Fußball Rassismus in Russland empört Kevin Kuranyi

Vom Rassismus in Russland erschüttert: Kevin Kuranyi

(Foto: dpa)

Der ehemalige Nationalspieler beklagt die zahlreichen verbalen Angriffe auf dunkelhäutige Mitspieler. Radprofi John Degenkolb verpasst bei der WM im Straßenrennen eine Medaille. Audi holt ersten Sieg in der DTM seit 13 Monaten.

Fußball, Russland: Ex-Nationalspieler Kevin Kuranyi hat sich erschüttert über rassistische Auswüchse in Russland, dem WM-Gastgeberland 2018, gezeigt. "Die versuchen schon viel zu tun, aber die auf den Rängen, das sind einfach Leute, die nix im Kopf haben. Mich erschüttert das immer wieder. Wir leben im Jahr 2014, solche Sachen dürfen einfach nicht mehr passieren", sagte der ehemalige Stuttgarter und Schalker Bundesligaprofi, der bei Dynamo Moskau unter Vertrag steht, der Welt am Sonntag.

Seit 2010 spielt der Angreifer in der russischer Premjer Liga. "Vergangenes Wochenende hatten wir ein Spiel gegen Torpedo Moskau, da sind unsere dunkelhäutigen Spieler auch von gegnerischen Fans provoziert worden. Das ist zum Verzweifeln, diese dummen Leute kriegst du nicht los", äußerte Kuranyi. Der russische Verband könne gegen die Vorfälle, die unter anderem dem Klub ZSKA Moskau Geisterspiele in der Champions League beschert haben, wenig machen. Kuranyi forderte die vernünftigen Zuschauer auf den Tribünen in Russland zu mehr Zivilcourage auf: "Seinem Nachbarn auf der Tribüne zu sagen, er solle seinen Mund halten, wenn er mit Affenlauten anfängt, das wäre ein erster großer Schritt."

Radsport, WM: Auch 48 Jahre nach dem Triumph von Rudi Altig stellt Deutschland keinen Radsport-Weltmeister im Straßenrennen der Profis. Hoffnungsträger John Degenkolb belegte beim Sieg des Polen Michal Kwiatkowski mit acht Sekunden Rückstand den achten Platz. Dem 25-jährigen Thüringer fehlten zum Abschluss der Titelkämpfe im spanischen Ponferrada nach einem zermürbenden Ausscheidungskampf die entscheidenden Reserven. Nach 254,8 Kilometern und beinahe sechseinhalb Stunden Fahrt durch Regen und Nässe verwies Kwiatkowski, bei Quick Step Teamkollege von Tony Martin, nach einem Solo den Australier Simon Gerrans und den Spanier Alejandro Valverde auf die Plätze. Degenkolb kam nach einer couragierten Leistung in der zweiten Verfolgergruppe ins Ziel.

Der Bund Deutscher Radfahrer BDR wartet damit weiterhin seit 1966 auf eine Goldmedaille im Straßenrennen. Damals eroberte Altig am Nürburgring das Regenbogentrikot. Letzter Medaillengewinner für den BDR war Sprinter André Greipel im Jahr 2011 als Dritter des Straßenrennens von Kopenhagen.

DTM, Zandvoort: Der zweimalige Champion Mattias Ekström hat den neunten und vorletzten DTM-Lauf in Zandvoort/Niederlande gewonnen und die 13 Monate andauernde Audi-Durststrecke beendet. In einem turbulenten Rennen mit vier Safety-Car-Phasen verwies der Schwede bei seinem 18. Sieg im 142. Rennen den bereits als Meister feststehenden BMW-Piloten Marco Wittmann (Markt Erlbach) und dessen Markenkollegen Martin Tomczyk (Rosenheim) auf die Plätze. Pole-Setter Mike Rockenfeller (Audi/Neuwied) wurde zum größten Opfer des kuriosen Rennverlaufs und kam lediglich auf Rang 17 ins Ziel. In der Fahrerwertung erhöhte der ohnehin uneinholbare Wittmann seine Punktzahl auf 146 Zähler. Beim Saisonfinale auf dem Hockenheimring (19. Oktober) hat Ekström (81) nun wieder die besten Chancen auf Platz zwei in der Meisterschaft.

Basketball, BBL: Alba Berlin hat zum dritten Mal den Champions Cup der Basketball Bundesliga gewonnen. Der deutsche Pokalsieger setzte sich gegen Meister Bayern München hochverdient mit 76:68 (45:25) durch und sicherte sich den ersten Titel der Saison. Die Hauptstädter hatten den Champions Cup, der seit 2006 traditionell eine Woche vor dem Ligastart ausgetragen wird, bereits 2008 und 2013 gewonnen. Bayern-Trainer Svetislav Pesic wurde dabei in der Halbzeit aus der Halle geworfen, nachdem er von den Schiedsrichtern in der Pause zwei technische Fouls kassiert hatte. Dies zieht automatisch eine Disqualifikation nach sich, der 65-Jährige durfte sein Team nicht mehr betreuen. Assistenzcoach und Bundestrainer Emir Mutapcic stand in der zweiten Hälfte an der Seitenlinie, konnte die Niederlage aber nicht mehr verhindern.

"Wir haben das Spiel im ersten Viertel verloren. Wir haben gezeigt, dass unsere Performance weit weg von unserem Talent ist. Wir müssen noch viel trainieren. Wir haben noch eine Woche und ich hoffe, dass wir uns noch verbessern", sagte Mutapcic. Die erfolgreichsten Werfer der vor allem in der ersten Hälfte überragenden Berliner vor 11 105 Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof waren Jamel McLean (15 Punkte), Niels Giffey und Vojdan Stojanovski (beide 13). Für die Bayern punktete John Bryant (14) am sichersten.

Tennis, Peking: Die deutschen Fed-Cup-Spielerinnen Angelique Kerber und Andrea Petkovic haben beim WTA-Turnier in Peking mit hart erkämpften Siegen die zweite Runde erreicht. Kerber setzte sich am Sonntag mit 6:1, 3:6, 6:3 gegen die Australierin Casey Dellacqua durch und gewann auch den dritten Vergleich der beiden. Die ersten Duelle hatte die deutsche Nummer eins aus Kiel jeweils ganz klar für sich entschieden. Nächste Gegnerin der Norddeutschen ist die Kasachin Sarina Dijas.

Petkovic kam erst nach einem fast dreistündigen Kraftakt weiter. Die 27 Jahre alte Darmstädterin bezwang die rumänische Qualifikantin Monica Niculescu nach 2:47 Stunden 2:6, 7:6 (10:8), 6:4. Im Kampf um den Achtelfinale-Einzug trifft Petkovic nun auf Madison Keys (USA). Bereits am Samstag war die Berlinerin Sabine Lisicki in Runde zwei eingezogen und trifft dort auf Wimbledon-Finalistin Eugenie Bouchard aus Kanada. Die China Open sind mit 5,43 Millionen Dollar dotiert.

Tischtennis, EM: Deutschlands Tischtennis-Männer greifen nach ihrem siebten EM-Titel in Folge. Im Halbfinale in Lissabon setzte sich das Team um Rekordchampion Timo Boll gegen Kroatien 3:1 durch. Am Sonntag (19 Uhr MESZ) wartet im Endspiel Gastgeber Portugal, den die Seriensieger bereits in der Vorrunde mit 3:1 bezwungen hatten. Gegen Kroatien punkteten die beiden Aushängeschilder des Teams von Bundestrainer Jörg Roßkopf. Boll (Düsseldorf) gewann gegen Tan Ruiwu (3:0) und den zuvor noch ungeschlagenen Andrej Gacina (3:0). Dimitrij Ovtcharov (Orenburg/Russland) steuerte einen Zähler durch den Sieg über Tomislav Kolarek (3:0) bei. Die Niederlage kassierte Steffen Mengel (Bergneustadt) gegen Gacina (1:3). Portugal hatte sein Halbfinale gegen den 14-maligen Titelträger Schweden 3:1 gewonnen und war erstmals in der EM-Geschichte ins Endspiel eingezogen. Das Finale bei den Frauen bestreiten am Sonntag (15 Uhr MESZ) Titelverteidiger Deutschland und Österreich.

Volleyball-WM, Frauen: Die deutschen Volleyballerinnen haben bei der Weltmeisterschaft in Italien auf dem Weg zur ersten Medaille einen Dämpfer erlitten. Gegen den Gastgeber unterlag das Team von Bundestrainer Giovanni Guidetti 1:3 (25:21, 17:25, 10:25, 18:25) und verpasste damit eine gute Ausgangsposition für die zweite Runde. Sollte das Team um Spielführerin Margareta Kozuch am Sonntag zum Abschluss der Vorrunde gegen Kroatien (17.00 Uhr/Sport1) gewinnen, würde es bis zu vier Zähler mit in die Zwischenrunde nehmen. Die Siege gegen Argentinien und Tunesien fallen aus der Wertung, da die beiden Mannschaften ausgeschieden sind.

In der nächsten Turnierphase geht es in zwei Achterpools um den Einzug in die Top Sechs. Deutschland trifft in Gruppe E auf China und Japan, die anderen beiden Plätze in Pool D sind noch nicht vergeben. Die Deutschen müssen mindestens Dritter werden um weiterzukommen. Die Punkte aus der ersten Runde gegen ebenfalls qualifizierte Teams werden mitgenommen.

Handball, Champions League: Handball-Bundesligist Rhein-Neckar Löwen ist ein Traumstart in die Champions League gelungen. Gegen den französischen Top-Klub Montpellier HB kam der deutsche Vizemeister zu einem nie gefährdeten 35:24 (18:11)-Sieg und untermauerte gleich im ersten Spiel seine Ambitionen in der Königsklasse. Die Mannschaft von Trainer Nicolaj Jacobsen zeigte von Beginn an eine starke Leistung und hatte nur selten Mühe mit den mitunter überforderten Franzosen. Gegen Ende wurde die Partie immer hitziger, an den klaren Verhältnissen änderte sich aber nichts mehr. "Wir haben super gespielt und gut in der Abwehr gestanden", sagte der stark aufspielende Torhüter Niklas Landin Jacobsen "Vor dem Spiel war ich ein bisschen nervös, dass wir so hoch gewinnen, habe ich nicht erwartet."

Moto3-Klasse, WM: Der Spanier Alex Márquez hat die WM-Führung in der Moto3-Klasse übernommen. Dem 18 Jahre alten WM-Vierten des Vorjahres genügte dazu am Sonntag ein zweiter Platz beim Großen Preis von Aragon hinter dem Italiener Romano Fenati, der seinen vierten Saisonsieg feierte. Nach 14 von 18 WM-Rennen liegt Márquez mit 206 Punkten elf Zähler vor dem Australier Jack Miller, der nach einem Sturz in der Anfangsphase des turbulenten Rennens weit zurückfiel. Die beiden deutschen Starter hatten mit dem Ausgang in Spanien nichts zu tun. Philipp Öttl aus Ainring, der im Vorjahr an gleicher Stelle noch auf Rang sechs eingekommen war, schied nach einem Sturz aus. Luca Grünwald aus Waldkraiburg, der bereits unmittelbar nach dem Start gestürzt war, fuhr auf Platz 26 ins Ziel.

Formel 1, Mercedes: Das frühe Aus von Nico Rosberg beim Formel-1-Nachtrennen in Singapur wurde durch einen Kurzschluss, ausgelöst durch eine fremde Substanz, verursacht. Das ergaben die Untersuchungen des Mercedes-Rennstalls. Die Substanz sei ein Mittel, das beim normalen Service-Prozess vor dem Rennwochenende verwendet werde. Unter dem Hashtag "#NotAConspiracy" stellte das Team auch gleich klar, dass es sich bei der Unzuverlässigkeit um keine Verschwörung gehandelt habe.

Rosberg war bei dem Großen Preis am vergangenen Sonntag vorzeitig ausgeschieden. Durch den Defekt in der Lenksäule waren die meisten Funktionen des Steuers in Mitleidenschaft gezogen worden. Rosberg war zu Beginn der Formationsrunde stehen geblieben, aus der Boxengasse gestartet und letztlich entnervt aus seinem Wagen gestiegen. Der 29-Jährige musste die WM-Führung an seinen siegreichen Teamkollegen Lewis Hamilton abgeben. Die Verunreinigung sei nicht sichtbar und bis zum Sonntag, als Rosberg auf dem Weg in die Startaufstellung war, auch nicht festzustellen gewesen. In den kommenden Rennen sollen neue Teile benutzt werden, kündigte Mercedes gut eine Woche vor dem Großen Preis von Japan an.

DTM, Zandvoort: Audi-Pilot Mike Rockenfeller startet beim vorletzten Saisonlauf des Deutschen Tourenwagen Masters in Zandvoort vom ersten Platz. Der entthronte DTM-Meister von 2013 setzte sich in der Qualifikation am Samstag vor dem als neuer Champion feststehenden BMW-Rivalen Marco Wittmann durch und steht zum vierten Mal in seiner Karriere auf der Pole. Damit kann Audi im Rennen am Sonntag (13.30 Uhr/ARD) auf den ersten Saisonsieg hoffen. Auf Rang drei fuhr mit dem Italiener Edoardo Mortara ein weiterer Audi-Pilot, die an der niederländischen Nordseeküste fünf der ersten sechs Startplätze belegen. Bester Mercedes-Pilot war Pascal Wehrlein aus Worndorf als Siebter. "Wir wussten, dass wir gut sind, die Strecke liegt mir", sagte der aus Neuwied stammende Rockenfeller. "Meine Devise ist die Flucht nach vorne. Ich stehe auf der Pole und will das Rennen gewinnen."

Golf, Ryder Cup: Das europäische Golf-Team hat seine Führung im 40. Ryder Cup gegen die USA nach vier Runden ausgebaut. Vor den zwölf entscheidenden Einzeln am Sonntag steht es im schottischen Gleneagles 10:6. Vor zwei Jahren hatten die USA in Medinah ebenso geführt, am Ende aber verloren. Martin Kaymer unterlag zunächst mit dem Dänen Thomas Björn gegen Patrick Reed/Jordan Spieth und holte am Nachmittag zusammen mit dem Engländer Justin Rose im klassischen Vierer einen halben Punkt gegen die Rookies. Rose hatte zusammen mit dem Schweden Henrik Stenson einen Rekord von zwölf Birdies in den Fourballs aufgestellt, bei dem jeder seinen eigenen Ball spielt.

Rad-WM, Junioren: Der deutsche Meister Jonas Bokeloh hat bei der Rad-WM die Goldmedaille im Straßenrennen der Junioren gewonnen. Der 18 Jahre alte Frankfurter setzte sich im spanischen Ponferrada nach 127,4 Kilometern im Massensprint überlegen durch und verwies den Russen Alexander Kulikowski sowie Peter Lenderink aus den Niederlanden auf die Ränge zwei und drei. Es ist der erste Junioren-WM-Titel für den Bund Deutscher Radfahrer (BDR) seit 1996 Dank des Erfolgs von Lennard Kämna (Wedel) im Zeitfahren hat der BDR in Ponferrada nun beide Junioren-Wettbewerbe für sich entschieden. Insgesamt war es das dritte BDR-Gold bei den Titelkämpfen. Dazu kommt die Silbermedaille von Tony Martin im Zeitfahren der Profis.