Der Außenverteidiger hat lange leiden müssen, aber nun wird er reichlich entlohnt. Auf dem Rasen wird diese lange unterschätzte Spezies immer einflussreicher, und abseits des Rasens haben es die einstigen Außenseiter zur heißesten Ware des Transfermarktes gebracht. Eine nach dem Prinzip von Angebot & Nachfrage logische Entwicklung: Der moderne Fußball hat das Anforderungsprofil auf dieser Position so anspruchsvoll gestaltet, dass es zurzeit nur wenige Profis gibt, die diese Rolle hochwertig besetzen können.
Anzeige
Im modernen Fußball wird die Spieleröffnung mehr denn je den Füßen des Außenverteidigers anvertraut, er hat die meisten Ballkontakte, muss technisch geschickt sein, die Seite hoch- und runterhetzen können, Defensivzweikämpfe gewinnen, und das alles ohne Raum und Zeit. Der Außenverteidiger hat kein breites Mittelfeld, in dem er mal kurz zur Seite treten und durchschnaufen kann. Er hat nur diesen schmalen Seitenstreifen, auf dem ständig Verkehr ist.
28 Millionen plus Bonuszahlungen
Der Deutsche Philipp Lahm und der Brasilianer Maicon gelten als Prototypen des zeitgenössischen Außenverteidigers, Maicon ist gerade im Begriff, von Inter Mailand zu Real Madrid zu wechseln. Sein Preis soll sich auf 28 Millionen zuzüglich diverser Bonuszahlungen belaufen. In diesem Qualitätssegment kann man als Einkäufer nicht viel falsch machen, aber schon knapp darunter gilt der Kauf eines Außenverteidigers als Risiko. Schon für durchschnittliche Außenverteidiger werden schaurige Summen aufgerufen, die sich nur Klubs leisten können, bei denen der Scheich zahlt - Manchester City etwa, das für den serbischen Linksverteidiger Aleksandar Kolarov gerade 22 Millionen Euro springen ließ.
Wer wenig oder nichts ausgeben will, läuft dagegen automatisch Gefahr, an die Resterampe zu geraten. Nicht zufällig sind/waren die Bundesliga-Topklubs im Sommer alle verzweifelt auf der Suche: Die Bayern haben die Suche aufgegeben, die Schalker sind bei Escudero gelandet, die Stuttgarter werden bald die Ausleihe des Schweizers Philipp Degen (FC Liverpool) verkünden.
Am weitesten von einem Transfer entfernt sind die sonst so findigen Bremer. Sie haben zuletzt einen Linksverteidiger nach dem anderen verschlissen, gerade haben sie den Wintereinkauf Abdennour wegen Überforderung heimgeschickt. Zurzeit spielen zwei Peruaner vor, von denen einer eigentlich Stürmer ist.
Sie sind jetzt auf Seite 2 von 2
Torwartlegende Sepp Maier im Interview. SZ am Wochenende Jetzt lesen ...
- Thema
- Bundesliga RSS
- FC Schalke 04 Raúl gibt's wirklich 02.08.2010
- Deutsche Profis bei Real Madrid Wenn die Königlichen klingeln 30.07.2010
- Fußball: Raúl, van Nistelrooy und Co. Altersheim Bundesliga 28.07.2010
- Leverkusen kauft Bernd Leno Champions League statt Heimat 30.11.2011
- 2 um 2 - Udos Erben "Es liegt nicht an Schweinsteigers Ausfall" 29.11.2011
- Nur noch Platz drei für FC Bayern Vanbommelisiert euch! 29.11.2011
- Fußball-Bundesliga Bayern verlässt die Tabellenspitze 28.11.2011
(SZ vom 03.08.2010/jbe)
Bürgermeister in Baden-Württemberg
Champions-League-Finale
"Er (Fábio Coentrão) ist erst seit einem Jahr Stammspieler bei Benfica Lissabon, und die unverbindliche Preisempfehlung lautet: 30 Millionen."
Au contraire, liebe SZ. Bei Coentrão sind die 30 Millionen nicht unverbindlich, sondern zunächst einmal verbindlich. Sie stehen als festgeschriebene Ablösesumme in seinem Vertrag.
Und natürlich ist Contento keine 30 Millionen schlechter als Coentrão. Aber Coentrão hat über ein Jahr in der Liga und bei der WM eben schon nachgewiesen, dass er ein guter ist und ein sehr sehr guter werden kann. Bei Contento ist das wohl noch etwas mehr Unsicherheit im Spiel. Und wenn man international was gewinnen will, muss man eben abwägen. Man wird sicher die ersten Spiele abwarten und Contento genau beobachten. Wenn er bis zum Ende der Transferperiode Ende August solide Leistungen bietet, wird man auf einen Transfer verzichten. Andernfalls wird wohl das Thema Coentrão wird auf die Tagesordnung kommen, so er dann noch zu haben sein sollte.
ob die bayern nicht doch noch van der wiel oder coentrao holen. mit lahm und contento sind sie zu dünn besetzt, um in allen wettbewerben bestehen zu können. meine theorie ist eher, dass man bei bayern noch etwas zuwartet, bis die astronomischen ablöseforderungen sich wieder dem normalmaß nähern.