Fußballer Salihovic "Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich das nicht wegen des Geldes mache"

Sejad Salihovic feiert ein Tor noch im Trikot der TSG Hoffenheim. Inzwischen steht er in China, bei Beijing Renhe unter Vertrag.

(Foto: Uwe Anspach/dpa)
  • Sejad Salihovic galt einst als Identifikationsfigur bei der TSG Hoffenheim, vergangenen Sommer wechselte er aber zu einem chinesischen Zweitligisten.
  • Der Mittelfeldspieler sagt, dass er das auch wegen des Geldes gemacht hätte.
  • Dabei vermisst er eigentlich Deutschland und die Bundesliga.
Von Alexander Mühlbach

Irgendwann sagt Sejad Salihovic einen Satz, den man im Fußballgeschäft nur selten hört. Drei Wörter, die für einen kurzen Moment zeigen, wie erbarmungslos manchmal die letzte Phase einer Fußballkarriere sein kann. Wie der globalisierte Transfermarkt ganze Karrierepläne ändert. "Ich vermisse Deutschland", sagt Salihovic, bevor es wieder still wird in seiner Pekinger Wohnung, nur wenige Kilometer entfernt vom Trainingsgelände seines neuen Arbeitgebers Beijing Renhe - einem chinesischen Zweitligisten.

Wenn er ehrlich sei, sagt Salihovic, "hätte ich nie daran gedacht, jemals in China zu landen". Er habe immer davon geträumt, seine Karriere in der Bundesliga beenden zu dürfen. In Hoffenheim, dem Klub, der seit 2005 eigentlich sein Zuhause war. Mit dem er von der dritten bis in die erste Liga aufstieg, Herbstmeister wurde, den Abstieg vermied. Hoffenheim und Salihovic, das war eine Beziehung, die halten sollte.

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Die TSG schätzte Salihovics strammen und zugleich kunstvollen Linksschuss, mit dem er in der Bundesliga viele Freistoßtore erzielte. Salihovic wiederum schätzte das Vertrauen des Vereins. Nie stand sein Kaderplatz zur Debatte, obwohl der Klub beinahe jeden Sommer den halben Kader austauschte. Salihovic war die Hoffenheimer Identifikationsfigur. Einer, der so etwas wie Kontinuität personifizierte.

In Peking kann Salihovic nur mit Mundschutz herumlaufen

In der vergangenen Saison aber wurde Salihovics Schusstechnik plötzlich nicht mehr gebraucht, er wurde immer weniger eingesetzt, der auslaufende Vertrag nicht mehr verlängert. "Wir haben uns im Guten getrennt", sagt Salihovic in Peking, bevor er anfügt: "Ich will eigentlich nur Fußball spielen." Es ist ein Teil der Antwort, warum er jetzt plötzlich in Peking wohnt. Ohne Familie, die immer noch in Deutschland lebt. Aber dafür mit Mundschutz, weil der Pekinger Smog sonst die Lunge angreifen würde. Salihovic sagt: "Das geht schon."