Real Madrid hat einen reichen Fußball-Wüterich an der Spitze - und will deshalb zwei weitere Stars holen. Der Klub denkt an Franck Ribéry. Der Wechsel steht an.

In der vorigen Woche trat Franck Ribéry zwar noch einmal an zum Training des FC Bayern München - doch wegen einer Blase am Fuß, und vielleicht auch wegen offensichtlicher Lustlosigkeit, war sein Einsatz bald beendet. Es spricht alles dafür, dass der französische Starkicker bald zu Real Madrid wechselt.

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Louis van Gaal, von dem ganzen Gezerre schon genervt. Er fordert ein schnelles Ende des Transfer-Theaters um Franck Ribéry und schließt einen Wechsel des Franzosen nicht mehr aus. (© Foto: dpa)

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Dort hat Vereinsboss Florentino Pérez in nur vier Wochen gut 220 Millionen Euro für neue Kicker ausgegeben - und er will weiter die Schatulle öffnen. Nach der Verpflichtung von Kaká, Raúl Albiol, Cristiano Ronaldo und Karim Benzema kündigt der milliardenschwere Bauunternehmer jetzt an, definitiv zwei weitere Stars zu holen. "Das dürfte dann reichen", fügte der 62-Jährige vor der mit Spannung erwartete Riesen-Show zur Vorstellung von 94-Millionen-Mann Christiano Ronaldo an diesem Montag hinzu.

Und es ist klar, wer ganz oben auf der Wunschliste des Krösus Pérez steht: Eben Franck Ribéry (Bayern München). Auch Xabi Alonso vom FC Liverpool gehört dazu. Insgesamt will Real Madrid noch rund 80 Millionen Euro lockermachen. Ribéry selbst hat sich eindeutuig erklärt: "Es ist entschieden, ich will gehen. Es wird Real oder nichts."

Um die letzten Millionen geht es offenbar nur noch in den Gesprächen mit Bayern München. Louis van Gaal, neuer Trainer des deutschen Fußball-Rekordmeisters, ist von dem ganzen Gezerre schon genervt. Er fordert ein schnelles Ende des Transfer-Theaters um Franck Ribéry und schließt einen Wechsel des Franzosen zu Real Madrid schon überhaupt nicht mehr aus. "Das Wechsel-Thema ist nicht gut für Franck, nicht gut für Bayern München und auch nicht gut für mich. Es muss bald vorbei sein. Wir müssen das Problem lösen", sagte der Niederländer zu Bild am Sonntag.

Das zwischenzeitliche Verkaufs-Veto der Bayern-Bosse ist offenbar nur noch ein Faktor der Erlösmaximierung. Ein Wechsel des Bayern-Stars Ribéry zum spanischen Rekordmeister ist auch laut van Gaal weiter aktuell: "Viele Faktoren spielen dabei eine Rolle, nicht zuletzt das Geld."

Dass es mit zwei weiteren Profis - darunter Ribéry - bei Real Madrid reichen werde, meint Pérez nicht nur sportlich. Natürlich wollen die "Königlichen" nach der titellosen Saison wieder in Spanien und in Europa den Fußball-Thron erobern. Doch es geht auch um viel Geld. Pérez verhehlt dies keineswegs. "Die Verpflichtung eines Cracks wie Ronaldo ist eine rentable Investition, denn die großen Spieler garantieren auch die größten Einnahmen." Dass es unanständig sein soll, in Zeiten der Wirtschaftskrise so mit Geld um sich zu werfen, kann er deshalb nicht nachvollziehen.

Real Madrid macht bei einem Jahresumsatz von rund 365 Millionen Euro einen Gewinn von 40 Millionen. Doch der umsatzstärkste Klub der Welt sitzt auch auf einem Schuldenberg von geschätzten 200 Millionen Euro. Weltstars wie der Brasilianer Kaká und der Portugiese Ronaldo sollen deshalb nicht nur auf dem Rasen erfolgreich sein, sondern auch frisches Geld in die Kassen spülen. Schließlich sind sie nicht nur Fußballer, sondern auch medienwirksame Werbeträger.

Pérez will die Einnahmen bis 2013 auf 500 Millionen Euro im Jahr erhöhen. "Man könnte meinen, Real Madrids Marketing-Strategie ziele auf einen Börsengang ab", sagt Wirtschaftsprofessor Josep María Gay de Liébana. Den Wert Reals sieht er bei 1,8 Milliarden Euro. Von der Umwandlung des Klubs in eine Aktiengesellschaft will Pérez aber nichts wissen.

Eines hat er jedenfalls schon erreicht: Dass der Erzrivale FC Barcelona in der abgelaufenen Saison das Triple aus Meisterschaft, Pokal- und Champions-League-Sieg holte, darüber redet kaum noch jemand. Die Millionen-Einkäufe Reals sind dagegen in aller Munde. Auch die Vorstellung Cristiano Ronaldos an diesem Montagabend soll zu einem Mega-Event werden. Zur Präsentation des 94 Millionen Euro teuren Neuzugangs im Trikot der "Königlichen" werden nicht nur 80.000 Fans im Santiago-Bernabéu-Stadion erwartet, das Ereignis soll auch Millionen von TV-Zuschauern in aller Welt erreichen.

Ronaldo selbst liegt mit Pérez auf einer Linie. "Die großen Fußballer kosten viel Geld, und wer sie haben will, muss eben bezahlen", sagte er ganz unbescheiden der Sportzeitung Marca. Außerdem werde er allen beweisen, dass er sein Geld wert sei.

Das hoffen auch die zuletzt desillusionierten Real-Fans. Schließlich ist er nicht nur der teuerste, sondern mit einem Nettogehalt von 13 Millionen Euro im Jahr auch der bestbezahlte Fußballer der Welt. Und vielelicht passt ihm ja bald Franck Ribéry zu.

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(dpa/sid/jja/segi)