Kamerun ist beim Afrika-Cup im Viertelfinale gegen Nigeria ausgeschieden. Winfried Schäfer will die Arbeit als Nationaltrainer trotzdem fortsetzen.
"Nein", sagte der deutsche Coach nach der 1:2-Niederlage seiner "Unbezähmbaren Löwen" gegen Nigerias "Super Eagles" am Sonntag in Monastir kategorisch zu der Frage, ob er an Rücktritt denke. "Wir haben großes Potenzial im Team und werden noch lange eine starke Mannschaft haben. Kamerun war und ist die Nummer 1 in Afrika", betonte Schäfer, der seinen Vertrag erst vor Turnierstart in Tunesien bis zum 30. Juni 2006 verlängert hatte.
Anzeige
"Bei uns gilt nun die ganze Konzentration der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland", sagte Schäfer und fasste damit das nächste große Ziel bereits fest ins Auge. Unterstützung erhielt der 54-Jährige, dessen Kontraktverlängerung Verbandschef Mohammed Iya mit klaren Treuebekundungen ("Wir wollen gemeinsam mit Herrn Schäfer diesen Weg gehen") verband, von Kapitän Rigobert Song.
Der ehemalige Bundesligaprofi des 1. FC Köln glaubt nicht, dass das jähe Aus des Afrika-Cup-Seriensiegers auch das Ende einer Ära bedeutet. Im Gegenteil: "Wir werden die Lehren aus dem Scheitern ziehen. Niemand sollte uns abschreiben. Wir haben viele junge Spieler mit großer Perspektive und werden wieder kommen." Großen Anteil daran hat Schäfer.
"Jetzt kommt die Zeit Nigerias"
Der langjährige Bundesliga-Coach des Karlsruher SC und VfB Stuttgart hat seinen Kader mit einigen Top- Talenten aufgefrischt, die mithelfen sollen, den Weg zur WM 2006 zu ebnen. Doch ausgerechnet Jay-Jay Okocha, der in seiner Zeit bei Eintracht Frankfurt mehrmals gegen Schäfers Clubs getroffen hatte, leitete die Niederlage des Top-Favoriten ein. Nach dem historischen 1000. Tor der Afrika-Cup-Geschichte vor Wochenfrist machte der Mittelfeldstar der Bolton Wandereres nach Samuel Eto'os 0:1 erneut mit einem sehenswerten Treffer zum Ausgleich auf sich aufmerksam.
"Wir haben nach unserem schwachem Turnierbeginn zusammengehalten. Jetzt träumen wir davon, hier unseren Weg erfolgreich zu Ende zu gehen", meinte Okocha nach "einem der wichtigsten Tore meiner Karriere". Der 30 Jahre alte Mannschaftsführer ist der einzige Akteur im Team, der schon 1994 beim letzten Afrika-Cup-Erfolg seines Landes dabei war. "Jetzt kommt die Zeit Nigerias", glaubt Nationalcoach Christian Chuckwu, der mit seiner Elf am Mittwoch auf Tunesien trifft. Mali und Marokko bestreiten das zweite Semifinale.
Rücktritt des algerischen Trainers
Für Gastgeber Tunesien läuft das Turnier zwar sportlich positiv, doch die Fan-Randale nach dem Spiel Marokko - Algerien (3:1 n. V.) dürften der Bewerbung um die 2010 auf dem schwarzen Kontinent stattfindende WM-Endrunde nicht eben förderlich gewesen sein. Die zu Tausenden ohne Tickets ins Nachbarland gereisten Anhänger aus Algerien lieferten sich nach dem Aus ihres Teams inner- und außerhalb des Stadions in Sfax Schlägereien mit der Polizei und Ordnern. Zudem rissen sie Plastiksitze aus den Verankerungen und warfen diese auf das Spielfeld und damit auf die feiernden Akteure aus Marokko.
Algeriens Auswahlcoach Rabah Saadane trat nach dem Scheitern am Montag von seinem Posten zurück und übernimmt nach Aussage von Verbandschef Mohamed Raouraoua wieder seinen vorherigen Posten als Technischer Direktor. Aus "mehreren Kandidaten", sagte Raouraoua weiter, werde in den kommenden Wochen der Nachfolger ausgewählt.
Torwartlegende Sepp Maier im Interview. SZ am Wochenende Jetzt lesen ...
(dpa)
Migros zeichnet Produkte aus Israel speziell aus