Im Handball, Volleyball, Basketball und Eishockey hat die Stadt seit Jahren wenig zu bieten. Es fehlt eine Halle und eine Lobby in der Politik. Die sonnt sich gerne im Glanz des FC Bayern.
Ein Brunch bei der Mutter eines Spielers brachte 260 Euro, der "Wohnungsputz von Steffi und Verena" 150 Euro. Der Einpeitscher in der Kurve wurde für 80 Euro als Marktschreier gemietet. Die höchsten Einnahmen versprachen ein Flohmarkt und ein Schafkopfturnier. Weil dem Eishockey-Zweitligisten EHC München der Hauptsponsor absprang und der Verein vor dem Aus stand, sammelten die Fans Geld. Es kamen 22.742 Euro zusammen. Das allein reichte zwar nicht, aber die ungewöhnlichen Aktionen erregten so viel Aufmerksamkeit, dass im letzten Moment ein neuer Geldgeber gefunden wurde. Der EHC bleibt zweitklassig.
Die Stadtbewohner entschieden per Bürgerentscheid, dass die neue Fußball-Arena gebaut wird. Für Hallensportarten bleibt da nur wenig Geld übrig. (© Foto: dpa)
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Diese Geschichte handelt dabei nicht in einem bisher unbekannten München, irgendwo in einem strukturschwachen Landstrich nahe Polen. Die bayerische Landeshauptstadt, vielleicht die reichste Stadt der Republik, ist im Hochleistungssport beklemmend eindimensional, der Fußball beherrscht das Alltagsgeschäft. Die traditionsreichen Mannschaftsspiele Handball, Basketball, Volleyball und Eishockey sind seit Jahrzehnten nur selten erstklassig. Und Vereine, die es versuchen, stehen meist schnell vor dem finanziellen Ruin.
Schwabing will keinen Erstligisten mehr
Auch im Basketball rettete zuletzt nur eine Solidaritätswelle von unten hochklassigen Sport in der Stadt. Fans spendeten Geld, die Szene mobilisierte all ihre Kräfte, um die Frauen-Bundesligisten des MTSV Schwabing nicht sterben zu lassen. Der MTSV verweigert den Frauen, immerhin Pokalfinalist, den Zuschuss von 30.000 Euro und will sich auf den Breitensport konzentrieren. Der Nachbarverein München Basket nimmt nun die Mannschaft auf und binnen weniger Tage fanden sich mehrere Sponsoren, die insgesamt 75.000 Euro geben. München bleibt Erstliga-Frauen-Basketball (vorerst) erhalten.
"Die Probleme dieser Sportarten ziehen sich wie ein roter Faden durch die letzten 20 Jahre", sagt Sportamtsleiter Rudolf Behacker. Die Handballer aus Schwabing und Milbertshofen machten Anfang der neunziger Jahre Pleite, seitdem werden die Bälle in Schulturnhallen geworfen. Inzwischen sind drei Volleyballvereine in der Versenkung verschwunden, die Basketball-Männer werfen unterklassig ihre Körbe.
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Bürgermeister in Baden-Württemberg
Finde auch dass man, zumindest im Münchner Eishockey, sich irgendwann schwer mit dem Verein identifizieren konnte. Da wurden irgendwann gegenseitig DEL Lizenzen hin- und hergeschustert. Heute heisst das Team so morgen wieder anders. Spieler kommen und gehen so schnell konnte man garnicht schaun, die Vereine schicken Busse nach Russland, Tschechien usw und kommen mit 10 Topeishockeyspieler von dort ländlichen Clubs zurück, weil die sind nicht nur gut sondern auch viel billiger als die eigenen deutschen Stars sind...
Aber auch ist es bekannt dass ein Grossteil der Bayernheimspielbesucher nicht aus München direkt sind. Also ein paar Münchner sollten doch für andere tolle Sportarten übrigbleiben .
Also mir ist der Artikel zu einseitig geschrieben, Schuld an der Misere haben hier wohl nur die Stadt München sowie die Münchner selber, für die es ja nur Fußball gibt. Man muß sich nur mal ansehen, was die Sponsoren aus einem Kultklub wie Hedos München gemacht haben. Maddogs, Freezers, was interessiert sich den ein Sponsor schon für Tradition, Farben oder Namen. Was würde wohl passieren, wenn man den FC Bayern in Red Bull Munich umbenennen würde, und als Vereinsfarben nehme man blau-weiß, das einzig Rote darf der Bulle auf der Sponsorenbrust bleiben. Dann würde es vermutlich bald einen Artikel geben, in dem angeprangert wird, das sich in München gar niemand mehr für Sport interessiert. Aber zum Glück gibt's noch genügend hier, die selber Sport treiben, anstatt nur zuzugucken. In diesem Sinne...
Die Aussage: "...dass sich etwa im Basketball und im Handball die Münchner Vereine untereinander nichts gönnen und sich oft genug gegenseitig den Aufstieg nach oben streitig machen..." ist, zumindest im Basketball, nicht ganz zutreffend.
Hier arbeitet allen voran der FC Bayern mit großem Einsatz daran Profibasketball in München zu unterbinden, in dem er Jugend- und Seniorenspieler mit sportlich und finanziell lukrativen Angeboten und großspurigen Versprechungen bindet, diesen aber den sportlichen Aufstieg seit jeher versagt da es in den Augen des Präsidiums beim FCB neben dem Fußball keine anderen Profiabteilungen geben darf. Die Jugend- und Aufbauarbeit der anderen Vereine wird dadurch erheblich "sabotiert".
Allerdings glaube ich das auch ohne den FCB ein Erstliga Basketball Team in München auf nicht allzu viele Zuschauer hoffen dürfte - dazu ist der Fußball zu dominant (und der Münchner Fußballfan zu ignorant ;-).
Also ist schon richtig dass der Fussball erdrückend dominiert in München.
Aber ich möchte zum Eishockey noch was sagen.
"1994 ging der damalige amtierende Deutsche Meister Maddocks München Pleite"
Also die Mannschaft hiess Maddogs also wie die verrückten Hunde oder was auch immer
(nicht Maddocks), und die haben sich den damaligen Konkurs wirklich selbstzuzuschreiben. EC Hedos München dann Maddogs hatte eingekauft wie blöd, tolle Spieler ( Gerd Trunschka, Didi Hegen usw.) nach München geholt, die Meisterschaft um jeden Preis erzwingen wollen und wurden letztlich von den Kosten erdrückt. Und das hatte dem Münchner Eishockey den Todesstoss versetzt. Und selbst wenn alle Spiele ausverkauft gewesen wären (viele waren es damals), da waren einfach zu hohe Fixkosten. Und jetzt wird seit Jahren behutsam und mit viel Geduld alles wieder aufgebaut was damals so unüberlegt in den Sand gefahren wurde. Und das die zweite, dritte und vierte Liga nicht so attraktiv wie die DEL ist liegt auf der Hand. Das macht es noch schwerer. Aber Eishockey ist toll! geht hin ihr Münchner!
Seit die Freezers hierhergezogen sind, geht es hier im Norden weiter aufwärts: Neben den Freezers (mit einem Schnitt von 8.059 Zuschauern, Saisonrekord 13.600) gibt es hier inzwischen den Handball-Vize-Meister HSV Hamburg, die diese Saison sehr erfolgreichen Footballer Sea Devils, die Hockey-Serien-Meister UTHC und Der Club an der Alster, dazu das Tennis-Master-Turnier am Rothenbaum, das Triathlon Rennen quer durch die Innenstadt, mit den Cyclassics ein hochrangiges Radrennen, Beachvolleyball auf dem Rathausmarkt und und und. Vielleicht sollten sich die Münchner Verantwortlichen mal ein Beispiel an Hamburg nehmen, noch vor einigen Jahren war das hier genauso eine Wüste. Aber andererseits: Warum Konkurrenz heranzüchten, bleibt ruhig beim Fußball. Solange der FC Bayern kürzer in der Bundesliga ist als der HSV, können wir auch damit leben. Sollte der FCB mal dauerhaft schlecht werden, braucht ja fast ganz Fußball-Deutschland ein neues Feindbild!
Paging