SZ: Ist Hoffenheim jetzt überhaupt noch ein Konkurrent um den Titel?

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Rummenigge: Sicher, davon gehe ich aus. Wir wissen, dass wir 17 stabile Spiele brauchen, um Meister zu werden.

SZ: Sind Sie auch gespannt, wie Hoffenheim auf Ibisevic' Ausfall reagiert? Einerseits brauchen sie einen gestandenen Spieler, andererseits würde das ihrer Talent-Philosophie widersprechen.

Rummenigge: Mir gefällt es, wenn jemand eine klare Philosophie hat, bei der es um Nachhaltigkeit geht, das finde ich sehr sympathisch. Sie werden keinen Eto'o holen, auch wenn sie das finanziell vielleicht könnten. Dann kämen sie aber wie ein Abramowitsch rüber, der das Geld raushaut, und das wollen sie ja nicht. Ich glaube nicht, dass sie großes Geld investieren. Das können sie sich schon aus Imagegründen nicht erlauben.

SZ: Diese Nischenpolitik: Besteht bei Bayern kein Interesse an diesem Trend?

Rummenigge: Unsere Philosophie hat doch schon zwei Säulen. Die eine sind die Ribérys, Kloses, Tonis, und die andere besteht aus einem Rensing, einem Lell, einem Lahm, einem Ottl, einem Schweinsteiger. Das sind ja nur einige, die aus dem eigenen Stall kommen, wir bilden diese jungen Spieler selbst aus. Das wird in der Öffentlichkeit manchmal vergessen, vielleicht müssen wir das Image in dieser Richtung auch mal pflegen.

SZ: Die Hoffenheimer sagen: Der Tabellenplatz ist für uns nicht entscheidend. Nehmen Sie ihnen das ab?

Rummenigge: Natürlich wollen die Meister werden! Sie machen eben auf Understatement, das würde ich an ihrer Stelle auch tun. Aber ich bin überzeugt, dass sich die Hoffenheimer oben etablieren und ein dauerhafter Konkurrent von uns bleiben werden.

SZ: Wo steht der FC Bayern nach einem halben Jahr mit dem Trainer Jürgen Klinsmann? Ist es immer noch so, dass er erst im Mai zu bewerten ist?

Rummenigge: Wir haben mit ihm eine stabile Phase zum Ende der Hinrunde gehabt, aber jetzt ist der Moment gekommen, wo du in die entscheidenden Phasen einer Saison kommst. Wir müssen jetzt ernten, und das heißt: nachlegen, nicht nachlassen. Jürgen ist auf einem sehr guten Weg, aber ohne Frage wird beim FC Bayern alles am Erfolg gemessen und natürlich an Titeln.

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(SZ vom 24.01.2009/mikö)