Fußball Klopps Zitter-Liverpooler dürfen nach Wembley

Jürgen Klopp steht mit Liverpool im League Cup Finale.

(Foto: REUTERS)

Ein Nervenspiel beschert den "Reds" ein großes Finale in England. Andy Murray jubelt in Melbourne. Dirk Nowitzki in Los Angeles. Eine "Task Force" soll Betrug im Tennis untersuchen.

Fußball, Engand: Jürgen Klopp hat sich in sein erstes Endspiel mit dem FC Liverpool gezittert. Das Team des ehemaligen Fußball-Bundesliga-Trainers setzte sich am Dienstagabend an der Anfield Road im Elfmeterschießen mit 6:5 gegen den Premier-League-Rivalen Stoke City durch. Nach der regulären Spielzeit und der Verlängerung hatte Stoke 1:0 (1:0) geführt und damit den 1:0-Sieg von Liverpool aus dem Halbfinal-Hinspiel des Liga-Pokals egalisiert. Den entscheidenden Elfmeter verwandelte Joe Allen. Ex-Bundesliga-Profi Marko Arnautovic hatte unmittelbar vor der Halbzeit-Pause für die Führung der Gäste gesorgt (45.+1). Im Elfmeterschießen vergaben aufseiten von Stoke Peter Crouch und Marco Muniesa. Bei Liverpool traf der deutsche Nationalspieler Emre Can nur den Pfosten. Den Gegner ermitteln an diesem Mittwoch Manchester City und der FC Everton. Everton hatte das Hinspiel mit 2:1 vor heimischer Kulisse gewonnen.

Tennis, Männer: Andy Murray steht bei den Australian Open zum sechsten Mal im Halbfinale. Der britische Weltranglisten-Zweite rang am Mittwoch in Melbourne David Ferrer aus Spanien mit 6:3, 6:7 (5:7), 6:2, 6:3 nieder. Murray, der beim ersten Grand-Slam-Turnier der Tennis-Saison bereits viermal im Endspiel stand, benötigte 3:20 Stunden für seinen Erfolg. Der 28-Jährige trifft jetzt auf den Gewinner des Duells zwischen Milos Raonic aus Kanada und dem Franzosen Gael Monfils.

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Basketball, NBA: Dirk Nowitzki hat seine Dallas Mavericks zu einem knappen Sieg bei den Los Angeles Lakers geführt. Der 37-Jährige erzielte 2,1 Sekunden vor Schluss den entscheidenden Korb zum 92:90 für die Gäste, erwischte aber insgesamt keinen guten Tag. Der Würzburger kam lediglich auf 13 Zähler, davon holte er acht im letzten Viertel. Das mit Spannung erwartete letzte NBA-Duell der beiden Größen Nowitzki und Kobe Bryant fiel unterdessen aus: Bryant, der Ende November seinen Rücktritt zum Saisonende angekündigt hatte, musste aufgrund von Schulterproblemen passen und verfolgte die Partie von der Seitenlinie. Nach Nowitzkis Matchwinner gratulierte Bryant prompt mit einem Klaps auf den Hintern. Bester Werfer der Mavericks war Jose Barea (18), für die Gastgeber war Jordan Clarkson (18) am treffsichersten. Für Dallas war es der zehnte Sieg gegen die Lakers in Folge und der 26. Sieg im 47 Spiel. Damit liegt der NBA-Champion von 2011 in der Western Conference auf dem sechsten Platz, die Lakers bleiben mit 9:38 Schlusslicht im Westen.

Tennis, Betrug: Nach Medienberichten über Spielmanipulationen in der Tennis-Weltspitze soll die Anti-Korruptionsabteilung des Sports nun von unabhängiger Stelle untersucht werden. Dies gab ATP-Chef Chris Kermode am Mittwoch in Melbourne bekannt, wo derzeit die Australian Open stattfinden. Nach Angaben einer Gewährsperson soll die externe Untersuchung von London aus organisiert werden. Vergangene Woche hatten die BBC und das US-Portal Buzzfeed News gemeldet, dass Beweisen von Spielmanipulationen in den vergangenen zehn Jahren nicht gründlich nachgegangen worden sei. Demnach sollen 16 Spieler der Top 50 der Weltrangliste in die Machenschaften verwickelt gewesen sein. Doch seien die Spieler nicht gesperrt worden, hieß es. Zunächst hatte ATP-Chef Kermode Vorwürfe zurückgewiesen, wonach Hinweise auf Manipulationen nicht überprüft oder unterdrückt worden seien. Am Mittwoch erklärte er, in den Medienberichten hätten sich "sehr, sehr ernsthafte Anschuldigungen" gefunden, die "dem Sport Schaden zugefügt" hätten. "Daher haben wir so schnell gehandelt und Entscheidungen getroffen."

Handball, Verletzungen: Nach den verletzungsbedingten Ausfällen der deutschen Nationalspieler Steffen Weinhold und Christian Dissinger bei der Handball-EM schlägt Teamarzt Kurt Steuer Alarm. "Die Spieler, die Bundesliga, Champions League und Nationalmannschaft spielen und in diesem Jahr zusätzlich mit EM, Olympia-Qualifikation, WM-Quali und vielleicht Olympia mehrere große Aufgaben zu bewältigen haben, sind überspielt, massiv überlastet. Dann passieren solche Schäden", sagte Nationalmannschafts-Arzt Steuer den "Kieler Nachrichten" (Dienstag). Steuer sieht die Methodik von Bundestrainer Dagur Sigurdsson bei der Regeneration als wegweisend an. "Dagur verlangt, dass seine Spieler pro Tag - sei es beim Training oder im Spiel - zwei Stunden lang 100 Prozent Leistung bringen. 22 Stunden bekommen sie jedoch Zeit, sich zu erholen", berichtete der Mannschaftsarzt und sagte: "Ein Meilenstein."

Die Ruhezeit nach einem Spiel werde "vollkommen unterbewertet", meinte Steuer. Denn nach einer Partie könnten die Profis überhaupt nicht schlafen. "Das Adrenalin tropft ihnen aus den Ohren, sie schlafen erst spät ein." Deshalb seien Frühstück um 8.00 Uhr und Früh-Training nicht das richtige Mittel. Im deutschen Team in Polen sei Frühstück bis zehn Uhr möglich. Die längeren Ruhephasen seien "Luxus, der Gold wert und dringend erforderlich ist", sagte Steuer. Verletzungen wie jüngst hätten aber "auch weniger überlastete Spieler als Dissinger und Weinhold in jeder anderen Partie treffen können", meinte er.