Solide in der Defensive, gefährlich bei Kontern: Mit diesem Konzept hat sich Zenit St. Petersburg im Hinspiel bei Bayer Leverkusen 4:1 durchgesetzt. Das Erreichen der Vorschlussrunde dürfte damit gesichert sein.

Nach einem schwarzen Abend im Uefa-Pokal rutscht Bayer Leverkusen immer tiefer in die Krise. Durch das 1:4 (1:1)-Debakel gegen Zenit St. Petersburg droht das Rückspiel in der kommenden Woche nur noch zur lästigen Dienstfahrt zu werden. Lediglich ein Fußball-Wunder kann die Werkself nach dem peinlichen Auftritt gegen den russischen Meister nun noch vor dem Ausscheiden bewahren. Andrej Arschawin (20. Minute), Pawel Pogrebnjak (52.) Alexander Anjukow (61.) und Igor Denisow (64.) schossen am Donnerstag den auch in der Höhe verdienten Sieg für die Gäste heraus. Stefan Kießling (33.) war mit seinem siebten Treffer im laufenden Wettbewerb vor 19.500 Zuschauern der zwischenzeitliche Ausgleich gelungen.

Bild vergrößern

Die Spieler von Zenit St. Petersburg bejubeln ihren 4:1-Sieg gegen Leverkusen. (© Foto: ddp)

Anzeige

Nach zuletzt zwei Niederlagen in der Bundesliga und schwachen Auftritten gegen Eintracht Frankfurt (0:2) und bei Bayern München (1:2) setzte sich die aktuelle Formschwäche der Bayer-Elf auch gegen Zenit fort. Verunsichert und ideenlos gingen die Gastgeber zu Werke - folgerichtig fiel nach einer Unkonzentriertheit in der Abwehr das frühe 0:1 durch Arschawin, der aus spitzem Winkel Leverkusens Torhüter René Adler keine Abwehrchance ließ.

Auch Nationalspieler Bernd Schneider, der gegen Frankfurt 90 Minuten auf der Bank gesessen hatte und nun wieder von Beginn an ran durfte, konnte keine kreativen Akzente setzen. Immerhin leistete der 34 Jahre alte Routinier die Vorlage zum Ausgleich. Den Kopfball Schneiders wehrte der russische Verteidiger Roman Schirokow noch auf der Linie ab, im Nachschuss traf Kießling aus kurzer Distanz. Nach einer Stunde Spielzeit war die Leidenszeit für den schwachen Schneider vorbei - er wurde durch Sergej Barbarez ersetzt.

Der Lieblingsklub des künftigen russischen Präsidenten Dmitrij Medwedjew stand über die gesamten 90 Minuten kompakt in der Defensive und agierte spielstark im Angriff. Der gesperrte Trainer Dick Advocaat konnte dem Geschehen von der Tribüne aus entspannt zusehen. Im Rückspiel wird der ehemalige Mönchengladbacher Coach nach seiner Verbannung in der Zwischenrunde beim FC Villarreal wieder auf der Bank sitzen - und dürfte dort ebenso gelassen sein Team beobachten.

Denn nach der Pause nahm Zenit, das wie Schalke 04 vom Energie-Riesen Gazprom unterstützt wird, die Leverkusener förmlich auseinander. Pogrebnjak mit seinem achten Uefa-Cup Tor in dieser Saison, der überragende Anjukow und Denisow stürzten Bayer in die Krise und machten die zweiten 45 Minuten zum Schaulaufen.

Leser empfehlen 
Lesetipp aus der aktuellen SZ: "Ich war nie schuld. Nie. Nie. Nie."

Torwartlegende Sepp Maier im Interview. SZ am Wochenende Jetzt lesen ...

(sueddeutsche.de/dpa/aum)