Von Tobias Schächter

Karl-Heinz Feldkamp genießt mit 73 Jahren sein Leben als Trainer von Galatasaray Istanbul. Ein Blick auf seine Arbeit vor dem Uefa-Cup-Spiel gegen Bayer Leverkusen.

Letzten Dezember hat die türkische Presse Karl-Heinz Feldkamp mal wieder so richtig in die Mangel genommen. Während der 73 Jahre alte Trainer aus Deutschland in der Heimat eine Grippe auskurierte, verlor sein Team durch ein 0:0 bei Aufsteiger Genclerbirligi Oftas die "Herbstmeisterschaft" an den Provinzklub Sivasspor. "Jemand muss mir erst mal erklären, warum er einen dreistündigen Flug nach Deutschland einem 45-Minuten-Flug nach Ankara vorzieht" meinte die ehemalige Fenerbahce-Legende Ridvan Dilmen in der TV-Show 100 Prozent Fußball.

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In Karl-Heinz Feldkamp brennt auch mit 73 Jahren noch das Fußballfeuer. (© Foto: dpa)

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Feldkamp kennt die mitunter hysterischen Reflexe der türkischen Presse und reagiert auf immer wiederkehrende Hinweise auf sein Alter mittlerweile gelassen. Schließlich hielt er vor seinem dritten Trainer-Engagement in der Türkei als Kolumnist der Zeitung Zaman dem dortigen Fußball gnadenlos den Spiegel vor. Vor achteinhalb Jahren hatte der Veteran aus gesundheitlichen Gründen seine Karriere bei Besiktas Istanbul beendet. Doch seit letzten Juni ist "Kalli", wie Feldkamp auch in der Türkei genannt wird, wieder Cheftrainer bei Galatasaray.

Zum zweiten Mal bei jenem Klub also, dessen Fans ihn nach dem Meisterschaftsgewinn 1993 ehrfurchtsvoll Beyaz Tilki nennen, den grauen Fuchs. Mittlerweile ist Galatasaray wieder Tabellenführer der Süperlig. Seit dem Uefa-Cup-Gewinn Galatasarays im Jahr 2000 aber bestimmen die Auftritte im Europapokal die Sehnsüchte der Fans und der Klubchefs am Bosporus. Knapp überstand Galatasaray die Gruppenphase im Uefa-Cup, ein Ausscheiden hätte Feldkamp wohl in Bedrängnis gebracht, obwohl Galatasaray in der Liga erst ein Spiel verloren hat. So aber geht es an diesem Mittwochabend im Ali Sami Yen Stadion gegen Leverkusen, und Feldkamp feiert ein Wiedersehen mit der Bundesliga, in der er Pokalsiege mit Uerdingen, Frankfurt und Kaiserslautern verbuchte und die Pfälzer 1991 zur Meisterschaft führte.

Der Trainerjob bei Galatasaray kam für den noch stets braun gebrannten Mann mit dem schlohweißen Haar auf einem Umweg zustande. Zunächst als Berater für die Suche eines Nachfolgers von Erik Gerets um seine Meinung gefragt, übernahm der durchsetzungsstarke Oberhausener schließlich selbst das Ruder. "Das Fußballfeuer ist bei mir nie ausgegangen", meinte Feldkamp bei seiner Vorstellung, die im Klub kontrovers diskutiert wurde.

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