Bundestrainer Joachim Löw verzichtet für die Weltmeisterschaft in Südafrika auf Torsten Frings - und beendet damit die DFB-Karriere des Bremers. Der Mittelfeldspieler reagiert enttäuscht.
Torsten Frings spielt in den Planungen von Joachim Löw endgültig keine Rolle mehr. Der Bundestrainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft teilte dem Werder-Routinier nach monatelangem Hinhalten am Mittwoch in einem persönlichen Gespräch mit, dass er ohne ihn für die WM im Sommer in Südafrika plane. Dies bestätigte am Mittwoch zunächst der Bremer Bundesligist in einer Pressemitteilung. Frings, 33, reagierte enttäuscht, aber nicht überrascht auf die Entscheidung. "Damit musste ich ja rechnen, wenn man alle Vorzeichen gesehen hat. Mir bleibt nichts anderes übrig als das zu akzeptieren, auch wenn ich völlig anderer Meinung bin als Joachim Löw", sagte er.
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Joachim Löw (rechts) verzichtet für die WM auf Torsten Frings. (© Foto: dpa)
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Aus Löws Erklärungen wurde etwas später klar, dass der Nachwuchs dem Routinier seiner Meinung nach den Rang abgelaufen hat. "Wir haben in unserem erweiterten Kader viele junge Spieler, die unsere Anforderungen erfüllen und die sehr gute Perspektiven über die WM 2010 hinaus haben. Gerade jüngere Spieler wollen wir jetzt an das internationale Spitzenniveau heranführen, weil wir von ihnen überzeugt sind und für ihre sportliche Weiterentwicklung eine große Verantwortung tragen", sagte Löw: "Wir können seine Enttäuschung über unsere Meinung verstehen. Doch wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht."
Torsten Frings hatte sein letztes von 79 Länderspielen im Februar 2009 beim 0:1 gegen Norwegen in Düsseldorf bestritten. Danach war der Vize-Weltmeister von 2002 und EM-Zweite von 2008 von Löw nicht mehr berufen worden. Frings hatte mehrfach die Vermutung geäußert, dass dies nicht nur sportliche Gründe gehabt habe. Im Herbst 2008 war es zum öffentlich ausgetragenen Disput zwischen Löw und Frings über den Umgang mit verdienten Nationalspielern gekommen. Kapitän Michael Ballack hatte damals Partei für Frings ergriffen. "Ich glaube, dass ich immer noch das Potential habe, starke Leistungen bei einer WM abzuliefern. Und ich werde das weiterhin in der Bundesliga unter Beweis stellen", sagte Frings am Mittwoch.
Joachim Löw hatte betont, dass er Zweifel an der Fitness des in der Vergangenheit oft angeschlagenen Mittelfeldspielers habe. Bei der WM müsse er auf physisch robuste Spieler setzen. Dennoch hatte er Frings bisher stets noch Hoffnung auf ein Comeback im Nationaltrikot gelassen, zumindest in der offiziellen Sprachregelung; intern hatte sich der Bundestrainer offenkundig nicht mehr mit der Option Frings beschäftigt.
Löw will an diesem Donnerstagmittag einen erweiterten, rund 35-köpfigen Kader für den Fitnesstest zum Beginn der nächsten Woche in Sindelfingen benennen. Und im Gegensatz zu Frings dürften am Donnerstag Toni Kroos, Mats Hummels, Thomas Müller und selbst Holger Badstuber ihr Mobiltelefon griffbereit haben. Denn dieses Quartett, das in der laufenden Bundesligasaison für Furore sorgt, wartet auf einen Anruf von Löw oder dessen Assistenten Hansi Flick und eine Einladung zum Leistungstest.
"Wir beobachten diese Spieler ganz genau", hatte Löw zuletzt erklärt, ohne zu verraten, ob die in der DFB-Auswahl noch nicht berücksichtigten Aufsteiger von Tabellenführer Bayer 04 Leverkusen (Kroos), Borussia Dortmund (Hummels) und vom FC Bayern München (Müller/Badstuber) für die Weltmeisterschaft 2010 noch eine Rolle spielen könnten.
Am Donnerstagmittag wird demnach einigermaßen Klarheit darüber herrschen, wen der Bundestrainer außer den gesetzten Nationalspielern überhaupt auf seiner langen Liste für die erste WM-Endrunde auf afrikanischem Boden hat. Fehlen werden beim Treffpunkt der DFB-Auswahl am Sonntag der Schalker Verteidiger Heiko Westermann, der Hoffenheimer Mittelfeldspieler Tobias Weis (beide Knie-OP) sowie mit ziemlicher Sicherheit auch Torjäger Lukas Podolski vom 1. FC Köln wegen seiner Bandscheibenprobleme, die den Stürmer offenbar zu einer längeren Pause zwingen werden. Die beiden Leverkusener Bayer-Profis Patrick Helmes und Simon Rolfes dürften dagegen nach ihren Verletzungspausen wieder zurückkehren ins Nationalteam. Beide drängen nach ihrer Rückkehr in die Startelf des Tabellenführers.
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(sueddeutsche.de/SZ/sid/dpa)
Totilas und sein Reiter
...ist dieses ständige Verstecken hinter dem "Wir". Das ist schlechter Stil und eine Persönlichkeitsschwäche. Noch schlimmer wäre allerdings "man". Löw sollte Tacheles reden und zwar in der Ich-Form.
Wir haben so viele Stürmer, dass es auf Kuranyi nicht ankommt.
Ich kann Löw in der Sache durchaus verstehen, dass er lieber auf andere setzt, das Argument, er kann jetzt nicht mehr, weil sich Kuranyi mies verhielt, ist aber kappes.
Kuranyi wurde fast dahin gedrängt und war von vornherein ohne Chance. Löw wartete in seiner ihm typischen miesen Art auf die Reaktion von Kuranyi, um ihm dann die Schuld für die Ausbootung zuschieben zu können.
Ähnlich lief das bei Kahn, Frings oder Hildebrand. Löw hat einfach einen schlechten Charakter, aber seinen Job in der Aufstellung macht er eigentlich immer nachvollziehbar.
Ich kann das Argument mit der Stuttgartbevrzugung eigentlich auch nicht verstehen. Dass einige Spieler eines der deutschen Meistermannschaften dabei sind, ist logisch.
Über den ein oder anderen kann man streiten, besonders jetzt, wo die komplett von der Rolle sind.
Helmes? Der hat doch aufgrund seiner Verletzung monatelang nicht mehr im Verein gespielt.
Falls Herr Löw meint, noch Stürmer zu benötigen, sollte er über seinen Schatten springen und Kuranyi berufen. Er kann diesen Spieler doch nicht ewig "sperren", nur weil der einmal enttäuscht abgereist ist. So etwas gibt es nicht einmal im Strafrecht.
"Lieber Kroos als Frings! Der hat eine Option für zwei weitere Turniere. "
So ein Quark, Kroos ist Offensivspieler.
Eher wird Schweinsteiger diese Position von Frings übernehmen, vor allem da der in der Offensive nicht mehr an Özil oder Kroos vorbeikommt.
Kroos spielt aber nicht auf der Position von Frings. Eher auf der von Ballack oder Podolski. Eher wäre Rlfes eine Option oder, wenn Löw einen für rechts findet, sogar der Schweini. Aber es gibt noch mehr Alternativen. Aber es stimmt: Ego allein reicht nicht.
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