Mehr Verbindung sei nicht gewesen. Von den drei Mitbeschuldigten will A. nur noch Michael S. kennen, der Pole war Chauffeur des Asiaten. William Bee Wah L. gilt den Ermittlern als Kontaktmann einer internationalen Organisation, die bis nach China und Vietnam reicht. Nach stern-Informationen soll der Ring Fußballer und Trainer durch Zahlungen von 5000 bis 15000 Euro veranlasst haben, Spiele in europäischen Ligen zu manipulieren.
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Bei L.'s Festnahme seien in dessen Bad Dürkheimer Wohnung 50000 Euro Bargeld und Spielbank-Jetons im Wert von 150 000 Euro gefunden worden. Ermittler des hessischen Landeskriminalamts gingen dem Verdacht der Geldwäsche nach, weil Spuren auch in die Spielbankszene führten.
Auf die Frage, ob dem DFB bekannt sei, dass ein asiatischer Pate die aktuelle Wettmafia anführe, erwiderte DFB-Präsident Theo Zwanziger gestern der SZ: "Dazu will ich im Moment nichts sagen."
In Bad Dürkheim ansässig ist auch der vierte Beschuldigte: Sayed G. Der Libanese soll für L. gearbeitet haben. Von Sayed G. führt die Spur ein paar Kilometer weiter zum 1. FC Kaiserslautern: Im Regionalliga-Team des pfälzischen Bundesligisten machte er sich im Vorjahr unter dem Namen "Ali" an die Stürmer Sebastiao da Veiga und Dominick Kumbela heran.
Es droht der WM ein nachhaltiger Imageschaden
Dies sagte Kumbelas Manager Günther Kutowski der SZ. Es sei aber nie über Wettmanipulation gesprochen worden, man habe Kaffee getrunken und Billard gespielt. Gegen Ende des Jahres wurden die beiden FCK-II-Akteure von der Polizei in einer pfälzischen Diskothek mit Cannabis erwischt, was zur Suspendierung durch den Verein führte.
Kumbela habe den Verdacht, sie seien "bei der Polizei angeschwärzt" worden. Beide verließen den FCK in der Winterpause, Sebastiao ging nach Bayreuth, Kumbela zu Erfurt. An der neuen Wirkstätte wurde Kumbela letzte Woche von Kriminalbeamten vernommen. Die Spieler bestreiten jede Verwicklung.
Zwar sei die dicke Limousine von Sayed G. alias "Ali" auch schon bei Saarbrücker Spielern vorgefahren, in Kaiserslautern aber herrschte am Mittwoch nicht nur wegen des Führungswechsels an der Vereinsspitze Aufregung. Große Irritation erweckte bei der Pressekonferenz die Frage nach der möglichen Verwicklung eines Pfälzer Profis in die Affäre. Dies wurde von dem Spieler und von Vereinsseite dementiert.
Sollten die Recherchen der Münchner Behörden in neue Ermittlungen münden, droht der WM nachhaltiger Imageschaden. Die Befürchtung äußerte Franz Beckenbauer in Berlin. "Ein deutscher Nationalspieler sollte genug Geld verdienen, um sich auf solche Wettabenteuer nicht einzulassen", sagte der Chef des WM-OK, er könne sich das nicht vorstellen. Die Nachricht wirke aber "zerstörerisch", sie werde um die Welt gehen und der WM in Deutschland weiteren Schaden zufügen.
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(SZ vom 16.03.2006)
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