Die Preise für die Eintrittskarten bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 stehen fest. Das Preisniveau der Billig-Tickets dürfte die Fans zufrieden stellen. Für das Finale muss ein Zuschauer allerdings tief in die Tasche greifen. Eine Karte kostet zwischen 120 und 600 Euro.

Der Kartenvorverkauf für die insgesamt 3,2 Millionen Karten beginnt frühestens im Dezember 2004.

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Mit dem Einstiegspreis von 35 Euro, der alle Gebühren und Steuern beinhaltet, folgte das Exekutivkomitee des Fußball-Weltverbandes Fifa dem Vorschlag der deutschen Veranstalter um OK-Chef Franz Beckenbauer.

Zwar verfehlten die deutschen WM-Macher damit ihr ursprüngliches Ziel, Tickets schon ab 25 Euro anbieten zu können. Das Anfangsniveau liegt aber deutlich unter dem bei der Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea, wo die billigsten Vorrunden-Karten umgerechnet 51 Euro gekostet hatten.

Bei der WM 1998 in Frankreich gab es die günstigsten Karten für 23 Euro. Bei der Europameisterschaft 2004 in Portugal liegt der Einstiegspreis bei 35 Euro, allerdings zuzüglich Gebühren und Steuern.

90 Euro für Halbfinalkarte

Insgesamt gibt es vier Preiskategorien. Für das Eröffnungsspiel liegen die Preise zwischen 65 und 300 Euro, die übrigen 47 Vorrunden-Begegnungen sind zwischen 35 und 100 Euro zu sehen.

Im Achtelfinale (45-120 Euro), Viertelfinale (55-180), Halbfinale (90-400) und Endspiel (120-600) steigen die Preise kontinuierlich an. Inklusive ist dabei auch die Benutzung des Nahverkehrs und eine Zuschauer- Versicherung. Hinzu kommen lediglich Versandkosten.

Mit dem Preisniveau haben die Organisatoren nach zähem Ringen einen Kompromiss gefunden, der sowohl die Fans als auch die Fifa zufrieden stellen dürfte.

"Damit können auch die einfache Frau und der kleine Mann die Spiele sehen, die sich sonst kein Ticket leisten können", sagte Fifa-Präsident Joseph Blatter, der zwar gegen die Billig-Kategorie ist, sich aber in der fünfstündigen Sitzung der Exekutive der Stimme enthielt. Offen blieb, wie viele Billig-Tickets auf den Markt kommen. Das deutsche WM-OK hofft auf acht bis zehn Prozent.

Die im Etat veranschlagten Netto-Einnahmen von 200 Millionen Euro - knapp die Hälfte des Gesamtbudgets - werden dadurch gedeckt, dass die höchste Kategorie teurer ist als vorgesehen. "Wir haben die Preisschere nach unten wie nach oben geöffnet", sagte OK-Vizepräsident Wolfgang Niersbach.

Große Nachfrage

Beim Run nach den Tickets müssen die deutschen Fans trotz des Heimvorteils mit Enttäuschungen rechnen, denn nur ein Bruchteil der Wünsche ist erfüllbar. "Mit den addierten Karten der deutschen Vorrunden-Spiele könnten wir nicht einmal die Nachfrage aller Jugendtrainer hier zu Lande befriedigen", erklärte OK-Vize Horst Schmidt.

"Es ist schier unmöglich, ein System zu präsentieren, das jeder als fair, transparent und ausgewogen ansieht. Wir werden es nicht schaffen, alle zufrieden zu stellen", ergänzte Niersbach.

Zusätzlich erschwert wird die Verteilung durch geltendes EU-Recht, das eine Privilegierung verbietet. So ist derzeit auch noch nicht klar, ob das OK wie geplant Ende nächsten Jahres in der ersten Verkaufsphase rund 384.000 Tickets oder zwölf Prozent des Gesamt-Kontingents aller Preisklassen exklusiv auf dem deutschen Markt anbieten darf.

Maximal zwei Billig-Tickets pro Bestellung

Der Kartenvorverkauf soll Anfang 2005 weltweit geöffnet und fast ausschließlich über das Internet abgewickelt werden. In der günstigsten Kategorie sollen maximal zwei Tickets pro Bestellung ausgegeben werden, um den Schwarzmarkthandel möglichst schon im Keim zu ersticken.

Nicht in der Hand des deutschen WM-OK liegt die Verteilung der rund 350.000 so genannten VIP-Karten. Die Fifa hat dieses Paket an besonders attraktiven Logen-Tickets für Firmen und betuchte Privatleute erstmals an eine Agentur (ISE) vergeben.

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(sueddeutsche.de/dpa)