Fußball-WM 2022 in Katar "Der Termin für die WM wird nicht Juni/Juli sein"

WM nun doch im Winter: Das Computerbild zeigt das Stadion Al Shamal in Katar

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar soll nicht im Sommer ausgetragen werden. Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke äußert dieses Vorhaben in einem Radiointerview. Der Ausweichtermin soll zwischen November und Januar liegen. Eine endgültige Entscheidung darüber trifft die Fifa aber erst nach der WM in Brasilien.

Der genaue Zeitpunkt für die umstrittene Fußball-WM in Katar soll nach Angaben des Weltverbands FIFA wie geplant erst nach der Weltmeisterschaft diesen Sommer in Brasilien getroffen werden. "Der Beratungsprozess wird nicht überstürzt und bekommt die notwendige Zeit, alle relevanten Elemente in Betracht zu ziehen", teilte die FIFA in einer schriftlichen Erklärung mit.

Zuvor hatte Generalsekretär Jérôme Valcke erklärt, dass das Turnier in Katar nicht im Sommer 2022 und stattdessen "zwischen dem 15. November und spätestens dem 15. Januar" ausgetragen werde. Ob dies in der Saison 2021/22 oder 2022/23 geschehen soll, ließ Valcke offen.

Jérôme Valcke sagte am Mittwoch im französischen Rundfunk: "Der Termin für die WM wird nicht Juni/Juli sein". "Ich denke, es wird zwischen dem 15. November und spätestens dem 15. Januar ausgespielt," sagte Valcke dem öffentlich-rechtlichen Radiosender France Info. Die Wetterbedingungen seien in diesem Zeitraum günstiger. Die Entscheidung darüber fällt allerdings das Exekutivkomitee des Fußball-Weltverbandes.

Die Vergabe des Turniers an das Scheichtum auf der Arabischen Halbinsel war unter anderem kritisiert worden, weil dort im Sommer sehr hohe Temperaturen herrschen. Die Stadien sollten daher gekühlt werden, um die Spiele ohne Gesundheitsgefahren abhalten zu können. In den Sommermonaten liegt die Durchschnittstemperatur zwischen 35 und 45 Grad.

Anfang Oktober hatte die FIFA eine Task Force gegründet, die bis Ende 2014/Anfang 2015 den geeigneten Termin finden soll und bei ihrem Entscheidungsprozess die Meinung von Spielern, Vereinen, Ligen, Verbänden, Sponsoren und Medien einbeziehen soll. FIFA-Präsident Joseph Blatter hatte sich aus Respekt vor "der olympischen Organisation" für einen Termin Ende 2022 ausgesprochen, der nicht mit den Winterspielen kollidiert.

In der Kritik steht Katar aber vor allem wegen der Arbeitsbedingungen an den WM-Stätten. Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International hatten wiederholt die verzweifelte Lage von Wanderarbeitern auf den Baustellen angeprangert. Diese seien seit fast einem Jahr nicht bezahlt worden und hätten kaum zu essen. Schon im Herbst vergangenen Jahres war von Dutzenden Toten die Rede.