhein sind wieder wer: Borussia Mönchengladbach spielt um einen Platz in der Champions League, in der zweiten Liga führt Fortuna Düsseldorf gar die Tabelle an. Doch in der Rückrunde stehen beide vor gigantischen Herausforderungen. Vor allem Gladbach fragt sich: Wie soll es ohne Marco Reus weitergehen?

"Pöhler" ist keine rheinische Vokabel. Das mundartliche Verb "pöhlen" stammt aus dem Ruhrpott und beschreibt den euphorischen Bolzplatzfußball der Kinder. "Pöhler" stand also gewissermaßen als Würdigung der westfälischen Fußballbasis auf Jürgen Klopps Baseballkappe, als er Marco Reus am Sonntag anerkennend die Wange tätschelte. Der gebürtige Dortmunder Reus kehrt demnächst aus dem Rheinland ins Westfälische zurück.

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Düsseldorfs Juanan (rechts im Bild) attakiert den Gladbacher Mathew Leckie: Am Ende setzte sich im Blitzturnier die Fortuna mit 1:0 gegen den Bundesligisten durch. (© Bongarts/Getty Images)

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Beim Blitzturnier in Düsseldorf trafen sich der Spieler und sein künftiger Trainer Klopp zum ersten Mal seit der Bekanntgabe von Reus' Wechsel nach Dortmund im kommenden Sommer. Dem 22-jährigen Instinktfußballer Reus war die Botschaft auf der Kappe freilich nicht gewidmet. Borussia Dortmund freut sich auf seinen 17-Millionen-Einkauf, während Borussia Mönchengladbach noch immer trauert. Beide Teams waren mit ihren Gedanken also woanders, als sie den gastgebenden Zweitligisten Fortuna Düsseldorf am Sonntag sein eigenes Miniturnier gewinnen ließen.

Die Mönchengladbacher haben Angst vor einer Zukunft ohne Reus. Sie fürchten, ab der kommenden Saison ohne ihren begabten Star nur noch pöhlen zu können. Gladbach kann ohne Reus nicht gewinnen? Das stimmt bisher wirklich. Nur bei fünf Partien binnen zweieinhalb Spielzeiten hat Reus den Gladbachern in der Bundesliga gefehlt, vier dieser fünf Spiele gingen verloren, eines endete unentschieden. Am Sonntag im 45-minütigen Endspiel gegen Düsseldorf blieb Reus auch draußen - und Gladbach verlor 0:1 gegen die Fortuna.

Trost und eine seriöse Einschätzung des Resultats gab es hinterher vom ehemaligen Gladbacher und heutigen Fortuna-Spielmacher Sascha Rösler. "Auf den Sieg brauchen wir uns nichts drauf einzubilden", sagte Rösler. Selbst Gladbachs chronisch ehrgeizigem Trainer Lucien Favre schien diese Niederlage eher egal zu sein. "Das ist nicht schlimm", sagte er nach den Testpartien, in denen die Gladbacher Winter-Zugänge Alexander Ring, 20, und Tolga Cigerci, 19, eher unauffällig zum Einsatz gekommen waren.

Favre plagen ganz andere Sorgen. Am Freitag eröffnet Borussia Mönchengladbach gegen Bayern München die Rückrunde, danach geht es 16 weitere Spiele lang um eine durchaus mögliche Qualifikation für die Champions League. Darüber hinaus muss sich Favre einfallen lassen, wie er ab der kommenden Saison seinen Topstar Reus ersetzt. Fragen danach braucht man ihm momentan allerdings erst gar nicht zu stellen.

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