Die deutsche Elf respektiert die Spanier zu sehr, steht viel zu oft Spalier und bringt den Gegner zu selten in Bedrängnis. Spanien gewinnt das Halbfinale verdient mit 1:0 - dank eines untypischen Treffers.
Was tun, wenn nichts mehr geht, wenn die Flamme der Hoffnung beinahe erloschen ist? Tu das Undenkbare, und dann hoff' auf ein Wunder. Also wechselte Bundestrainer Joachim Löw zehn Minuten vor Ende des WM-Halbfinales gegen Spanien Mario Gomez ein. Gomez, den Unglücklichen. Gomez, den Torlosen. Spanien führte 1:0, und nun wollte Löw die Welt auf den Kopf stellen, er versuchte, das Glück mit dem Glücklosen zwingen. Ein waghalsiger Plan, ein verrückter Plan, und er ging nicht auf. Gomez mühte sich, er arbeitete, rannte und rackerte, aber seine Mühen blieben ohne Ertrag. 1:0 (0:0) stand es auch am Ende noch für Spanien, den Deutschen steht nun die schwere Reise zum Spiel um den dritten Platz in Port Elisabeth am Samstag bevor. Spanien hingegen darf am Sonntag heiteren Gemüts gegen die Niederlande antreten, im Spiel der Spiele, im Finale der WM.
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Carles Puyol erzielt das 1:0 für Spanien - dieser Treffer reichte den Spaniern, um ins Finale einzuziehen. (© dpa)
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Vielleicht hat die Einwechslung Gomez' auch deshalb nicht funktionieren können, weil sie nicht ins bisherige Turnier der Deutschen passte: Sie bedeutete die Rückkehr zum Brecherfußball, im Moment der Not war Löw dem schönen Spiel untreu geworden. Es war allerdings von Beginn an ein anderes Spiel als sämtliche vorangegangenen der Deutschen bei dieser WM. Hatte das Team sonst versucht, den Gegner umgehend mutig zu überrennen, trat es nun viel vorsichtiger auf. Jeder der elf Männer im weißen Trikot hatte offensichtlich großen Respekt, vor dem Anlass einerseits - denn im Halbfinale der WM steht man, so banal es ist, auch nicht all zu oft im Leben - und vor dem Gegner andererseits.
Die Spanier hingegen traten selbstbewusst an wie immer, und weil Trainer Vincente del Bosque ein Einsehen hatte und Stürmer Fernando Torres' Suche nach der verlorenen Form zunächst beendete (er kam erst zehn Minuten vor Schluss in die Partie), spielte die Mannschaft erstmals im Turnier nicht zu zehnt, sondern zu elft; der agile Pedro vom FC Barcelona wirkte anstelle von Torres mit (der in seiner zuletzt gezeigten Steifbockhaftigkeit auch gut ins englische Team gepasst hätte). Was Pedro alles kann, zeigte er bereits nach sechs Minuten, als er einen Pass hinter die deutsche Abwehr spielte, wo sich David Villa eingefunden hatte und - zum Glück für die Deutschen - die erste Großchance der Partie vergab; Manuel Neuer wehrte Villas Schuss ab.
Diese Szene erhöhte den Respekt der Deutschen, der phasenweise zur Demut wurde. Die Spanier passten sich warm, geduldig, sie ließen den Ball von Spieler zu Spieler wandern, sie wirkten, als folgten sie einem genauen Plan. Bestens zu bewundern war das nach einer Viertelstunde, als sie nach einer kurz ausgeführten Ecke mit wenigen Pässen, die sich zu einem einstudierten Manöver fügten, die deutsche Abwehr so verwirrten, das Carles Puyol sechs Meter vor dem Tor frei zum Kopfball kam. Der Ball flog jedoch erstaunlicherweise übers Tor.
Wie demütig die Deutschen ihr Spiel anlegten, zeigt die Tatsache, dass sie lange fast körperlos spielten. Nun ist es nicht ganz einfach, das schnelle Spiel der Spanier mit Härten oder gar Fouls zu unterbrechen, es ist aber nicht unmöglich. Paraguay hatte im Viertelfinale vorgemacht, wie man die Passwirbel durch hartes, aber nicht unfaires Spiel oft unterbindet. Die Deutschen hingegen gerieten immer stärker unter Druck, sie waren immer wieder damit beschäftigt, die Kugel per Befreiungsschlag aus der Gefahrenzone zu befördern. Ihre bisher große Stärke im Turnier, das Umschalten von Abwehr auf Angriff, kam daher kaum zum Vorschein.
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Verrückter Eisladen in der Maxvorstadt
Champions-League-Finale
Hauptsache es gibt solche emotionsgeladene Menschen wie Sie. Ich lade Sie gerne ein, beim nächsten Fußballautokorso in unserer Stadt mitzufahren. Das ist sehr emotionalsgeladen und vor allem feuchtfröhlich.
Ich vergnüge mich einstweilen bei einem "begrenzten" Kulturereignis in München.
Ein Tipp noch:
Fahren Sie mit Stahl- oder Holzrädern, wenn Sie nicht gerade Reifenhändler sind.
ich bin jedenfalls froh, daß die Zeiten bald wieder vorbei sind, wo besoffenes rumgröhlen auf der Strasse als sozial anerkanntes Verhalten gilt. Werde mich auch freuen (wohne über einer Kneipe) albern "oh nein" und "schieß doch" kreischende Normalo-Frauen nicht mehr hören zu müssen. Auf morgens um 6 auf der Strasse Vuvuzela blasende Alkis kann ich auch ganz gut verzichten. Verstehe halt einfach keinen Spaß, da kann man nix machen! Die Art von Gemeinschaftsgefühl, die beim "public viewing" entsteht kann ich auch nicht ernst nehmen: am nächsten Tag pöbelt man sich eh wieder an der Kasse an oder drängelt im Strassenverkehr.
Nichts gegen Fußball, aber alles gegen diese Art von Kommerz (wer kann sich eine Karte leisten?)
Nichts gegen Fußballsfans, aber alles gegen die Flut von Mitschnackern, Dazugehörenwollern und Trittbrettfahrer.
Ihre Beiträge, auch zu Kent Nagano zeigen erschreckend, wie trist und emotionslos manchen Menschen leben.
Sich nur für einen begrenzten Bereich begeistern zu können ist das wahre Bildungsproletariat.
Mein Mitleid ist bei Ihnen.
Spanien soll überlegen gewonnen haben? Gewinnen aber nur 1:0 nach einer Standard-Situation und schießen oft genug daneben. Das machen gute Fussballer eben. Was wäre denn gewesen, wenn wir 1:0 gewonnen hätten. Na klar - schreibt dann Herr Zaschke - wieder mit Dusel gewonnen - wie immer bei Turnieren.
Mich nervt diese Schwarz-Weiss-Malerei in ihrer Berichterstattung: Gegen England und Argentinien haben wir im Achtel- (4:1) und im Viertelfinale einen "Großen" mit 4:0 vorgeführt; Dann kann man ja schlecht schreiben, wie unerfahren und jung die Mannschaft noch ist.
Dann verliert die gleiche Mannschaft - ohne Müller - gegen Spanien im Halbfinale und plötzlich sind sie so nervös und ängstlich und agieren wie Erstklässler wie Ralf Wiegand in seinem Kommentar schreibt. Scheinbar verdient er in seinem Job zu wenig, dass er über die "Jungmillionäre" mit dem Adler auf der Brust so herziehen muss, die einen in der ganzen Welt bewunderten Fussball spielen können.
Spielen sie ihn mal nicht, weil sie nicht "faul und mit Härten" (!!!) das Spiel der Spanier unterbrochen haben - wie die vorbildlichen Spielzerstörer aus Paraguay, dann sind unsere Jungs wieder die Kinder (Erstklässler !!!), die mit den "erwachsenen" Spaniern im Halbfinale kicken dürfen.
Mich kotzt das an, wenn auf unsere Jungs gleich so eingedroschen wird, nur weil sie ein Spiel unglücklich verlieren, dass sie auch hätten gewinnen können - auch wenn das Ausnahmetalent Thomas Müller nicht mitgespielt hat. Der Lokal-Patriotismus (Oberbayer!) ist ja wieder lustig: Hätte der Thomas doch mitspielen dürfen, ja dann ... .
Vielleicht hätten die Schreiber des "Sportberichts" (?) ja eine Nacht darüber schlafen sollen. Dann wäre nicht so eine unsachliche Berichterstattung herausgekommen, die mich als Leser tierisch aufregt.
@Flywheel:
Ich hoffe, dass ich Sie künftig enttäuschen darf. Heute war meine Abo-SZ pünktlich um 6.00 Uhr im Briefkasten, sogar mit dem aktuellen Bericht vom Deutschlandspiel. Der interessiert mich zwar nicht, jedoch erkenne ich daran, dass man bei der SZ nach hinten verschobenen Redaktionsschluß und pünktliche Lieferung doch noch meistern kann - freut mich.
Vielleicht hat doch einer bei der SZ mein Flehen gelesen und sich endlich - nach Jahren - darum gekümmert. In diesem Falle vielen Dank an SZ-Unbekannt.
@scharifa:
Freut mich, dass hier wenigstens einer ähnlich denkt wie ich.
an die @Fußballfans:
Ich habe bei dem Spiel nicht VERLOREN, worüber ich mich ärgern würde. Im Gegenteil, ich habe sogar GEWONNEN, da jetzt endlich nachts Ruhe ist vor unserem Haus und ich nicht Umwege fahren muss, nur weil hupende, gröhlende und betrunkene Fußballfans die Straßen verstopfen und Müllberge (Glasscherben auf den Straßen !) hinterlassen.
an den Schluß- und Punktsetzer @tomeg27:
Jetzt ist auch von meiner Seite Schluß - nichts für ungut !
Paging