Beim 1:2 gegen England zeigt die deutsche Nationalelf ihre schwächste Halbzeit unter Joachim Löw. Gibt es nun wieder Fragen nach Ballack und Frings?
Gut zehn Minuten vor Schluss sah es so aus, als könnte der Sieger der Partie nicht England, sondern Tim Wiese heißen. Gerade hatte der Bremer Torwart ein Schuss von Shaun Wright-Philipps mit den Fingerspitzen an den Pfosten gelenkt, und das war nicht seine erste gute Aktion gewesen, seit er in den Pause für René Adler eingewechselt worden war.
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Patrick Helmes trauert - obwohl er gegen England ein Tor erzielte. (© Foto: ddp)
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Dann aber erzielte John Terry in der 84. Minute das zweite Tor für England, und so hat die deutsche Nationalelf ihr Freundschafts-Länderspiel am Mittwochabend in Berlin 1:2 (0:1) verloren. Es war ein schlechtes, bisweilen langweiliges Fußballspiel, das die knapp 75000 Zuschauer im Olympiastadion mit gellenden Pfiffen quittierten.
Es waren allerdings auch seltsam besetzte Mannschaften die da auf dem Platz standen und als Deutschland beziehungsweise England firmierten. Englands Trainer Fabio Capello musste auf acht Stammkräfte verzichten, Bundestrainer Joachim Löw konnte nicht auf Michael Ballack und Philipp Lahm zurückgreifen; dass Torsten Frings nicht mitspielte, hatte der Trainer sich selbst ausgesucht. So ein alter Kämpfer, mag Löw vielleicht gedacht haben, der wäre jetzt genau der richtige Mann. Denn was seine Mannschaft sich in der ersten Halbzeit zusammenspielte - es war wirklich bemerkenswert schlecht.
Es ist sogar keine Übertreibung zu sagen, dass es die schlechteste Halbzeit war, die die Nationalelf unter Joachim Löw bisher gespielt hat (beim 1:4 in Italien vor der WM 2006 war er ja noch Jürgen Klinsmanns Assistent). Besonders das Mittelfeld mit Simon Rolfes und Jermaine Jones funktionierte nicht. Und zwar auf erstaunliche Weise: Rolfes wirkte unsicher am Ball, zudem war sein Timing schlecht, er stand oft zur falschen Zeit am falschen Ort - gerade das Stellungsspiel ist sonst seine Stärke, er besitzt ein ausgeprägtes Gefühl für den Raum.
Jones beschränkte sich auf Aktionen im Nahkampf, ansonsten umschwirrte er Rolfes wirkungslos. In der 40. Minute fing er einen Ball in der Abwehr ab, überquerte den halben Platz, schaute, schaute wieder, und passte dann - ins Nichts. Nicht zum Gegner, nicht ungenau, er passte ins Nichts, dort, wo Jones den Ball hingespielt hatte, eröffnete sich eine große Leere. Es ist in der Regel falsch, einzelne Szenen mit dem Wort "symptomatisch" zu belegen, aber in diesem Fall soll es erlaubt sein.
Die beiden Kreativen im Mittelfeld, Piotr Trochowski und Bastian Schweinsteiger klebten an den Flügeln fest; allenfalls bei Trochowski schimmerte bisweilen ein wenig Kunstvolles durch die Aktionen, aber es schimmerte wirklich nur ganz leicht. Die logische Folge: Die Stürmer Miroslav Klose und Mario Gomez waren vom Spiel der Kollegen völlig abgekoppelt; sie hätten sich auch einen kleinen Campingtisch in den englischen Strafraum stellen und die Partie bei einem (alkoholfreien) Bier verfolgen können - es wäre überhaupt kein Unterschied spürbar gewesen.
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Führungsstreit der Linken
Sie haben natürlich recht, neben Laufbereitschaft, Zweikampfstärke und taktischer Disziplin gibt es auch noch andere spielentscheidende Faktoren. Das beste Beispiel war Holland bei der EM, das in der Vorrunde stärkste Gegner sowas an die Wand spielte und dann ziemlich jämmerlich von Russland entzaubert wurde.
Vielleicht sollten die Engländer weiter mit der 2. Mannschaft antreten, solange die Jungs so heiß und hungrig sind, vielleicht mit Lampard verstärkt.
Da ich über Premiere viele Ligaspiele in England sehe muss ich aber doch einräumen, in England wird um einiges schneller, präziser und kampfbetonter gespielt als in der BL. Der Unterschied im Zweikampfverhalten gestern war schon eklatant. Währen die deutschen Spieler, ja auch keine Klosterschüler, bei jedem Doppeln einen Not-Fehlpass produzierten, lwaren die Engländer so gut wie nie vom Ball zu trennen.
Typisch für den deutschen Fußball, siehe das Rückspiel gegen Tschechien bei der EM-Quali, wenns um nichts geht, dann fallen fast alle Spieler weit unter Normalform. Und da steckt scheinbar einer den anderen an.
wie die anderen Experten hier so heißen mögen. Diese Freundschaftsspiele bedeuten doch rein gar nichts. Eine spielerisch limitiertes England hat durch extrem hohe Laufbereitschaft und taktische Disziplin die Oberhand gewonnen. Na und? Schweinsteiger hat es doch gesagt:" Der Platz war irgendwie seifig. Was solls?"
Und immer der Verweis auf die fehlenden Lampard & co. Mit denen wäre es doch viel einfacher geworden denn die hätten genauso pomadig gespielt wie die Deutschen. 2010 stehen doch völlig veränderte Mannschaften auf dem Platz und dann erst gilt es in den wirklich wichtigen Spielen das Richtige zu tun. Wenn sich dann ab dem Achtelfinale die Spiele verdichten, wenn die Intensität so hoch wird das jeder Fehler bestraft wird und wenn jeder Spieler bereit ist nicht eher zu weichen bis der Titel gewonnen ist, erst dann zeigt sich wie gut eine Mannschaft ist. In solchen Momenten löst sich das Spiel von solchen Dingen wie Technik, Taktik oder Systemen. es kommt sogar, wie Menotti es nennt, zu einer Verhöhnung der Technik.Jeder einzelne Spieler spürt in solchen spielen keine Minuten mehr sondern nur noch Spielsituationen die es zu lösen gilt, mit aller Macht bis zur Belastungsgrenze und weit darüber hinaus. Dies sind die Gesetzmäßigkeiten
die Scolari meinte als er nach dem Deutschlandspiel EM08 sagte diese müsste seine Mannschaft erst noch lernen bevor sie solche Spiele gewinnen können. Die Deutschen haben immer wieder gezeigt das sie dies Können(leider nicht beim EM endspiel) Die Italiener können es. Die Holländer noch nie und die Engländer leider auch nicht.
Aber das werden die o.g. leider nie verstehen!
Ganz locker bleiben Leute .. die Engländer gewinnen zu lassen, ist doch eine grandiose Strategie.
Die Engländer in allen unwichtigen Spielen gewinnen lassen, um dann in den entscheidenen Spielen zu triumphieren. Wie immer, werden die Engländer dann eingebildet und arrogant, um schießlich im Turnier zu versagen.
yea! very nice my English friends!
Happy and glorious,
Long to reign over us,
*God* *save* *the* *Queen**!*
O lord God arise,
Scatter our enemies,
And make them fall!
Confound their knavish tricks,
Confuse their politics,
On you our hopes we fix,
*God* *save* *the* *Queen**!*
Sincerely Yours, The P.
Und wo sind sie jetzt denn - all die die jungen Nachwuchskräfte, die so über den Klee gelobt haben. Trochowski, Schweinsteiger, Rolfes - hat der gestern überhaupt einen Pass angebracht? Ein ganz großer Punkt für Ballack und Frings gestern. Obwohl ich äußerste Bedenken habe, das es mit denen besser gelaufen wäre.
Nein - es war eine kleine Lehrstunde gestern. In taktischer Disziplin, Pressing, Räume verengen, Umstellung auf die Defensive und das alles ohne die erste Mannschaft. Capello hat es geschafft das Potential der englischen Mannschaft auszuschöpfen, denn gute Spieler hatten die schon immer. Sie haben es nur nie umsetzen können. Das aber die 2. Mannschaft in einer beeindruckenden Weise dasselbe Capello-System umsetzen kann, und ähnlich konzentriert spielen kann wurde gestern demonstriert.
Es fehlten:
Hargreaves
Rooney
Lampard
Gerrard
Campbell
A.Cole
J. Cole
Carragher
Ferdinand
Man möge sich nicht ausmalen was die gestern mit der deutschen Mannschaft gemacht hätten.
Die WM-Quali macht es noch deutlicher. Aber - mit dieser Mannschaft und der hervorragenden Arbeit von Capello ist England ein ganz, ganz ernst zunehmender Favorit um den WM-Titel. Die meisten Spieler sind alle "Titel"-geprüft. Der Trainer sowieso. Da werden sich einige ganz warm anziehen müssen !!!!
Three Lions on a Shirt - always keeps me dreaming !!!
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