Erst blind, dann stumm: Argentiniens Führungstreffer beim 3:1 gegen Mexiko wird gegeben, obwohl alle auf der Leinwand im Stadion sehen, dass er irregulär erzielt wurde.
Die mexikanischen Spieler konnten es nicht fassen. Oben auf der Video-Leinwand von Soccer-City lief noch einmal der argentinische Führungstreffer von Carlos Tevez, und die mexikanischen Spieler sahen, was alle im Stadion sahen: Tevez stand deutlich im Abseits. Was nun? Die Mexikaner rannten zum Linienrichter, es wirkte nun, als habe auch der die Szene auf der Leinwand gesehen. Zuvor hatte er jedoch nicht auf Abseits entschieden, nun wurde es interessant. Die Argentinier fürchten, dass ihnen der irreguläre Treffer aberkannt werden würde, flugs begaben sie sich ebenfalls zum Linienrichter, gleiches tat der Hauptschiedsrichter, Roberto Rosetti. Er hatte zunächst auf Tor entschieden, nun befragte er den Assistenten. Der zeigte mehrmals auf die Leinwand, während er hinter vorgehaltener Hand sprach. Fürchtete er die Lippenleser, die in solchen Fällen gern bemüht werden, um Konversationen zu rekonstruieren?
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Abseits! Carlos Tevez erzielt einen irregulären Treffer, wohl auch der Linienrichter erkannte seinen Fehler, nachdem er die Leinwand konsultierte - und doch galt der Treffer. (© dpa)
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Und: Warum verwies er auf die Leinwand? Da er wohl kaum auf das animierte Maskottchen Zakumi hinweisen wollte, das nach Toren auf der Leinwand erscheint, und da er Rosetti wohl auch nicht auf einige interessante Angebote der Fifa-Partner hinweisen wollte, liegt der Schluss sehr nahe, dass er Rosetti sagte, er habe auf der Leinwand gesehen, dass Tevez im Abseits stand.
Für Rosetti gab es jetzt zwei Möglichkeiten. Er hätte, erstens, inmitten des Getümmels mit seinem Assistenten absprechen können, dass dieser behauptet, er habe die Abseitsstellung unmittelbar gesehen, nicht auf der Leinwand. Nur: Warum sollte er dann nicht direkt die Fahne gehoben haben? Das wäre kaum zu erklären, also kam im Grunde nur die zweite Möglichkeit in Betracht: Rosetti entschied auf Tor.
Die dritte Möglichkeit, dass der Assistent sagt, er habe es auf der Leinwand gesehen, und Rosetti daraufhin seine Entscheidung ändert, gab es nicht, weil sich Rosettis Team damit vor aller Augen des Videobeweises bedient hätte. Eher leerte der Teufel einen Eimer Weihwasser, als die Fifa zugäbe, mittels Videobeweis entschieden zu haben. Der Videobeweis ist verboten, war verboten, bleibt verboten.
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Führungsstreit der Linken
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Vom Videobeweis halte ich wenig. Der Spielfluss würde nachhaltig gestört, wenn irgendeine Kommission erst mal Videos auswerten müsste und alle Spieler solange auf dem Platz rumstehen würden.
Außerdem lässt es sich so prima über vermeintliche Ungerechtigkeiten streiten.
Die Diskussion "Video-Beweis oder nicht" ist komplett falsch. Das Problem ist die Qualität der Schiedsrichterleistungen, die erschreckend ist. Wie blind muss man sein, solche Bilder wie gestern nicht zu sehen. Auch die Auslegung der Regeln ist so extrem unterschiedlich, dass jegliche Konsequenz fehlt. Rossetti gibt gelbe Karten, erst wenn der Fuss ab ist, der spanische Heine aus dem Serbien-Spiel hat die Karte gar nicht mehr in die Tasche gesteckt.
Die FIFA, und speziell Herr Arroganz Blatter, muss sich dafür verantworten und es müssen die richtige Massnahmen getroffen werden. Ein 'weiter so' kann es nicht geben. Wenn in dieser Analyse der Videobeweis als ein Mittel gesehen wird, ok. Viel wichtiger ist es aber, die Qualität der Schiedsrichterleistungen zu steigern und dafür ist die FIFA verantwortlich - genauso wie Löw, Domenech, Capello, Lippi, usw. für die Leistung verantwortlich sind. Wenn die Leistung nicht stimmt, muss der Verantwortliche gehen.
Es kann nur heissen: Auf Wiedersehen - Herr Blatter!
Mega-Inszenierungen anstelle vernuenftiger Sach-Entscheidungen.
Wenn man die Schiedsrichter-Entscheidungen sieht und die Milliarden Werbe-Einnahmen dagegen : so ist die Welt eben jetzt, sch..egal, ob der Ball drin war oder nicht, ob Abseits oder Hand oder was, Hauptsache der Rubel rollt.
Wie bei der Olympiade sieht man staunend ;-}, dass mehr Teilnehmer nicht hoehere Qualitaet bringen.
Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum die FIFA so lange zögert. Der Fußball war doch immer dynamisch und hat sich von einer regellosen Kampfsportart zu einer modernen und strukturierten Sportart entwickelt. Früher wurde ohne Zeitbegrenzung, ohne Schiedrichter, ohne klar denierten Raum, mit Händen, ohne klare Foulregelungen etc. gespielt. Natürlich darf man beklagen, dass der Sport immer mehr reglementiert und kommerzialisiert wird, aber dann darf man ihn eben auch nicht Milliarden Menschen zeigen, Milliarden Dollar verdienen und den Eindruck eines fairen Wettkampfs zwischen verschiedenen Ländern vermitteln. Diese "das ist eben Fußball"-Bockigkeit der FIFA kann den Sport langfristig genauso zerstören wie Doping, wenn der Eindruck entsteht, die Ergebnisse hängen nur noch von überforderten oder gekauften Schiedsrichtern oder einem künstlich erzeugten Zufallsfaktor ab. Die alten Herren der FIFA sind völlig überfordert, selbstgerecht, teilweise korrupt und inzwischen gefährlich für den Fußball. Vielleicht sollten sich die europäischen und südamerikanischen Verbände von zweifelhaften Figuren trennen und eine alternative Organisation aufbauen.
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dann wäre Diego Maradonna an der Seitenlinie explodiert.
Vor 500 Millionen Zuschauern - das war nicht zu verantworten.
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