Wohl zum ersten Mal empfindet der Fußballfan nach dem Ausscheiden einer deutschen Elf keine Wut, sondern Trauer und Stolz. Ein größeres Kompliment ist dieser Mannschaft nicht zu machen.
31,1 Millionen Menschen sahen die Halbfinal-Partie zwischen Deutschland und Spanien im Fernsehen, mehr Zuschauer wurden bei einer TV-Übertragung bislang noch nie gemessen. Wer nach dem Spiel nicht gleich abschaltete, der sah ein Mädchen auf der Tribüne des Moses-Mabhida-Stadions in Durban. Es war ungefähr sieben Jahre alt, klammerte sich an eine kleine Flagge, die schwarzrotgoldene Gesichtsfarbe war verschwommen. Sie heulte hemmungslos und war weder durch Zureden noch durch Kopftätscheln zu beruhigen.
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Tiefe Trauer: ein deutscher Fan nach der Niederlage gegen Spanien. (© getty)
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Dieses Bild stand symbolisch für den Gemütszustand vieler Fußballfans an diesem Abend. Auf der Leopoldstraße in München waren kurz nach Mitternacht noch Fans zu sehen, die Arm in Arm nach Hause wackelten, die deutsche Flagge um die Hüften geschwungen. Erwachsene Menschen, die einander stützen. Manch einer hatte Tränen in den Augen. Kaum einer diskutierte über die Partie gegen Spanien, die die deutsche Elf verdient verloren hatte. Kaum einer war wütend, kaum einer schimpfte.
Alle trauerten - und fast alle waren trotz der Niederlage stolz auf diese deutsche Mannschaft.
Ein ähnliches Bild wurde auch aus anderen deutschen Städten gemeldet. Die Anhänger der Jogi-Löw-Elf seien zwar tief enttäuscht, aber friedlich vom Public Viewing, aus Kneipen und Biergärten nach Hause gegangen, berichteten nahezu übereinstimmend Polizeisprecher aus den größeren Städten. Laut Polizei feierten viele deutsche Fans - anders als vor vier Jahren nach der Niederlage gegen Italien - gemeinsam mit den Anhängern der siegreichen Spanier.
Der deutsche Fußballfan empfindet nach dem Ausscheiden der deutschen Elf keine Wut und keinen Groll, sondern Trauer und Stolz. Erinnert man sich an die Turniere der vergangenen Jahre, dann ist dies ein höchst erstaunlicher Vorgang.
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Ich habe hier zu diesem Artikel jetzt schon einige Kommentare geschrieben, weil ich finde, daß es hier um was Grundlegendes geht.
In meinen Augen gibt es eine Minderheit in, die an allen positiven Entwicklungen in Deutschland, zu denen meines Erachtens auch diese junge multiethnische Nationalmannschaft gehört, was rumzukriteln hat. Diese Begeisterung auf der Strasse kann sich auch in den Jugendmannschaften im besseren gegenseitigen Verständnis niederschlagen.
Wenn der türkische Mannschaftskollege sich in Zukunft beim Duschen nicht die Unterhose aus religiösen Gründen ausziehen will, erinnert man sich an Özil und respektiert das.
Und für ein solches Wir-Gefühl benötigt nun mal gewisse Rituale, zu denen auch ein gemeinsames Feiern gehört.
Und sportliche Wettkämpfe und Identifikation mit einer Mannschaft gab es schon im Altertum bei den Griechen.
Ebenso alt ist dieses Zitat von Aristoteles :
"Ich habe überhaupt keine Hoffnung mehr in die Zukunft unseres Landes, wenn einmal unsere Jugend die Männer von morgen stellt. Unsere Jugend ist unerträglich, unverantwortlich und entsetzlich anzusehen."
ist die Entwicklung, dass das persönliche Befinden immer mehr junger Menschen von den Erfolgen einer Fussballmannschaft abhängt. Siege werden bejubelt wie eigene große Leistungen, Niederlagen betrauert wie eigenes Unglück.Liegt das am fehlenden Selbstwertgefühl in unserer Konsumgesellschaft?
73 Minuten haben die Spanier gebraucht, um einen Treffer zu landen und dann geschah es in einer Standardsituation. Es war also keine große Kunst, letztlich sogar eher ein Glückstreffer. Insofern kann ich die Einschätzung eines verdienten Sieges nicht nachvollziehen. Und kann die Bewertung nicht anders ausfallen als diese, dass die deutsche Elf wohl ein wenig zu eingeschüchtert war. Allerdings völlig zu unrecht, denn der Gegner wurde völlig überschätzt. Die Leistungen Spaniens waren keine besonderen außer den Ball möglichst lange zu kontrollieren ohne recht zu wissen, was damit zu machen sei. Die Deutsche Elf hat sich selbst was eingeredet. Denn gemäßen an den spielerischen Fähigkeiten beider Teams hätte es gestern, auch ohne Müller, zu einer Fortsetzung der Spiele gegen Argentinien und Englang kommen müssen. Ich weiß nicht, ob es da noch eine andere Spielübertragung mit gänzlich anderem Ausgang und Ablauf gab, aber die von mir verfolgte scheint wohl die allgemein gültige. Und da bleibt nur ein Schluss, erneut kommt nicht eine Mannschaft verdient in Finale sondern auf die gleiche oder zumindest recht ähnliche Masche wie vor 4 Jahren Italien.
Die Mannschaft hat ein sehr gutes Tunier gespielt und die Fußballwelt begeistert. Sie verdient gebührend empfangen zu werden.
Was kann der Sport - der Fußball - dafür, zu politischen Zwecken missbraucht zu werden. Nix; also gehört es hier nicht her.......
Paging