SZ: Manchesters Scheich ist jetzt also der Abramowitsch der Gegenwart?
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Rummenigge: Ja. Es steht zu befürchten, dass das schöne Geld vom Scheich die Finanzkrise überdeckt. Denn Spieler und Berater wissen: Einen gibt's immer, der unsere horrenden Forderungen erfüllt. Dieser Scheich allein reicht, um den Markt zu verändern. Das Geld, das er in den Markt pumpt, verschwindet ja nicht. Es bleibt im Markt und treibt ihn nach oben. Wissen Sie, was ich für den absurdesten Transfer halte?
SZ: Welchen?
Rummenigge: 120 Millionen für Kakà wären Wahnsinn gewesen, aber er ist immerhin einer der drei, vier besten Spieler der Welt. Viel schlimmer finde ich den Transfer von Nigel de Jong...
SZ: ... der soeben vom Hamburger SV für 20 Millionen Euro zu Manchesters Scheich gewechselt ist.
Rummenigge: Im Sommer hätte de Jong aufgrund einer Vertragsklausel noch zwei Millionen Euro gekostet. Ein Zehntel! Mit anderen Worten: Da ist jemand bereit, für vier Monate 18 Millionen zu zahlen. Bis zu dieser Woche hatten wir, die Vertreter der großen europäischen Klubs, den Eindruck, dass sich der Markt seitwärts bis rückwärts entwickelt, dass eine gewisse Mäßigung einzieht. Aber nach den letzten zehn Tagen, fürchte ich, können wir das vergessen.
SZ: Haben Sie eine Idee, wie sich der Markt beherrschen lässt?
Rummenigge: Ich hatte vorige Woche ein Gespräch mit Michel Platini (Präsident des europäischen Fußballverbandes Uefa; Anm. d. Red), und dabei haben wir die Idee eines Lizenzierungsverfahrens für die Champions League geboren. Das würde bedeuten, dass die 32 Teilnehmer gewisse Bedingungen erfüllen müssten.
SZ: Zum Beispiel?
Rummenigge: Man würde verfügen, dass nur 50 Prozent der Gesamteinnahmen eines Klubs in Gehälter investiert werden dürfen. Dann würde es keine so große Rolle mehr spielen, ob ein Klub ein eingetragener Verein ist, oder ob er einen Scheich hat. Zumindest könnten dann einige Auswüchse auf ein gesünderes Maß zurückgeführt werden. Ich sehe bereits eine breite Basis für diesen Vorschlag - bis auf die Engländer, die sind gegen alles, was die Ausgaben der Premier League begrenzen würde. Wenn die EU zustimmt, könnte diese Lizenzierung bis 2010 stehen.
SZ: Wird der FC Bayern seine Politik in der Finanzkrise verändern? Kommen einstweilen nur noch ablösefreie Spieler wie im Sommer Ivica Olic vom HSV?
Rummenigge: Zunächst einmal: Olic wäre auf jeden Fall gekommen. Dass er ablösefrei ist, ist ein angenehmer Nebeneffekt. Aber wir sind einfach der Meinung, dass er sportlich perfekt zu Luca Toni und Miroslav Klose passt.
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Mein Freund, sei doch nicht gleich so angekratzt. Dei SZ ist weder Hofberichtserstatter noch Hetzblatt.
Mich wundert ja schon, dass die SZ überhaupt noch ein Interview mit irgendwem von uns führen darf. Alleine was im letzten halben Jahr an Artikeln abgeliefert wurde reicht für "silenzio stampa" bis zum nächsten CL-Triumph.