Der Vertragsstreit führt Bundestrainer Joachim Löw und Manager Oliver Bierhoff fest zusammen - wahrscheinlich aber nur bis zur Weltmeisterschaft im Sommer.
Michael Ballack ist auf seiner fernen Insel nicht entgangen, dass in Deutschland zurzeit ein wenig Unruhe um die Nationalmannschaft herrscht. Er sieht das zwar gelassener als die Beteiligten in der Heimat, aber nicht ohne Sorge: "Das ist keine optimale Situation. Ich glaube schon, dass das Thema noch lange köcheln wird", sagte der Kapitän der Nationalelf der SZ nach dem 2:0-Sieg mit dem FC Chelsea gegen den FC Arsenal am Sonntag.
Bild vergrößern
Manager Oliver Bierhoff (links) und Bundestrainer Joachim Löw. (© Foto: AP)
Anzeige
Ballack sieht die Sache sportlich und leitet aus dem erbitterten Konflikt zwischen der sportlichen Leitung und der DFB-Führung eine gestiegene Bedeutung für das Länderspiel gegen Argentinien am 3. März in München ab: "In dieser Hinsicht ist es jetzt besonders wichtig, dass wir gegen Argentinien ein gutes Spiel abliefern, damit die Diskussionen nicht endlos weitergehen."
Es gab Tage, in denen Ballack sein spezielles Vergnügen an dieser Situation gehabt hätte. Mit dem DFB-Teammanager Oliver Bierhoff verbindet ihn ein gewachsenes Missverhältnis, das während eines Vorfalls nach dem EM-Endspiel in Wien fast zu Handgreiflichkeiten geführt hätte. Derzeit hat man sich auf die friedliche Koexistenz geeinigt, aber Ballack konnte sich schon damals sicher sein, dass eine starke Allianz des Fußball-Establishments auf seiner Seite stand.
Bierhoff bleibt dagegen, wie der Streit um die gescheiterte Vertragsverlängerung zeigt, weitgehend ungeschützt in der Szene. Immerhin hat er einen starken Bündnispartner gewonnen: den Bundestrainer. Joachim Löw hat sich im Zuge der Affäre fest wie nie zum Crewmitglied Bierhoff bekannt. Gemeinsam oder gar nicht - das war seine Botschaft an den DFB. Im Verband und auch im Profilager, wo Bierhoff viele Gegner hat, erübrigt sich damit die Hoffnung, man könne Löw als Bundestrainer behalten, aber Bierhoff als Teammanager loswerden.
Bisher hat sich der Stoiker Löw aus politischen Dingen und ähnlichen Unannehmlichkeiten gerne herausgehalten. Lieber zieht er sich auf seine Aufgaben als Sportlehrer zurück, Bierhoff übernahm seine Interessenvertretung beim Verband.
Bisher hießen Löws Probleme Frings oder Kuranyi, er trug einen öffentlichen Krach mit Ballack aus und empfand das als Belästigung, und einmal musste er ein Hierarchieproblem lösen, nachdem Podolski den Kapitän geohrfeigt hatte. Dass ihm nun Geld- und Machtgier angelastet wird, sprengt den Rahmen seiner Erfahrungen und Erwartungen.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
Torwartlegende Sepp Maier im Interview. SZ am Wochenende Jetzt lesen ...
- Thema
- Fußball-WM RSS
- DFB gegen Löw/Bierhoff Stabile Eiszeit 07.02.2010
- Fußball Unter der Wäsche 08.02.2010
- Fußball-WM: Historie (1) Grossos Schuss ins Sommermärchen-Herz 19.05.2010
- Fußball-WM: Nationalelf auf Sizilien Schwitzen im Olivenhain 18.05.2010
- WM 2010: Ballack fällt aus Diagnose: Achsenbruch 18.05.2010
- WM 2010: Michael Ballack Foulspieler Boateng findet eine Entschuldigung 18.05.2010
- Fußball-WM: Michael Ballack Die Stunde der Demokraten 17.05.2010
Bergkirchweih in Erlangen
welches Schweinderl hättens denn gerne? Offenbar haben Sie eine bessere Idee, wie wahrscheinlich 40 Mio. Nationaltrainer auch.
Ihre gebremste Beleidigung der bisherigen Arbeit von Yogi lässt nur einen Schluß zu. Neid. Auf was auch immer.
Klar wäre ein Magath für den Erfolg der Nationalmannschaft besser als Trainer und Manager in Personalunion; aber Oliver Bierhoff hat keine schlechte Arbeit geleistet - nur versteht er nicht dass er für einen Verband arbeitet und nicht für einen Konzern.
Ein Verband, der es sich leisten kann ein um 30m Euro höher dotiertes Trikotangebot von Nike abzusagen und bei Adidas zu bleiben - nur um alte Seilschaften zu bedienen. Nur um mal ein Beispiel zu nennen.
Donnerwetter, hier wird aber geschürt! Will man wirklich die Pferde mitten im Strom wechseln? Na, dann kann sich ein Herr Sammer ja wohl bald ins vom DFB gewärmte Nest setzen mit einem Herrn Niersbach als Manager!
...die sitzen doch alle in ein und demselben Boot. Und sooo toll ist dieser Löw nun wirklich nicht. Wenn ich alleine an die linke Bergtour 2008, zwecks angeblicher Nominierung der Spieler für die EM, denke, ohjeohje.
Föhnfriseur-Bierhoff sind spätestens nach der WM weg vom Fenster. Mit diesem VfB-Kader, dass sich Nationalmannschaft schimpft, haben wir in Südafrika leider keine Chance...
Paging