Den Wettstreit ums WM-Tor will Robert Enke von Hannover aus führen - Trainer Köpke reagiert mit einer Absage auf Lehmanns Rückkehrpläne.
Es war ein weiser Zug von Joachim Löw, sich schon Mitte der Woche auf seine vorläufige Nummer eins festzulegen. So konnte sich Robert Enke in aller Ruhe - und beflügelt vom Vertrauen des Bundestrainers - auf das WM-Qualifikationsspiel gegen Liechtenstein vorbereiten.
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Robert Enke steht gegen Liechtenstein im Tor der Nationalelf. Torwarttrainer Andreas Köpke lobt die Leistung Enkes in der Bundesliga. (© Foto: dpa)
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Er habe sich zum Beispiel eine DVD mit den "gefährlichen Standard-Varianten" der Liechtensteiner angesehen, berichtete Enke am Freitag. Außerdem hat er ein bisschen durch die DFB-Historie geblättert, die erst drei Begegnungen mit dem Fürstentum auflistet: das Hinspiel im September, ebenfalls mit Enke im Tor, Endstand 6:0; davor ein 8:2 im Juni 2000 (Torwart: Jens Lehmann) sowie ein 9:1 im Juni 1996 (Oliver Reck).
"Ich habe bisher als einziger DFB-Torhüter gegen Liechtenstein zu Null gespielt", schlussfolgerte Enke, "insofern bin ich der richtige Mann für das Spiel." Enke, das war die Botschaft hinter dem Scherz, ist gut gelaunt. Die Anspannung der vergangenen Tage, als der 32-Jährige - wie der dann verletzte René Adler und der zum Ersatz degradierte Tim Wiese - auf den Einsatzbefehl hoffte, ist von ihm abgefallen.
Enke will mit zur WM
Das Lob des Torwarttrainers Andreas Köpke, Enke halte bei Hannover 96 inzwischen wieder "alles, was man halten muss, und darüber hinaus noch was", hat er dennoch ohne große Gefühlsregung zur Kenntnis genommen. Als Selbstverständlichkeit eben: "Ich hoffe, dass ich meinen Weg jetzt wie vor meiner Verletzung weitergehen kann."
Dass er sich für jede Berufung ins Nationaltor aufs Neue rechtfertigen muss, daran ist Robert Enke ohnehin gewohnt. Jeder der Kandidaten hat einen Teil der Liga als Lobby hinter sich, diesmal war es Bremens Manager Klaus Allofs, der pflichtschuldig darauf hinwies, er könne Löws Entscheidung "nicht nachvollziehen". Schließlich sei es nicht Enke, sondern sein Bremer Torsteher Wiese, "der international spielt", nämlich im Uefa-Cup.
Darf ein deutscher Nationaltorwart bei Hannover 96 tätig sein, jenem Klub, der zugleich die mit Abstand schlechteste Abwehr der Liga beschäftigt? Oder müsste Enke, wenn er es ernst meint mit seinem Ziel, 2010 in Südafrika das WM-Tor zu bewachen, den Verein wechseln?
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