Fußball in Italien Finanzpolizei untersucht 41 Klubs

Auch Meister Juventus Turin scheint in den Skandal verwickelt zu sein.

(Foto: REUTERS)

Verdacht der Steuerhinterziehung unter anderem bei Juventus Turin, AC Mailand und Lazio Rom. Johan Cruyff stößt beim FC Barcelona eine Debatte über den Verkauf von Lionel Messi an. Peter Neururer übt harsche Kritik am DFB.

Fußball, Italien: Die italienische Finanzpolizei hat am Dienstag Büros und Gebäude von 41 Fußballclubs, darunter 18 Teams der Serie A, durchsucht. Es gehe unter anderem um den Verdacht der Steuerhinterziehung und der Geldwäsche beim Kauf und Verkauf von Spielern, wie italienische Medien unter Berufung auf die Behörden berichteten. Betroffen seien unter anderem auch Meister Juventus Turin, der AC Mailand und Lazio Rom sowie elf Mannschaften aus der Serie B. Ziel der Durchsuchungen sei es, Dokumentationen über Verträge zwischen den Vereinen, Spielern und ihren Agenten zu bekommen. Im Visier der Untersuchungen stehen nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa zwölf Spielerberater. Die Ermittlungen laufen bereits seit einem Jahr, die Federführung hat die Staatsanwaltschaft in Neapel.

Fußball, DFB: Trainer Peter Neururer vom Fußball-Zweitligisten VfL Bochum hat den Deutschen Fußball-Bund (DFB) und Bayern Münchens Sportdirektor Matthias Sammer heftig attackiert. Den DFB griff der 58-Jährige wegen des Scheiterns der U21 in der Vorrunde bei der EM in Israel an. Sammer sprach er jegliche Beteiligung am Erfolg der Bayern in der vergangenen Saison ab. "Ich weiß nicht, was genau Matthias Sammer bei Bayern München macht. Aber ich weiß, dass der FC Bayern die Erfolge der vergangenen Saison nicht wegen, sondern trotz Matthias Sammer erreicht hat", sagte Neururer in einem Interview mit ran.de und kritisierte den Sportvorstand des Triple-Gewinners unter anderem für dessen Kritik am Stil der Bayern nach dem Spiel bei Werder Bremen: "Ich hätte das als Trainer nicht mit mir machen lassen."

In Bezug auf die U21 und den möglichen Schaden, den der deutsche Fußball durch das frühe Aus genommen haben könnte, sagte Neururer: "Das, was der FC Bayern und der BVB abgeliefert haben, wird nicht durch den Schwachsinn geschmälert, den sich die Verantwortlichen der U21 in Verbindung mit der A-Nationalmannschaft geleistet haben." Der Coach übte harsche Kritik an der USA-Reise der Nationalmannschaft, die zeitgleich zur Junioren-EM in Israel stattfand und an der auch die potenziellen U21-Starter Julian Draxler und André Schürrle teilnahmen. Er könne nur die Frage stellen, was für "Idioten fußballerischer Art" das seien, "die den Stellenwert des deutschen Fußballs für völlig belanglose Spiele gegen die USA und gegen Ecuador aufs Spiel setzen, statt die entsprechenden Spieler für die U21-EM in Israel abzustellen", sagte Neururer: "Da wird das, was man in Jahren aufgebaut hat, mit einem Schlag wieder umgehauen."

Eishockey in der NHL Chicago dreht dramatisches Spiel

Der Stanley Cup geht zum fünften Mal nach Chicago. Gegen die Boston Bruins um den deutschen Nationalspieler Dennis Seidenberg siegen die Blackhawks in der Finalserie 4:2. Das entscheidende Spiel dreht der neue Champion in den Schlusssekunden.

FC Barcelona, Johan Cruyff: Die niederländische Fußball-Ikone Johan Cruyff rät dem spanischen Fußballmeister FC Barcelona, über einen eventuellen Verkauf des argentinischen Superstars Lionel Messi nachzudenken, nachdem sein Ex-Klub den Brasilianer Neymar für 57 Millionen Euro verpflichtet hat. "Nach der Verpflichtung von Neymar würde ich zumindest die Möglichkeit in Erwägung ziehen. Einiges würde dafür sprechen, anderes dagegen", sagte der langjährige Barca-Profi und -Trainer im Interview mit der spanischen Tageszeitung Marca. Der 66-Jährige kann sich Eifersüchteleien der beiden Weltstars in Dress der Katalanen vorstellen. Dies könnte - so Cruyff - schon bei der Ausführung von Freistößen losgehen. "Neymar steht bei Nike, Leo bei adidas unter Vertrag. Das sind die Situationen, die zu Konflikten führen können", betonte der Vize-Weltmeister von 1974.

Bundesliga, 1899 Hoffenheim: Der ehemalige Hockey-Bundestrainer Bernhard Peters bleibt bis mindestens 2016 beim Fußball-Bundesligisten 1899 Hoffenheim. Die Kraichgauer, die in der vergangenen Saison den Klassenerhalt erst in der Relegation perfekt gemacht hatten, verlängerten den Vertrag mit dem Direktor für Sport und Nachwuchsförderung um drei Jahre. "Ich begrüße es und freue mich, dass Bernhard Peters auch weiterhin seinen Beitrag dazu leisten wird, mit Kompetenz und Kreativität die Philosophie der TSG 1899 Hoffenheim auf allen Vereinsebenen umzusetzen", sagte 1899-Mäzen Dietmar Hopp: "In seiner Funktion ist er darüber hinaus ein wichtiger Ansprechpartner für die sportliche Führung um Trainer Markus Gisdol und Alexander Rosen." Peters (53) arbeitet seit 2006 in Hoffenheim.