Riquelme, Palermo oder Trainer Alfio Basile - zum hochkarätig besetzten Vorbereitungsturnier in München bringt Maradonas Lieblingsklub Boca Juniors viele alte Helden mit.

Am Sonntag sind sie abgeflogen aus dem südlichen Winter zur Werbetournee in den nördlichen Sommer. Für manche bei Boca Juniors aus Buenos Aires ist es eine Reise in die Vergangenheit, für andere in eine mutmaßliche Zukunft - denn wer als argentinischer Fußballspieler etwas werden will, der landet irgendwann in Europa. In Südamerika trifft man den FC Bayern, Manchester United und AC Mailand eher selten, deshalb sind die Gesandten vom Rio de la Plata begeistert von ihrem 11.400 Kilometer weiten Ausflug zum Münchner Audi Cup mit dem Titel "Weltstars am Ball" (Mittwoch und Donnerstag jeweils ab 18.30 Uhr, live im ZDF).

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Alfio Basile (links), Trainer von Boca Juniors, und Martin Palermo beim Training in Buenos Aires. (© Foto: Reuters)

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Stolz sei er auf die Einladung zu diesem Turnier, sagt Manager Carlos Bianchi. Andererseits darf man sich Argentinier grundsätzlich nicht so bescheiden vorstellen. Und noch weniger die Vertreter dieses Heiligtums, das seine Liebe mit dem göttlichen Diego Maradona teilt und in einer mythischen Festung mit dem Kosenamen La Bonbonera zuhause ist, die Pralinenschachtel.

Das Hafenviertel La Boca (Der Mund) von Argentiniens Metropole verdankt seinen Ruf ja nicht zuletzt diesen Botschaftern in den gelbblauen Trikots. Die Farben wurden einst von den Gründern vergeben, Immigranten aus Genua, wegen der Flagge eines einlaufenden Schiffes. Es war ein schwedisches. Später trug Maradona den Dress, heute besitzt er eine Ehrenloge und steht als Bronzefigur im Klubmuseum.

"Mein Herz, oder was davon übrig ist, gehört Boca", sagte der zwischendurch sehr herzkranke Genius einmal. In dem Stadion stehen außerdem mehr Trophäen als fast überall sonst, 16 kamen allein seit 2000 dazu, darunter zwei Weltpokale. Doppelt so viele oder mehr wie bei Manchester, Milan und Bayern, gegen die Boca jedoch 2001 das Weltpokal-Finale verlor. Vor allem wenn es gegen den Erzfeind River Plate geht, dann wackelt die Bonbonera mit all ihrem Ruhm. Wer es nicht glaubt, der soll hingehen. Laut des Independent ist das Derby namens Superclásico das wichtigste von 50 Sportereignissen, das man einmal im Leben gesehen haben muss.

Mit der Legende kann jenseits des alten Kontinents niemand mithalten, auch wenn es zuletzt mangels Geld und Ideen bergab ging. Landesmeister wurde Vélez Sarsfield, den Lateinamerika-Cup Copa Libertadores gewann Estudiantes de la Plata. Die bedeutendste Marke der Region bleibt die Institution Club Atlético Boca Juniors trotzdem.

Das Personal kann praktisch in der Ahnentafel des Vereins gecastet werden: Manager ist der frühere Stürmer Carlos Bianchi, 60, Trainer Alfio Basile, 65, nachdem Basile als Nationalcoach aufgegeben hat. Beide kehrten heim zu Boca, wie zuvor Torwart Roberto Abbondanzieri, 36, der empfindliche Regisseur Juan Román Riquelme, 30, und der umschwärmte Torjäger Martin Palermo, 35, alle drei waren Weltcupsieger 2000 gegen Real Madrid. Siempre se vuelve al primer amor, weiß der Tango, man kommt immer zur ersten Liebe zurück.

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